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Die Schweizer Bahn fährt in die Zukunft

12.01.2005

Die Schweizer Bundesbahnen (SBB) haben im Dezember 2004 ihren Fahrplan umgestellt – viel radikaler und effizienter als beispielsweise die Deutsche Bahn (DB)

Die Zentralstrecke Zürich – Bern kann jetzt in weniger als einer Stunde gefahren werden – und ist damit dem Auto ganz klar überlegen. Auf der fast kostenlosen Nebenstrecke Mattstetten–Rothrist fährt der Schweizer Intercity mit bis zu 200 Stundenkilometern. Alle IC–Fahrten zwischen den großen Städten Bern, Basel, Zürich und Luzern dauern jetzt weniger als eine Stunde. Wer hier noch Auto fährt ist selber schuld.

Halbstundentakt zwischen den Großstädten

Die Schweizer Bundesbahnen bieten jetzt jede halbe Stunde eine Verbindung zwischen allen großen Städten an, ohne den Regionalverkehr zu vernachlässigen. Die SBB hat ihr schon zuvor dichtes Angebot nochmals um 12 Prozent ausgebaut und bieten auf einen Schlag 14% mehr Fahrtkilometer an. Die Wartezeiten beim Umsteigen konnten erheblich verkürzt werden, da die Schweizer Bahnen auf die Minute pünktlich sind.
Alle 1500 Zugverbindungen verkürzen sich – viele sogar erheblich. Der Unterschied zu Deutschland oder Österreich: In der Schweiz gibt es den politischen und gesellschaftlichen Willen, die Bahn noch attraktiver zu machen. Schon bisher fuhren die Schweizer etwa dreimal so viel Bahn wie Deutsche oder Österreich.
In zwei Volksentscheiden stimmten die Schweizer dem neuen Bahnkonzept zu. Allerdings: Das Konzept "Bahn 2000" wurde auch in der bahnfreundlichen Schweiz aus finanziellen Gründen erst jetzt, vier Jahre später, realisiert. Vor allem moderne Neigezüge, die auf kurvigen Strecken schneller fahren können, verkürzen die Fahrtzeit gegenüber früher. Für die Realisierung des neuen Konzeptes hat die SBB ihre Tarife um vier Prozent erhöht.
In Deutschland oder Österreich bis heute undenkbar: Jede zweite Schweizer Familie hat ein "Halbtax–Abonnement", vergleichbar der deutschen "Bahncard50" oder der österreichischen "Vorteilscard" für Familien und fährt zum halben Fahrpreis. Das "Halbtax–Abo" kostet 100 Euro und gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel: für Bahn und Bus, für Tram und Schiff.
Als der deutsche Bahnchef Hartmut Mehdorn in diesen Tagen meinte: "Die Deutsche Bahn ist die beste in Europa", wurde in der Schweiz herzlich gelacht, obwohl auch die Deutsche Bahn entschieden besser ist als ihr Ruf. Die erfolgreichste und innovativste Bahn Europas fährt in der Schweiz.
SBB–Chef Benedikt Weibel lässt seit Wochen mit dem Slogan werben: "Mehr Zug für die Schweiz." Ein früherer Bewerbeslogen hieß: "Der Kluge fährt im Zuge." Allein die Sicherheit ist in der Bahn um bis zum Hundertfachen höher als im Auto.

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