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Bürgerinitiative kämpft weiterhin für Wiedererrichtung der S80-Station Lobau

28.04.2026

Station als Umsteigeknoten neu denken

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© Bürgerinitiative S80 Lobau

Die ehemalige S-Bahn-Station Wien Lobau ist für viele weit mehr als ein aufgegebener Haltepunkt: Sie gilt als potenzieller Verkehrsknoten mit Bedeutung für große Teile der Stadt. Seit ihrer Stilllegung im Jahr 2014 setzt sich die Bürgerinitiative (BI) S80 Lobau kontinuierlich für ihre Wiedererrichtung ein – und hat ihr Anliegen nun erneut auf höchster Ebene eingebracht.
 

Im April 2026 suchte eine Delegation der Initiative das Gespräch im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Ein Termin mit Bundesminister Peter Hanke kam zwar nicht zustande, stattdessen traf die BI  jedoch auf den Sektionsleiter-Stellvertreter Dipl.-Ing. Ulrich Flamm, einen Experten für strategische Eisenbahninfrastruktur. Das Gespräch fiel mit rund 30 Minuten kürzer aus als geplant, verlief jedoch aus Sicht der Initiative  äußerst konstruktiv: Flamm zeigte sich mit der Problematik vertraut und offen für die Argumente der Bürgerinitiative. 
 

Mehr als eine lokale Station
 

Im Zentrum der Forderung steht die Idee, die Station Lobau nicht nur als lokalen Haltepunkt, sondern als leistungsfähigen Umsteigeknoten neu zu denken. Die Initiative argumentiert, dass eine Wiedererrichtung weitreichende Effekte für den öffentlichen Verkehr in Wien hätte.
 

So könnten etwa die derzeit stark auf die U-Bahn ausgerichteten Buslinien 92A/B, 93A und 96A deutlich aufgewertet werden. Durch eine direkte Anbindung an die S-Bahn würden sie an Effizienz und Attraktivität gewinnen. Gleichzeitig würde sich die Erreichbarkeit der Naherholungsgebiete rund um Neue Donau und Lobau erheblich verbessern – insbesondere für jene Wiener Bezirke, die bislang nur eingeschränkten Zugang zu Grünräumen haben.
 

Nach Einschätzung der BI könnte sich die Zahl der öffentlich erreichbaren Verbindungen – direkt oder mit einmaligem Umsteigen – durch einen solchen Verkehrsknotenpunkt vervielfachen. Darüber hinaus würde die Station auch infrastrukturelle Probleme entschärfen: Eine sichere Querung der stark befahrenen Raffineriestraße sowie der Ölhafenbahn, auf der es bereits zu tödlichen Unfällen gekommen ist, könnte im Zuge eines Neubaus mitgedacht werden.
 

Kapazitätsfragen und langfristige Planung
 

Seitens des Ministeriums wurde jedoch auch auf bestehende Herausforderungen hingewiesen. Die Bahnstrecke zwischen Stadlau und Simmering gilt bereits heute als stark ausgelastet, ein zusätzlicher Halt würde den Betrieb erschweren.

Die Bürgerinitiative hält dagegen: Ein viergleisiger Ausbau dieser Strecke sei seit Jahrzehnten vorgesehen und teilweise bereits vorbereitet. So wurde etwa im Zuge der Anhebung der Stadlauer Ostbahnbrücke im Jahr 1995 die Trasse im Prater entsprechend verbreitert. Auch aktuelle Planungen – etwa im Fachentwurf zum Eisenbahn-Zielnetz 2040 – sehen diesen Ausbau vor.
 

Vor diesem Hintergrund erscheint es der Initiative unverständlich, warum dieses Potenzial nicht genutzt wird – zumal der Ausbau des öffentlichen Verkehrs eine zentrale Rolle bei der Erreichung gesetzlich verankerter Klimaziele spielt.
 

Weiterer politischer Druck geplant
 

Die Bürgerinitiative zeigt sich nach dem Gespräch im Ministerium vorsichtig optimistisch. Das Anliegen sei auf grundsätzliches Wohlwollen gestoßen, nun wolle man den Dialog mit weiteren Entscheidungsträgern fortsetzen.

Ein nächster wichtiger Termin steht bereits bevor: Am 6. Mai wird eine Petition zur Wiedererrichtung der Station Lobau im Wiener Petitionsausschuss behandelt. Begleitend dazu ist für 14 Uhr eine Kundgebung vor dem Wiener Rathaus geplant. 

 

Weitere Informationen zur Initiative finden sich unter: www.s80lobau.org 

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28.04.2026
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