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Dukovany: Neue Reaktoren könnten deutlich teurer werden

18.08.2026

Die geplanten neuen Reaktorblöcke im tschechischen Dukovany könnten den Staat deutlich mehr kosten als bisher kommuniziert. Statt der ursprünglich genannten 400 Milliarden Kronen stehen inzwischen 600 bis 700 Milliarden Kronen im Raum, inklusive Finanzierungskosten.

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© Lalmch pixabay.com

Die Kosten für den geplanten Ausbau des tschechischen Kernkraftwerks Dukovany sorgen erneut für Diskussionen. Der tschechische Politiker Karel Havlíček erklärte laut Forum 24, dass für die beiden neuen Reaktorblöcke nicht mit 400 Milliarden, sondern eher mit 600 bis 700 Milliarden tschechischen Kronen gerechnet werden müsse. Allein die Finanzierungskosten beziehungsweise Zinsen sollen einen erheblichen Teil der Differenz ausmachen.

Die höhere Summe sei allerdings keine Folge bereits aufgetretener Probleme. Vielmehr seien die ursprünglich genannten 400 Milliarden ohne die Kosten für das aufgenommene Kapital kalkuliert worden. Die nun genannten 600 bis 700 Milliarden gelten als optimistische Variante:  vorausgesetzt wird, dass das Projekt  von größeren Verzögerungen verschont bleibt.
 

Bisherige Erfahrungen aus Europa geben Anlass zur Skepsis

Gerade bei  den letzten großen europäischen Atomprojekten zeigte sich, wie  falsch eine solche Annahme sein kann. Beim französischen EPR in Flamanville stiegen die ursprünglich geplanten Kosten laut EDF von rund 3,3 auf 13,2 Milliarden Euro: Samt Finanzierungskosten errechnete der französische Rechnungshof sogar deutlich mehr. Auch die Bauzeit verlängerte sich massiv.

Ganz ähnliche Entwicklungen gab es beim finnischen Olkiluoto 3 und beim britischen Projekt Hinkley Point C. 

Eine Studie der Boston University kommt laut dem Beitrag in Forum 24 zu dem Ergebnis, dass Kernkraftwerke ihre ursprünglichen Budgets im Durchschnitt um mehr als 100 Prozent überschreiten. Als Gründe werden unter anderem strengere Sicherheitsanforderungen, lange Baupausen in Europa sowie fehlende Erfahrung, Fachkräfte und Lieferketten genannt.
 

Größtes tschechisches Energieprojekt

Der tschechische Staat hat  den Auftrag für die neuen Dukovany-Reaktoren 2025 an den südkoreanischen Konzern KHNP vergeben. Das Projekt gilt als eine der größten Investitionen in der Geschichte Tschechiens und soll langfristig die Stromversorgung des Landes absichern.

Kritiker warnen  bereits länger davor, dass die tatsächlichen Kosten und die Bauzeit unterschätzt werden. Befürworter  entgegnen, dass Kernenergie für die tschechische Energieversorgung wichtig sei. 

Damit steht nicht nur die Frage im Raum, wie teuer Dukovany tatsächlich wird, sondern auch, wie hoch die finanziellen Risiken für den tschechischen Staat und damit letztlich die Steuerzahler ausfallen. 

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