Die Welt brennt - und die Menschen schauen weg
Die Umfrage, die mehr als 40.000 Menschen in 50 Ländern befragte, zeigt eine klare Verschiebung:
Krieg & Konflikte: 52 % weltweit
Klimawandel: 31 % weltweit
In Österreich: Krieg/Terror 67 %, Klimawandel 35 %
Vergleicht man nur die 32 Länder, die auch davor befragt wurden, hat sich die Besorgnislücke von 12 Punkten auf 16 Punkte vergrößert. Die Menschen priorisieren also akute Krisen wie Krieg, Inflation oder Pandemien – während die langfristige Bedrohung durch die Klimakrise ins Hintertreffen rückt.
In den größten Volkswirtschaften Europas ist der Rückgang besonders auffällig:
Land 2022/ 2025 VeränderungFrankreich 52 % 45 % –7 Prozent
Dänemark 51 % 41 % –10 Prozent
Großbritannien 45 % 35 % –10 Prozent
Deutschland 42 % 34 % –8 Prozent
Spanien 44 % 37,5 % –6,5 Prozent
Diskrepanz: Während die EU ehrgeizige Klimagesetze vorantreibt, sinkt die öffentliche Aufmerksamkeit.
Das zeigt die Notwendigkeit, Klimaschutz praktisch und greifbar zu vermitteln.
Obwohl der abstrakte Begriff „Klimawandel“ an Priorität verliert, werden die konkreten Folgen sehr wohl wahrgenommen:
Waldbrände in Kanada: 46 % Besorgnis
Dürre, Überschwemmungen, Artenverlust weltweit
In Österreich: Zerstörung tropischer Regenwälder, Artenverlust und Klimafolgen an erster Stelle
Wälder fungieren als Frühwarnsystem der Klimakrise – sie sind bedroht und gleichzeitig entscheidend für ihre Bewältigung.
Trotz sinkender Sorge handeln Menschen beim Einkaufen weiterhin klimabewusst:
72 % weltweit bevorzugen Produkte, die weder Pflanzen noch Tieren schaden
66 % achten auf Verpackungen aus erneuerbaren Materialien
FSC-Zertifizierung stärkt Vertrauen und Kaufbereitschaft
In Österreich: Fast 40 % kaufen gezielt FSC-zertifizierte Produkte
Die Menschen trennen abstrakte Bedrohung von konkretem Handeln - während der Klimawandel in der öffentlichen Wahrnehmung nach hinten rückt, beeinflusst er Entscheidungen im Alltag nach wie vor stark.
Japan: Besorgnis steigt um 9,5 %
Brasilien: von 18 % auf 33 %
Kenia: von 42 % auf 30 %
- Kanada: Rückgang, trotz starker Waldbrandbedrohung
FSC fordert integrierte Strategien
„Die Klimakrise ist real, sichtbar und unmittelbar“, warnt Subhra Bhattacharjee, FSC-Generaldirektorin. „Wir dürfen uns nicht von kurzfristigen Krisen ablenken lassen. Klimaschutz muss greifbar gemacht werden – in Politik, Wirtschaft und Alltag.“
Die Umfrage unterstreicht: Ökologische, soziale und wirtschaftliche Krisen müssen zusammen gedacht werden, sonst droht der Klimaschutz aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verschwinden und zwar trotz heißester Jahre, brennender Wälder und steigender Artenverluste.
Hintergrund: Im Rahmen der FSC x IPSOS Global Consumer Awareness Survey 2025 wurden über 40.000 Menschen in 50 Ländern befragt. Die Vergleiche basieren auf 32 Märkten, die auch 2022 untersucht wurden.