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China wehrt sich gegen Spritfresser

10.01.2005

Ab 2005 dürfen in China nur noch Autos verkauft werden, die einen bestimmten Spritverbrauch nicht überschreiten

ja © http://www.bmu.de/de/txt/presse/bildarchiv/alle_bilder/
ja © http://www.bmu.de/de/txt/presse/bildarchiv/alle_bilder/
General Motors, DaimlerChrysler und Volkswagen werden ihre großen Modelle nicht mehr absetzen können. Ob Europa daraus lernt? Viele Autos, die VW, Daimler oder BMW in Deutschland ganz normal verkaufen, werden sie in China künftig nicht mehr absetzen können. Grund ist ein Umweltschutzgesetz, das zu Jahresbeginn in Kraft tritt: Alle Neuwagen müssen einen Grenzwert für den Spritverbrauch einhalten. Er liegt je nach Fahrzeuggewicht zwischen 6,2 Litern pro 100 Kilometer für Kleinwagen und 15,5 Litern für Kleinlaster.
So darf ein Auto wie der Golf (1.150 Kilo Gewicht) nicht mehr als rund 8,8 Liter verbrauchen oder ein Geländewagen wie der VW Touareg (gut 1.700 Kilo) nicht mehr als 12 Liter. Ab 2008 verschärfen sich die Werte auf 8 beziehungsweise 10,7 Liter. Damit lassen sich bei vielen Modellen größere Motorisierungen nicht mehr absetzen. "Vor allem die zweite Stufe ist anspruchsvoll, die erste noch nicht", urteilt Verkehrsexperte Axel Friedrich vom Umweltbundesamt, der sich vor Ort über das Gesetz informiert hat. "Rund 80 Prozent der von deutschen Herstellern heute verkauften Fahrzeuge können ab 2008 nicht mehr verkauft werden."
Einige Hersteller müssen sich aber auch bei der ersten Stufe schon deutlich umstellen. So haben die Fahrzeuge, die der amerikanische Autogigant General Motors (GM) in China im vergangenen Jahr verkaufte, nur zu 42 Prozent den 2005–Standard erfüllt. Das ermittelte das World Resources Institute (WRI). Betroffen sind vor allem die spritschluckenden Vans und Sport Utility Vehicles (SUVs), also Luxusgeländewagen wie der VW Touareg oder der zwei Tonnen schwere BMW X 5.
Auch GM baut solche Fahrzeuge, mit zumeist noch höheren Verbräuchen. Nur 4 Prozent der heute in China verkauften SUVs und Vans erfüllen laut WRI die Grenzwerte ab dem kommenden Jahr. Am besten vorbereitet sei der französische PSA–Konzern (Peugeot/Citroen). Dessen Fahrzeuge erfüllten bereits alle die 2008er–Norm, heißt es im WRI–Report.
Chinas Automarkt boomt, seit immer mehr Privatleute sich ein Auto leisten können. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz um 50 Prozent. In diesem Jahr schon werden dort mehr Neuwagen verkauft als in Deutschland. In den kommenden Jahren bis 2020 wird mit einem Wachstum von mehr als 7 Prozent jährlich gerechnet. Seit kurzem finden auch Luxuswagen reißenden Absatz. Denn in China ist es üblich, seinen Reichtum offen zur Schau zu stellen. Der Zuwachs an Fahrzeugen ist in den Metropolen so groß, dass sich Schanghai entschlossen hat, den Kauf von Neuwagen nur noch Inhabern entsprechender Lizenzen zu gestatten. Letztere sind begrenzt und werden öffentlich versteigert.
Dass sich die chinesische Regierung zu so einem Schritt durchrang, hat mit Schadstoffproblemen genauso zu tun wie mit dem Wunsch, die Abhängigkeit von Ölimporten in Grenzen zu halten. Während China 2002 nur knapp ein Drittel seines Rohölbedarfs importieren musste, wird es nach offiziellen Schätzungen 2007 schon mehr als die Hälfte sein. Es ist wahrscheinlich, dass China daher seine Obergrenzen auch nach 2008 weiter verschärfen wird.
In Europa gibt es keinerlei derartige Grenzwerte. Der Versuch der früheren Umweltkommissarin Ritt Bjerregaard, sie in der EU zu etablieren, scheiterte 1998 am Widerstand der Industrie. Der Europäische Automobilverband ACEA sagt aber zu, auf freiwilliger Basis den Flottenverbrauch bis 2008 auf 140 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer zu senken. Das entspricht dem Verbrauch eines Benziners von 6,2 Litern auf 100 Kilometer.
Dieser Wert gilt aber nur für den Durchschnitt, weshalb viele Kleinwagen den Durst der Luxusschlitten ausgleichen. Zudem ist dieses Ziel gefährdet, weil die Kunden immer mehr zu größeren und höher motorisierten Wagen greifen – und die Autoingenieure den Verbrauch nicht im selben Maße drosseln. "Die werden höchstwahrscheinlich mit ihrer Selbstverpflichtung scheitern", prophezeit Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der Verkehrsexperte ist sehr angetan vom chinesischen Ansatz, absolute Grenzwerte zu erlassen anstatt einen Durchschnittsverbrauch vorzugeben: "Hier können wir mal von den Chinesen lernen."
Das Umweltbundesamt verlangt schon lange, den Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen, schließlich mache man das bei allen anderen Schadstoffen auch, sagt Axel Friedrich. Auch in China habe es Widerstand gegeben. Doch "trotz Lobbyarbeit von VW" (Friedrich) kam das Gesetz durch.
Quelle: taz Nr. 7553 vom 31.12.2004

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10.01.2005 | Autor*in: litschauer
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