„Doppelt genutzt, doppelt gewonnen“: Einschaltfest für Sonnenfeld Höhnhart
Munderfing / Höhnhart – Im Innviertel ist ein weiteres „Sonnenfeld“ in Betrieb gegangen: Das Agri-Photovoltaik-Projekt von EWS in Höhnhart verbindet Landwirtschaft und Energieproduktion auf derselben Fläche – und soll zeigen, wie die Energiewende ohne Flächenkonflikte funktionieren kann.
Bei einem Einschaltfest feierten Bürgermeister, Gemeinderäte, Grundstückseigentümer:innen und Projektbeteiligte gemeinsam die Inbetriebnahme der Anlage. Das neue Sonnenfeld speist ab sofort jährlich rund 2,9 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom ins Netz – genug für etwa 820 Haushalte.
Landwirtschaft und Stromproduktion auf derselben Fläche
Besonderheit des Projekts ist das Agri-PV-Konzept: Die Flächen bleiben weiterhin landwirtschaftlich nutzbar, während darüber Solarstrom erzeugt wird. Zum Einsatz kommen nachgeführte PV-Tracker, die den Sonnenstand verfolgen und dadurch eine effizientere Stromausbeute ermöglichen.
Laut Betreiber EWS liegt der Mehrertrag solcher Systeme bei rund 20 Prozent gegenüber starrer Aufständerung.
Für Grundeigentümer und Landwirt Andreas Preishuber ist genau diese Doppelnutzung der entscheidende Vorteil: Seine Betriebe setzen bereits seit Jahren auf Photovoltaik – sowohl am Dach als auch mit eigenen Trackern am Hof. Das neue Sonnenfeld sei daher ein logischer nächster Schritt gewesen.
„Wir wollten die Flächen weiterhin bewirtschaften und gleichzeitig Sonnenstrom erzeugen“, so Preishuber. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung entstehen zusätzlich stabile Einnahmen durch die Energieproduktion.
Gemeinden sehen Chance für regionale Energieversorgung
Auch die Gemeinde Höhnhart unterstützt das Projekt aktiv. Bürgermeister Erich Priewasser betont die Bedeutung regional erzeugter Energie für Wirtschaft und Standortentwicklung.
Sonnenfelder seien ein wichtiger Baustein, um Landwirtschaft zu erhalten und gleichzeitig günstigen Strom bereitzustellen – auch für Betriebe in der Region. Gerade für Industrie und Gewerbe sei eine stabile Energieversorgung entscheidend, um Arbeitsplätze langfristig abzusichern.
„Doppelt genutzt, doppelt gewonnen“
Für die Energiebranche ist das Projekt ein Beispiel für einen wachsenden Trend. Norbert Dorfinger, PV-Geschäftsfeldleiter bei EWS, sieht in Agri-PV einen zentralen Baustein der Energiewende.
Landwirt:innen würden zunehmend auf die Kombination aus Landwirtschaft und Stromproduktion setzen, auch um ihre Einkommensbasis zu verbreitern. Zusätzlich könne die Teilverschattung durch PV-Module positive Effekte auf Bodenfeuchtigkeit und Pflanzenbestand haben – ein Aspekt, der angesichts zunehmender Wetterextreme an Bedeutung gewinnt.
Regionale Energiewende mit wachsender Dynamik
Auch auf Unternehmensebene wird das Innviertel als Vorzeigeregion gesehen. EWS-Gesellschafterin Alina Mirwald spricht von einer starken Dynamik im Bezirk Braunau, wo bereits mehrere Agri-PV- und Windkraftprojekte in Umsetzung oder Planung sind.
Die steigende Zahl an Projekten erhöhe nicht nur die regionale Wertschöpfung, sondern auch die Attraktivität des Standorts für Wirtschaft und Industrie. Gleichzeitig wird betont, dass neben Solarenergie auch der Ausbau der Windkraft notwendig sei, um die Versorgungssicherheit – insbesondere im Winter – zu gewährleisten.
Ein Modell für die Zukunft der Energieproduktion
Mit dem neuen Sonnenfeld in Höhnhart zeigt sich, wie sich Landwirtschaft und Energieerzeugung zunehmend miteinander verbinden lassen. Statt Konkurrenz um Flächen entsteht ein Modell der doppelten Nutzung – mit dem Ziel, regionale Energieproduktion auszubauen, ohne landwirtschaftliche Nutzflächen zu verlieren.
Oder wie es ein Beteiligter beim Einschaltfest formulierte: „Doppelt genutzt, doppelt gewonnen.“