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COP30 in Belém: Minister Totschnig fordert stärkere globale Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung

17.11.2025

Nur wenn die EU zeigt, dass Klimaschutz wirtschaftlich erfolgreich sein kann, wird sie international als glaubwürdiger Partner wahrgenommen.

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Bundesminister Norbert Totschnig © BMLUK / Paul Gruber

Österreichs Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig ist am Wochenende in Belém eingetroffen, wo er in der zweiten Verhandlungswoche der Weltklimakonferenz COP30 politische Gespräche führen wird. Die Erwartungen an die heurige Konferenz seien zwar „nicht allzu hoch“, betonte Totschnig bei seiner Ankunft – dennoch bleibe das Treffen „äußerst wichtig“, da der Klimawandel nur international bewältigt werden könne.


Fokus auf Treibhausgasreduktion
 

Auf der Agenda der COP30 stehen die drei Kernthemen Treibhausgasreduktion, Klimawandelanpassung und Klimafinanzierung. Totschnig erneuerte seine Forderung, die Emissionsreduktion ins Zentrum zu stellen:
„Die EU verantwortet nur noch sechs Prozent der globalen Treibhausgase – und dieser Anteil sinkt weiter. Entscheidend ist, dass nun alle Länder verbindliche Ziele festlegen und konsequente Maßnahmen setzen.“ Das Einhalten des 1,5-Grad-Ziels sei nur möglich, wenn die gesamte Weltgemeinschaft ihren Beitrag leiste. 


Blick auf den Amazonas: Biodiversität und Wiederaufforstung
 

Vor Beginn der politischen Beratungen besuchte Totschnig gemeinsam mit einem lokalen Experten ein Waldgebiet im Utinga State Park nahe Belém. Dort informierte er sich über Biodiversität, Wiederaufforstung und den Schutz des Regenwaldes, der wesentlich zur Wasserversorgung der Region beiträgt. 


Forstwirtschaft im Mittelpunkt – EU zeigt Flagge
 

Am Montag eröffnet Totschnig das Side Event „Nature at the Nexus: forests, biodiversity, and communities driving change“, an dem auch Brasiliens Ministerin für indigene Völker, Sônia Guajajara, teilnimmt. Der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder ist für Totschnig ein Kernanliegen:
„Nachhaltige und aktive Waldbewirtschaftung stärkt die Widerstandsfähigkeit der Wälder und ihre Fähigkeit, CO₂ langfristig zu speichern.“
 

Wälder seien „die grüne Lunge unseres Planeten“, reich an Biodiversität und zugleich bedeutende Ressourcenlieferanten. Auch Bergregionen, so Totschnig, würden in globalen Debatten häufig übersehen  -  dabei versorgen sie die Hälfte der Menschheit mit Süßwasser. 


Österreichs National Statement: „Vom Versprechen zum Umsetzen“

Am Montagabend hielt  Totschnig als ranghöchster österreichischer Vertreter das Nationale Statement bei den High-Level-Statements. Zentraler Tenor: Die Weltgemeinschaft ist zehn Jahre nach dem Pariser Abkommen noch nicht auf Kurs.

Der Minister hob darin folgende Punkte hervor:

  • 1,5 Grad in Gefahr: Extremwetter und steigende Temperaturen zeigen, dass alle Länder ihre Anstrengungen deutlich erhöhen müssen.

  • Vom Ziel zur Umsetzung: Erneuerbare Energien, Technologien und Klimaziele sind vorhanden – jetzt brauche es konsequente Umsetzungsschritte.

  • Klimaschutz und Wohlstand zusammendenken: Die EU müsse zeigen, dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum vereinbar seien. Klimapolitik müsse Innovationen fördern, den Standort stärken sowie bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen.

  • Wälder und Berge schützen: Intakte Ökosysteme sind zentrale Säulen des globalen Klimaschutzes und Grundlage für regionale Wertschöpfung sowie Ernährungssicherheit.

Totschnig betonte auch die Vorbildrolle Europas: Nur wenn die EU zeige, dass Klimaschutz wirtschaftlich erfolgreich sein kann, werde sie international als glaubwürdiger Partner wahrgenommen.

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17.11.2025 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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