BUND: Bäume sind natürliche Klimaanlagen gegen die Hitze
Berlin - Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor den zunehmenden Belastungen durch Hitzewellen in Städten und hebt die zentrale Rolle von Bäumen für das Stadtklima hervor. Gleichzeitig ruft der Umweltverband zur Beteiligung an der „Mein Baum“-App auf, mit der Bürger*innen Stadtbäume erfassen und schützen können.
Hitzewellen, tropische Nächte und aufgeheizte Wohnungen setzen vor allem städtische Räume zunehmend unter Druck. Versiegelte Flächen, fehlender Schatten und geringe Durchlüftung führen zu sogenannten städtischen Hitzeinseln, in denen es deutlich wärmer ist als im Umland. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere sowie Menschen mit Vorerkrankungen – aber auch gesunde Menschen leiden unter den Auswirkungen von Hitze auf Gesundheit und Arbeitsfähigkeit.
Straßenbäume und Stadtgrün wirken diesem Effekt entgegen. Durch Verdunstung und Schatten senken sie die Umgebungstemperatur spürbar und verbessern das Mikroklima. Gleichzeitig stehen sie selbst zunehmend unter Stress durch Trockenheit, Hitze und ungünstige Standortbedingungen. Viele Städte verzeichnen zudem einen Nettoverlust an Bäumen: In Berlin etwa wurden zuletzt deutlich mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt.
„In Stadtzentren ist es in Sommernächten nicht selten bis zu zehn Grad wärmer als auf dem Land. Deshalb ist vor allem in den Städten der Schutz von Stadtnatur und Bäumen wichtig“, sagt Christian Hönig, Abteilungsleiter Biodiversität beim BUND. Gleichzeitig kritisiert er Lücken im kommunalen Baumschutz und unvollständige Baumkataster.
Um den Schutz von Stadtbäumen zu stärken, setzt der BUND gemeinsam mit der Technischen Universität München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf auf Bürgerbeteiligung. Mit der kostenlosen „Mein Baum“-App können Nutzer*innen Bäume erfassen, ihren Zustand dokumentieren und Standorte kartieren. Die Daten fließen in eine gemeinsame Datenbank und sollen Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft besser vernetzen.
Ziel ist es, Wissenslücken zu schließen und den Schutz von Stadtbäumen zu verbessern. Auch ganze Alleen oder neue Baumstandorte können gemeldet werden. Die App bietet zudem Möglichkeiten für Gruppen und Schulklassen sowie einen Community-Bereich für Austausch und gemeinsame Aktionen.