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Burgenland führt Lkw-Maut auf Freilandstraßen ein

16.08.2026

VCÖ begrüßt Ausweitung ab 2027 und fordert verursachergerechtere Finanzierung von Straßenschäden

renatao-LKW.jpg
LKW © RenataO pixabay.com
Eisenstadt/Wien  -  Ab Jänner 2027 wird im Burgenland auf mehreren Freilandstraßen eine Lkw-Maut eingehoben. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) begrüßt die geplante Einführung und sieht darin ein mögliches Modell für andere Bundesländer. Hintergrund sind unter anderem die hohen Belastungen, die schwere Lastkraftwagen für die Straßeninfrastruktur verursachen.

Betroffen sind künftig die B16 im Bezirk Eisenstadt-Umgebung, die B61a im Bezirk Oberpullendorf sowie die B63 und ein kurzer Abschnitt der B50 im Bezirk Oberwart. Nach den vorgestellten Plänen soll die Jahresmaut zwischen 650 und 1.000 Euro liegen.
 

Schwere Lkw belasten Straßen massiv

 

Wie stark schwere Fahrzeuge die Straßen beanspruchen, verdeutlichen die vom VCÖ angeführten Vergleichswerte: Ein dreiachsiger 26-Tonnen-Lkw verursacht demnach eine Straßenbelastung, die etwa 26.000 durchschnittlichen Pkw entspricht. Bei einem fünfachsigen 40-Tonnen-Lkw steigt der Vergleichswert auf rund 32.000 Pkw.
 

Für den VCÖ ist es deshalb sachgerecht, zumindest einen Teil der dadurch entstehenden Infrastrukturkosten den Verursachern anzulasten.
 

„Angesichts der massiven Budgetknappheit in den Ländern ist es richtig, zumindest einen Teil der Kosten für Straßenschäden verursachergerecht zu verrechnen“, sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Gerade aus Gründen der Verkehrssicherheit müssten Schäden an Straßen möglichst rasch behoben werden.
 

Sanierung der Straßen wird immer teurer

Die Debatte über die Lkw-Maut fällt in eine Zeit steigender Kosten für die Erhaltung des österreichischen Straßennetzes. Das rund 34.000 Kilometer umfassende Landesstraßennetz und das etwa 93.500 Kilometer lange Gemeindestraßennetz kommen zunehmend in die Jahre. Damit steigt der Aufwand für Generalsanierungen.
 

Zusätzlich verschärft der Klimawandel die Situation. Hitze, Starkregen, Überschwemmungen und andere Extremwetterereignisse setzen der Straßeninfrastruktur zunehmend zu und verursachen zusätzliche Schäden und Kosten.
 

Der VCÖ sieht daher Handlungsbedarf bei der Finanzierung der Infrastruktur. Die geplante burgenländische Maut könne dabei über die betroffenen Strecken hinaus Signalwirkung haben. Andere Bundesländer könnten das Modell aufgreifen und damit einen größeren Teil der von schweren Fahrzeugen verursachten Infrastrukturkosten verursachergerecht finanzieren.
 

Damit verbindet sich auch eine verkehrspolitische Frage: Je stärker schwere Fahrzeuge die Infrastruktur beanspruchen, desto weniger plausibel ist es aus Sicht des VCÖ, die daraus entstehenden Kosten überwiegend aus allgemeinen öffentlichen Budgets zu finanzieren.

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LKW © RenataO pixabay.com