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BUND warnt vor Gentechnik–Durchmarschgesetz in Deutschland

30.04.2007

Mindeststandards nicht aufweichen!

Berlin – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Deutschlands Agrarminister Horst Seehofer aufgefordert, die bestehenden Mindeststandards für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht aufzuweichen. Die Landwirtschaft in Deutschland brauche kein Gentechnik–Durchmarschgesetz. Das belege die hohe Zahl der Zusammenschlüsse von mehr als 30000 Landwirten in über 100 gentechnikfreien Regionen mit einer Gesamtfläche von mehr als einer Million Hektar.
Die Fläche auf der Gen–Mais der Firma Monsanto ausgesät werde, verdopple sich von 2006 auf 2007 auf etwa 2000 Hektar. Dies bedeute ein signifikant erhöhtes Risiko für gentechnikfrei wirtschaftende Landwirte. Im Falle einer Kontamination würden deren Ernten unverkäuflich.
Der Anteil gentechnisch veränderter Maisfelder beträgt im Bundesdurchschnitt 0,2 Prozent. Vier Fünftel der Anbaufläche liegen in Brandenburg, Mecklenburg–Vorpommern, Sachsen und Sachsen–Anhalt. Hinzu kommen Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen, darunter Weizen, Gerste, Raps, Kartoffeln und Erbsen. Insbesondere der sich in den letzen Jahren in Ostdeutschland bereits auf ein Zehntel der landwirtschaftlichen Fläche ausgeweitete Ökolandbau gerate dadurch in Bedrängnis.
Für Axel Kruschat vom Brandenburger BUND–Landesverband stehen die Risiken gentechnischer Pflanzen in keinem Verhältnis zum Nutzen: „Besonders beim Mais wird deutlich, dass man mit intensiver Agrarwirtschaft zuerst die Maisschädlinge heranzüchtet und dann kommt die Gentechnikindustrie und sagt, wir haben hier mit schädlingsresistenten Sorten die Lösung für das Problem. Mit den bewährten Methoden der Feldbearbeitung und abwechslungsreichen Fruchtfolgen lassen sich die Schädlinge aber effektiver und umweltfreundlicher bekämpfen.„
Hauptgrund für die Erweiterung der Anbauflächen mit gentechnisch veränderten Mais in Ostdeutschland sei die verstärkte Erzeugung von Rohstoffen für Biogasanlagen. In einem novellierten Erneuerbare–Energien–Gesetz müsse die Förderung des Biomasseanbaus an ökologische Standards geknüpft werden. Es dürfe keine Förderung gentechnisch veränderter Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe geben. Dem Klimaschutz sei mit der Förderung des Ökolandbaus wesentlich mehr gedient. Nicht zertifizierte und gentechnisch veränderte Biokraftstoffe dürften außerdem nicht importiert werden.
Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: „Die gestern von Umweltminister Gabriel angekündigte exzessive Ausweitung des Einsatzes von Biokraftstoff führt in die falsche Richtung. Ein überzogener Anbau von womöglich auch noch gentechnisch manipulierten Energiepflanzen für Sprit fressende Autos hilft weder der Umwelt noch dem Klima. Das führt nur zu einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft.„
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30.04.2007 | Autor*in: holler
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