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Deutschland: Wie krisenfest ist  die Energieversorgung?

27.07.2026

Bis zu 70 Prozent der deutschen Energieversorgung basiert heute noch auf Kohle, Öl und Erdgas.

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Podcast "Wenden bitte!" des Öko-Instituts © Öko-Institut

Damit bleibt Deutschland abhängig vom Import fossiler Energieträger, was gerade in Kriegs- und Krisenzeiten zu Herausforderungen führen kann. Der aktuelle Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts fragt deshalb: „Wie krisenfest ist unsere Energieversorgung?“. Darin spricht Hauke Hermann, Energieexperte am Öko-Institut über die aktuelle Situation des Energiesystems und darüber, welche Strategien nötig sind, um mit Krisensituationen besser umzugehen.
Zum Podcast „Wie krisenfest ist unsere Energieversorgung?“ des Öko-Instituts
 

Klimaschutz und Versorgungssicherheit verbinden

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Um das zu erreichen, sollen erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 80 Prozent unserer Stromversorgung decken. Bis 2040 sollte das Energiesystem so gut wie vollständig dekarbonisiert sein, also ohne fossile Energien auskommen. Dieses Ziel, so Hermann, ist ein wichtiger Pfeiler für eine resiliente Energieversorgung. So sinkt die Nachfrage nach Öl und Gas und die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten.

Im Podcast spricht der Wissenschaftler die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre an, etwa die deutlichen Kostensenkungen bei der Photovoltaik oder den Batterien. Gerade Batteriespeicher werden künftig eine größere Rolle spielen, so Hermann, um die schwankenden Mengen an erneuerbaren Energien zu speichern.
 

„Wir können die Krisenvorsorge nicht dem Markt überlassen“, betont Hermann. Vielmehr brauche es staatliche Regulierung und den Abbau fossiler Subventionen, damit Energiepreise die „ökologische Wahrheit“ sagten. Der Fokus auf erneuerbare Energien spiele dabei eine Hauptrolle. Darüber hinaus sollte es eine staatliche Reserve bei Erdgas geben, um die Energieversorgung in akuten Ausfallsituationen widerstandsfähig aufzustellen.
 

Ein „Softwareupdate“ für das Energiesystem
 

Fossile Energie, insbesondere Erdgas, könnte eine kleine Rolle als Backup spielen, wenn die sogenannte „Dunkelflaute“ droht – also wenige Stunden im Jahr, in denen weder die Sonne scheint noch der Wind weht. Wie diese optimal mit den erneuerbaren Energien und Batteriespeichern zusammenspielen können, wie die Vergütung und Preisgestaltung auf dem Strommarkt aussehen können und welche Auswirkungen für das Stromnetz entstehen, sind Fragen, die in den kommenden Jahren weiter diskutiert werden müssen.

„Nicht zuletzt müssen wir das Umlage- und Abgabensystem reformieren, quasi ein „Softwareupdate“ des Stromsystems, damit die Hardware, nämlich die Erneuerbaren optimal eingesetzt werden können“, fordert Hermann bei „Wenden bitte!“.
 

Wissen statt Alltagsberatung
 

Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderieren Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut, und Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin. Rund eine Stunde lang sprechen sie mit einem Experten beziehungsweise einer Expertin aus dem Öko-Institut über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“. Die Spezial-Folgen greifen tagesaktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf.

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