„Charge with Friends“ soll Österreichs größtes Depot-Ladenetz für Transportunternehmen werden
Der Druck auf die Transportbranche, klimafreundlicher zu werden, wächst – doch beim Laden von E-LKW hakt es oft noch. Öffentliche Ladeinfrastruktur gilt als teuer und unpraktisch. Genau hier setzt das Wiener Unternehmen kW-Solutions an: Mit der Plattform „Charge with Friends“ soll ein österreichweites Netzwerk für gemeinsam genutzte Depot-Ladestationen entstehen.
Immer mehr Transportunternehmen investieren in eigene Energieökosysteme – bestehend aus Photovoltaik, Batteriespeichern und Ladeinfrastruktur. Das bringt Unabhängigkeit von schwankenden Energiepreisen, führt aber auch zu einem Problem: Viele dieser Anlagen sind nicht voll ausgelastet.
Gleichzeitig wird das Laden außerhalb des eigenen Depots schnell teuer. Die Folge ist ein ineffizientes Nebeneinander vieler isolierter Ladelösungen.
Mit „Charge with Friends“ will kW-Solutions dieses System aufbrechen. Die Idee: Unternehmen öffnen ihre Ladeinfrastruktur für andere Betriebe und nutzen sie gemeinschaftlich. Über die Plattform können Anbieter und Nutzer einander finden, Preise festlegen und Ladevorgänge automatisiert abrechnen.
Ein Preisrahmen von etwa 30 bis 40 Cent pro Kilowattstunde soll das Laden auch unterwegs wirtschaftlich attraktiv machen – und damit eine echte Alternative zum Diesel bieten.
Geschäftsführer Korbinian Kasinger sieht darin einen entscheidenden Hebel: Die bessere Auslastung bestehender Infrastruktur könne das „Nadelöhr beim Laden unterwegs“ beseitigen und die Elektromobilität im Schwerverkehr deutlich beschleunigen.
Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Vision des Unternehmens: Mit der Softwarelösung „Charly® Transportation“ entwickelt kW-Solutions integrierte Systeme für Lade- und Energiemanagement. Ziel ist es, Elektromobilität effizient, sicher und vernetzt in bestehende Logistikstrukturen einzubinden.
„Charge with Friends“ steht dabei für einen grundlegenden Wandel: weg von abgeschotteten Einzellösungen, hin zu einem kooperativen Energiesystem, das vorhandene Ressourcen besser nutzt.
Sollte sich das Konzept durchsetzen, könnte es nicht nur die Kosten für Transportunternehmen senken, sondern auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur beschleunigen – ein entscheidender Faktor für die Dekarbonisierung des Güterverkehrs.
Die Idee ist einfach: Wer Strom übrig hat, teilt ihn. Und macht Elektromobilität damit für alle ein Stück praktikabler.
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