BRV unterstützt EU-Pläne für einheitliche Recycling-Baustoff-Regeln
Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einheitlichen Regelungen für Recycling-Baustoffe. 2026 soll der „Circular Economy Act“ kommen, der europaweit klare Vorgaben für die Kreislaufwirtschaft bringen soll. Für den Bausektor werden bereits mit den Mitgliedsstaaten die Grundlagen geschaffen – auch Österreich ist eingebunden.
Österreich als Vorreiter
„Österreich gehört beim Baustoff-Recycling zur europäischen Spitze“, betont Thomas Kasper, Vorsitzender des Baustoff-Recycling Verbandes (BRV). Seit fast zehn Jahren regelt die Recycling-Baustoffverordnung, dass aufbereitete Materialien die gleichen Produkteigenschaften wie Primärrohstoffe haben. Mit einer Recyclingquote von fast 90 %, einem Deponieverbot für Asphalt, Beton, Straßenaufbruch und Gleisschotter sowie klaren Qualitätsstandards gilt Österreich europaweit als Vorbild.
Europäische Ziele
Die EU plant, Beton, Ziegel und Mauerwerk nach entsprechender Aufbereitung zum Produkt zu erklären – damit verlieren sie ihren Abfallstatus. Vorgesehen sind unter anderem verpflichtende Voruntersuchungen vor Abbrüchen, digitale Genehmigungen, strenge Schadstoffkontrollen und regelmäßige chemische Analysen.
BRV-Forderungen
Der BRV begrüßt die Initiative, will jedoch Verbesserungen erreichen: etwa die Einbeziehung von Asphalt und Bodenaushub, nationale Grenzwertfestlegungen sowie ergänzende Regelungen für Materialien, die nicht unter das EU-Abfallende fallen.
Vorteile für Österreich
Durch die neuen EU-Regeln könnten grenznahe Betriebe leichter international arbeiten, und Recycling würde stärker in europäische Normen einfließen. „Mit 35 Jahren Erfahrung wird der Anpassungsaufwand in Österreich gering sein“, so BRV-Geschäftsführer Tristan Tallafuss, der zugleich zur Jubiläumsfeier am 2. Oktober 2025 einlädt.