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Das Leben ohne Auto im Freiburger Stadtteil Vauban hat sich bewährt

25.11.2003

Studie vom Forum Vauban (Freiburg), Öko–Institut e.V und DLR zeigt Vorteile, aber auch Schwachstellen des Verkehrskonzepts auf

Wie bewährt sich das Verkehrsprojekt im Freiburger Stadtteil Fauban in der Praxis? Was funktioniert schon sehr gut, wo müssen noch Schwachstellen behoben werden? Antworten auf diese Fragen gibt eine neue Studie, die sich das Leben ohne Auto in dem Freiburger Stadtteil angesehen hat und die jetzt veröffentlicht wird.
Fazit der Studie: Der Erfolg des Verkehrskonzepts ist deutlich zu spüren und durch die Ergebnisse im Rahmen der vorliegenden Studie auch wissenschaftlich belegt. Im Freiburger Stadtteil Vauban wurde ein lebenswertes und familienfreundliches Wohnumfeld geschaffen.
Das Forum Vauban hat die praktische Arbeit vor Ort vom Juli 2001 bis zum Juli 2003 vorgenommen. Zudem haben das Öko–Institut e.V. in Freiburg und das Berliner Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft– und Raumfahrt e.V. (DLR) mitgearbeitet. Das Projekt wurde finanziell von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit rund 52 000 Euro gefördert.
Der Hintergrund der Untersuchung: „Die Entscheidung im Freiburger Gemeinderat für ein Konzept, das den Autoverkehr im Stadtteil Vauban reduziert, fiel sehr knapp aus„, erinnert Jörg Lange vom Forum Vauban. „Bis heute werden grundsätzliche Bedenken gegen das Verkehrskonzept laut „, sagt auch Willi Loose, Leiter des Arbeitsfelds Verkehr im Öko–Institut. Die Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass das Konzept funktioniert.
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört:
Das Straßenbild in den Wohnstraßen des Vauban ist geprägt von spielenden Kindern. Dies konnte nur erreicht werden, weil der Motorisierungsgrad nach Berechnungen des DLR bei lediglich 150 Pkw pro 1000 Einwohnern liegt. Zum Stichtag im Frühjahr 2003 lebten 3300 Einwohner in dem Stadtteil. In ganz Freiburg liegt die Motorisierungsquote bei 446 Pkw pro 1000 Einwohner (Stand: Januar 2000).
Bei den meisten BewohnerInnen des Stadtteils hat mit beziehungsweise kurz vor dem Einzug in Vauban eine einschneidende Änderung ihres Mobilitätsverhaltens stattgefunden. Denn es handelt sich bei den BewohnerInnen in Vauban nicht etwa überwiegend um Familien, die schon seit langem kein Auto mehr besitzen. Bei einer im Mai 2002 vom DLR vorgenommenen Befragung gaben 57 Prozent der Haushalte ohne Auto an, dass sie ihr Auto erst mit dem Einzug in Vauban abgeschafft haben. Weitere 16 Prozent sagten, dass sie in einer Zeitspanne von bis zu fünf Jahren vor dem Einzug das Auto abgeschafft haben. Der Ansatz, autofreie Haushalte bewusst zu fördern, in dem unter anderem finanzielle Entlastungsanreize gegeben werden, hat sich damit bewährt.
Das Car–Sharing–Angebot wird überdurchschnittlich gut angenommen: In 39 Prozent der vom DLR befragten Haushalte sind eine oder mehrere Personen Nutzer dieses Angebots. Für rund 350 bis 400 Haushalte im Vauban stehen heute zwölf gut ausgelastete Car–Sharing–Autos zur Verfügung.
81 Prozent der befragten 208 Personen in autofreien Haushalte geben auf einer fünfstufigen Skala an, dass ihnen die Organisation des Alltags ohne eigenen Pkw sehr leicht oder leicht fällt.
Die Schwierigkeiten liegen eher im Detail:
Es gibt bisher noch keine geeignete Lenkung für Besucher, die mit dem Auto anreisen. Die vergleichsweise wenigen öffentlichen Stellplätze sind in den Zeiten, in denen sie nicht bewirtschaftet werden (beispielsweise nachts), oft von Bewohnern belegt.
Probleme bereitet das Verkehrskonzept vor allem den Bewohnern mit einem Pkw. So geben nur zwölf Prozent der Autobesitzer an, gar keine Schwierigkeiten zu haben.
Größtes Problem für die Autobesitzer ist der weite Weg zu den Parkgaragen am Eingang des Stadtteils. Hier liegen nach Einschätzung der Wissenschaftler auch deutliche Verbesserungspotentiale für zukünftige Projekte. Es sollten kleinere, näher gelegene automatische Parkgaragen gebaut werden, so die Empfehlung.
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25.11.2003 | Autor*in: holler
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