Deutschland gibt grünes Licht für das bidirektionale Laden
Berlin - In einer historischen Nacht hat der Bundestag am 13. November um 21:20 Uhr eine zentrale Weichenstellung für die Energiewende beschlossen. Mit der Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) wird Vehicle-to-Grid (V2G) ab 2026 erstmals wirtschaftlich möglich. Damit wird ein bisher ungenutztes Speicherpotenzial von mehr als 1,65 Millionen Elektroautos erschlossen.
Was bislang Zukunftsvision war, wird Realität: E-Autos können künftig nicht nur laden, sondern auch Strom ins Netz zurückspeisen ohne finanzielle Benachteiligung und ohne aufwendige technische Hürden.
Netzentgelte: Doppelbelastung abgeschafft – faire Regeln für Speicherstrom
Bislang galt rückgespeister Strom aus Fahrzeugbatterien in Deutschland formal als neuer Verbrauch. Das führte zur paradoxen Situation: Obwohl E-Autos das Stromnetz entlasten konnten, mussten sie dafür doppelt zahlen - ein ökonomischer Killer für jede V2G-Anwendung.
Mit der nun beschlossenen Änderung wird diese Ungleichbehandlung aufgehoben. Rückgespeister Strom wird künftig wie Speicherstrom behandelt, analog zu Pumpspeichern oder Großbatterien.
Das Ergebnis:
Kein zweites Mal Netzentgelte und Abgaben
Erstmals wirtschaftliche Rahmenbedingungen für V2G
Attraktive Modelle für Verbraucher und Energieversorger
Ein wichtiger Schritt, um Flexibilität im Energiesystem zu belohnen statt zu blockieren.
MiSpeL-Regelung: V2G ohne Bürokratiehürden
Zusätzlich tritt am 1. April 2026 die neue MiSpeL-Regelung der Bundesnetzagentur in Kraft. Sie erlaubt bidirektionales Laden ohne zweiten Stromzähler und vereinfacht die technischen Abläufe massiv.
Damit entfallen:
komplizierte Genehmigungsprozesse
teure Zusatzinstallationen
redundante Messtechnik
V2G wird so pragmatisch, praktikabel und skalierbar.
E-Autos als Kraftwerksersatz – Was das fürs Energiesystem bedeutet
Die Auswirkungen sind enorm: Bereits heute schlummert in Deutschlands Elektroflotte ein dezentrales Speicherpotenzial von 3,3 bis 5,0 GWh. Das entspricht 1,0 bis 1,5 GW Leistung – also ungefähr einem Großkraftwerk. Nur eben verteilt, klimafreundlich und jederzeit verfügbar.
Das bringt Vorteile für:
Netzstabilität: flexible Reserveleistung aus Millionen Fahrzeugbatterien
Erneuerbare Energien: besseres Ausnutzen von Wind- und Solarschwankungen
Verbraucher: langfristig sinkende Netz- und Stromkosten
Und all das, obwohl Deutschland erst eine Elektrifizierungsquote von rund 3 % erreicht hat. Das Wachstumspotenzial ist gigantisch.
Zeitplan: Ab 2026 startet der Markt
Die Umsetzung erfolgt in mehreren Stufen:
1. Januar 2026: Netzentgelt-Entlastung tritt in Kraft
1. April 2026: MiSpeL-Regeln vereinfachen V2G-Prozesse
Bis Ende 2026: Netzbetreiber passen ihre Systeme an (6–12 Monate)
Parallel läuft der dringend benötigte Smart-Meter-Rollout
Damit ist der Markthochlauf 2026 realistisch – und skalierbar.
The Mobility House: Vom V2G-Pionier zum Marktgestalter
The Mobility House hat bereits vor zehn Jahren den ersten V2G-Pilot in Deutschland durchgeführt und entwickelt die Technologie seitdem konsequent weiter. Die Tochter „The Mobility House Energy“ konzentriert sich komplett auf intelligente Lade- und Speicherlösungen.
Mit dem neuen regulatorischen Rückenwind rückt die Kommerzialisierung in greifbare Nähe. Gemeinsam mit Partnern wie Mercedes-Benz entsteht eine marktreife End-to-End-Lösung für smartes Laden und V2G ab 2026.
Marcus Fendt, Geschäftsführer The Mobility House Energy, meint: „Wir verwandeln das E-Auto vom Verbraucher zum flexiblen, dezentral verteilten Kraftwerk.Die EnWG-Änderung ebnet den kommerziellen Weg, MiSpeL vereinfacht die Umsetzung – und wir bringen die bewährte Praxis aus Frankreich nach Deutschland.
Gemeinsam mit unseren Partnern machen wir V2G ab 2026 erlebbar und schaffen Raum für mehr erneuerbare Energien und weniger Netzausbau.“
Mit diesem Beschluss hat Deutschland eine entscheidende Hürde beseitigt – und öffnet das Tor zur nächsten Stufe der Energiewende: einer Zukunft, in der Millionen Autos nicht nur unterwegs Energie verbrauchen, sondern auch Energie liefern können, wenn sie zu Hause stehen. Eine stille Revolution - aber eine, die das Stromsystem nachhaltig verändern wird.