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„Das Auto der Zukunft„ – Schlechtes neu verpackt?

15.11.2006

Hybrid– kostendeckend? Elektrisch– zu teuer? Ja– nein– Was stimmt wirklich?

Alten Wein in neuen Schläuchen präsentierte die DaimlerChrysler AG in Kooperation mit dem ÖVK und mit teilweiser inhaltlicher Unterstützung von Seiten der OMV während des Vortrags von Herrn Dr. Michael Krämer am 14.11.2006 zum Thema „Das Auto der Zukunft„.
Das ganze erinnerte eher an eine Werbeveranstaltung des Konzerns. Zum Thema Hybrid hieß es von Seiten Herrn Krämers, dass momentan kein entsprechendes Fahrzeug zu kostendeckenden Preisen auf dem Markt gebracht wird. Vertreter von Toyota & Co. waren leider nicht vor Ort, um auf diese Aussage zu reagieren. Auf die Mitteilung eines Gastes, welcher einen Brief von Mercedes–Benz Österreich präsentierte in dem stand, dass beim smart fortwo ev (electric vehicle) für London keine technischen, ökologischen oder sicherheitsrelevanten Herausforderungen mehr zu lösen sind, hieß es auf die Frage wann mit dem Fahrzeug für den gesamteuropäischen Markt zu rechnen ist, dass der Smart für 2 Personen 12.000 Euro kostet, Batterien und Antrieb teuer sind.
Auf der anderen Seite scheinen Kosten bei der Brennstofftechnologie keine Rolle zu spielen. Hier hat DaimlerChrysler in den letzten 10 Jahren 10 Mrd. Euro in die Forschung investiert. Von der Ankündigung 2005 wird die Wasserstofftechnologie marktreif sein, hat man sich bekanntlich verabschiedet. Jetzt rechnet man mit Einzelanwendungen in 10 bis 15 Jahren.
Laut Krämer muss man schauen, was sich für das Unternehmen rechnet und was Kunden wollen. Für die Lösung der Energiefrage ist der Konzern nach seiner Auffassung nicht verantwortlich. Er meinte, dass genügend Erdgas als Treibstoff vorhanden ist und es im Moment nur eine Hemmschwelle gibt, diese Fahrzeuge auch zu kaufen. Univ. Prof. Dr. Lenz vom ÖVK sagte, dass es zwar bedenkliche Leckagen an Erdgaspipelines gibt aber Erdgas noch für 250 Jahre vorhanden ist. Seiner Meinung nach beträgt die Kraftstoffreichweite noch 40 Jahre (min. 40 bis 60 Jahre). Bedauerlich sei nur, dass z.B. in Kalifornien ungenutzt Erdgas abgefackelt wird. Dr. Böhme von der OMV bestätigt die Aussage zur Reichweite.
Folgen des Klimawandels, Peak Oil oder die Auswirkungen des Wachstums in China und Indien auf die Reserven scheinen den Herren von DaimlerChrysler, dem ÖVK sowie der OMV nicht bekannt zu sein. Das Weglassen von Tatsachen passt eventuell aber auch in die Werbestrategie (Bio–CNG). Gott sei dank hat der Österreichische Biomasseverband erkannt, dass Erdgas als Treibstoff keine Lösung darstellt und Hybrid– sowie Elektrofahrzeuge effizienter sind.
Leider war bei dieser Veranstaltung nichts davon zu hören, ob die gegenwärtige Mobilität überhaupt notwendig ist und, wie der dreifache Anstieg des Verbrauchs im Sektor Mobilität in Österreich seit 1970 nachhaltig zurückgefahren werden kann. Stichworte wie Kostenwahrheit, Chancengleichheit von Verkehrsträgern, Verlagerung von Verkehr, GüterBim etc. fielen leider nicht. Die Schlussfolgerung, warum diese Interessensvertreter an ihrem eigenen Ast sägen sollten ist in diesem Zusammenhang falsch. Immer klarere Darstellungen der Folgen des Klimawandels aber Innovationen in gesetzlicher und technologischer Hinsicht in China – letztere haben zum Glück keine Auswirkungen auf das Leben –, fordern zum Handeln auf.
AutorIn: :Renate Obholzer für Oekonews

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15.11.2006 | Autor*in: holler
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