Brasilien: Städte und Regionen beschleunigen Klimaschutzmaßnahmen
Brasilien treibt den kommunalen Klimaschutz voran: Mehr als 30 Städte und zwei Bundesstaaten wurden für das sogenannte „Mutirão-Programm“ ausgewählt, das die Umsetzung konkreter Klimaprojekte bis 2027 beschleunigen soll. Die Initiative wird von den Organisationen C40 Cities und Global Covenant of Mayors for Climate & Energy getragen und von Bloomberg Philanthropies unterstützt.
Im Fokus stehen vor allem nachhaltige Mobilität, Abfallmanagement und Klimabudgetierung. Insgesamt beteiligen sich Städte aus 19 Bundesstaaten – darunter Metropolen wie Rio de Janeiro, São Paulo und Salvador. Auch die Amazonasregion spielt eine zentrale Rolle: Elf der ausgewählten Städte liegen dort, sechs von ihnen erhalten zusätzlich Unterstützung bei der Entwicklung umfassender Klimaschutzpläne.
Zu den geplanten Maßnahmen zählen unter anderem die Einführung von rund 600 Elektrobussen, der Ausbau von Radwegen sowie die Modernisierung von Stadtvierteln. In Belo Horizonte soll etwa das Bussystem elektrifiziert werden, während Belém sein historisches Zentrum fußgängerfreundlich umgestaltet. Im Bereich Abfallwirtschaft sind Projekte vorgesehen, die jährlich rund 20.000 Tonnen organische Abfälle verarbeiten und damit bis zu 35.000 Tonnen klimaschädliche Methanemissionen vermeiden könnten.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Amazonasgebiet: Städte wie Rio Branco oder Boa Vista sollen ihre Klimastrategien stärken und widerstandsfähiger gegenüber Extremwetterereignissen werden. Gleichzeitig werden konkrete Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung umgesetzt, etwa in den Bereichen öffentlicher Verkehr und Kreislaufwirtschaft.
Das Mutirão-Programm zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen nationaler Politik und Kommunen ist. Ziel ist es, Klimaziele nicht nur zu formulieren, sondern vor Ort umzusetzen – dort, wo die Auswirkungen des Klimawandels am stärksten spürbar sind.