DER STANDARD-Kommentar "Lehrreiche Inflation"
Die Preissteigerungen an den internationalen Energiemärkten haben Österreich erreicht und bestimmen die Inflationsrate mit. Laut Statistik Austria ist ein erklecklicher Teil der Teuerung von 3,3 Prozent auf die weltweit hohen Treibstoffkosten zurückzuführen. Ohne diesen Effekt hätte die Jahresinflationsrate in Österreich im April nur 2,7 Prozent ausgemacht. Damit ist die April-Teuerung ein Lehrstück für die starke Ausrichtung Österreichs auf fossile Energieträger. Gut zehn Milliarden Euro macht die Rechnung jährlich für Importe von Erdöl und Erdgas aus. In Österreich wird gerne über die hohen Benzin- und Gaspreise geschimpft - doch der Zusammenhang mit einer konsequenteren Politik für erneuerbare Energie, die diese Abhängigkeiten schmälern würde, wird nicht gesehen. Das ist erstaunlich, denn damit könnte die Milliardenüberweisung ins Ausland zwar nicht verschwinden, aber doch reduziert werden. Teile des Geldes, das Jahr für Jahr an die internationale Öl- und Gasindustrie geht, könnten im Land bleiben. So sollte auch die derzeitige Diskussion um das neue Ökostromgesetz gesehen werden: Ja, das neue Ökostromgesetz belastet auf den ersten Blick. Am Ende des Weges aber steht ein Energiesystem, das österreichische Möglichkeiten nutzt und inländische Wertschöpfung generiert. Das schont Umwelt und Klima. Fein, wenn es auch noch die heimische Inflation niedriger hält.
Rückfragehinweis: Der Standard
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OTS0244 2011-05-16/18:25
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