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Das reichste Prozent hat sein Treibhausgasbudget für 2026 bereits ausgeschöpft

11.01.2026

Nach nur zehn Tagen hat das reichste Prozent der Weltbevölkerung seinen fairen Anteil am jährlichen Treibhausgasbudget verbraucht und plündert von nun an das der übrigen Weltbevölkerung.

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© Gerd Altmann pixabay.com

Jedes Jahr errechnet Oxfam den „Pollutocrat Day”, den Tag, an dem das weltweit reichste Prozent sein jährliches Treibhausgasbudget bereits ausgeschöpft hat – also die Menge an CO2, die pro Kopf jährlich emittiert werden darf, um die Erderwärmung im langfristigen Durchschnitt auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Dieser Tag fällt 2026 auf den 10. Januar und macht deutlich, wie unverhältnismäßig stark die Reichen und Superreichen für die Klimakrise verantwortlich sind.

Allein durch Superyachten und Privatjets erzeugt ein*e superreiche*r Europäer*in in rund einer Woche so viel Treibhausgase wie ein Mensch aus dem ärmsten Prozent der Weltbevölkerung in seinem gesamten Leben. Neben den Emissionen, die Superreiche durch ihren Lebensstil verursachen, tragen sie auch für die Emissionen jener Industrien Verantwortung, in die sie ihren Reichtum investieren. Untersuchungen von Oxfam zeigen, dass jede*r Milliardär*in im Durchschnitt durch die Unternehmen in seinem Investitionsportfolio für jährlich 1,9 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich ist und damit die Welt weiter in den Klimakollaps treibt.
 

Folgen des exzessiven CO2-Ausstoßes
 

Die Emissionen des reichsten Prozent in nur einem Jahr werden bis zum Ende des Jahrhunderts schätzungsweise 1,3 Millionen hitzebedingte Todesfälle verursachen. Darüber hinaus verursachen die extremen Emissionen der Superreichen wirtschaftliche Schäden in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bis 2050 in Höhe von bis zu 44 Billionen US-Dollar an wirtschaftlichen Schäden. 

„Ab dem 11. Januar plündern die Reichen und Superreichen die Treibhausgasbudgets der übrigen Weltbevölkerung. Die Superreichen müssen nicht nur ihre Treibhausgasemissionen drastisch senken, sondern sollten auch finanziell stärker in die Verantwortung genommen werden, um weltweit die Klimaziele zu erreichen und die Lebensgrundlage des Menschen zu schützen“, sagt Jan Kowalzig, Referent für Klimawandel und Klimapolitik bei Oxfam.
 

Die reichsten Menschen und Unternehmen verfügen zudem über unverhältnismäßig viel Macht und Einfluss auf die Politik. So nahmen beispielsweise 1600 Lobbyist*innen von Unternehmen der fossilen Energieindustrie an der jüngsten UN-Klimakonferenz COP30 in Brasilien teil. „Durch ihre immense Macht und ihren Reichtum nehmen Superreiche und ihre Unternehmen großen Einfluss auf die Politik und schwächen die globale Klimapolitik“, ergänzt Jan Kowalzig.
 

Oxfam fordert Regierungen auf, die Emissionen von Superreichen zu reduzieren und sie zur Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung stärker in die Verantwortung zu nehmen, etwa durch die Besteuerung von hohen Vermögen. Es braucht zudem weltweit eine Steuer auf die Gewinne von Öl-, Gas- und Kohleunternehmen. Sie könnte nach Oxfam-Schätzung jährlich bis zu 400 Milliarden US-Dollar einbringen, was den Kosten der Klimaschäden im Globalen Süden entspricht. Außerdem sollten emissionsintensive Luxusgüter wie Superyachten und Privatjets stärker besteuert werden. Insgesamt braucht es nach Ansicht von Oxfam ein auf Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit basierendes Wirtschaftssystem, das Mensch und Umwelt an erste Stelle setzt.

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