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Brandgefahr im trockenen Wald: Alpenverein, Naturfreunde und Bundesforste rufen zu Achtsamkeit auf

02.05.2026

Jegliche Zündquellen – etwa offenes Feuer, Zigaretten oder Glut – sind strikt zu vermeiden: Schon ein kleiner Funke kann in trockener Vegetation einen Waldbrand auslösen.

Waldbrand.jpg
Waldbrandübung in Niederösterreich © oebf/M. Skopal

Die Waldbrände im Kärntner Lesachtal und in der Steiermark in den letzten Tagen zeigen, wie rasch sich Feuer in trockenen Wäldern ausbreiten kann und wie aufwendig die Bekämpfung in steilem, unwegsamem Gelände ist. Auch Regen bringt nicht sofort Entwarnung: Glutnester können tief im Boden weiterbrennen und Einsatzkräfte noch Tage beschäftigen.

Für das kommende Wochenende wird in vielen Regionen Österreichs sonniges, warmes bis frühsommerliches Wetter erwartet. Damit zieht es wieder viele Menschen zum Wandern, Spazieren und Erholen in Wald und Berge. Der Österreichische Alpenverein, die Naturfreunde Österreich und die Österreichischen Bundesforste appellieren daher gemeinsam an alle Erholungssuchenden, besonders achtsam unterwegs zu sein.
 

80 Prozent durch Menschen verursacht
 

„Wer am Wochenende im Wald und auf Bergen unterwegs ist, kann ganz konkret dazu beitragen, Brände zu verhindern“, sagt Georg Rothwangl, Abteilung Raumplanung und Naturschutz des Österreichischen Alpenvereins. „Gerade im Frühjahr kann der Eindruck täuschen: Während es bereits grün wird, sind trockenes Laub, Gras, Nadeln, Reisig und Humusschichten vielerorts leicht entzündlich. Unser Appell lautet daher: kein Feuer, nicht rauchen, lokale Verbote beachten und bei Rauch oder Flammen sofort die Feuerwehr alarmieren.“

Auch die Österreichischen Bundesforste, die rund 15 % der heimischen Wälder betreuen, mahnen zur Vorsicht. „Rund 80 Prozent der Waldbrände in Österreich werden durch Menschen ausgelöst. Achtlos weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer, Grillen oder heiße Glutreste können bei Trockenheit gravierende Folgen für die Natur haben“, sagt Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der Österreichischen Bundesforste. „Wir setzen in der Waldbrandvorsorge auf Bewusstseinsbildung, Zusammenarbeit mit Feuerwehren und klimafitte, artenreiche Mischwälder mit einer stabilen Humusschicht, die Feuchtigkeit gut speichert. Aber der wichtigste Beitrag beginnt beim Verhalten jedes und jeder Einzelnen im Wald.“

„Gerade an schönen Wochenenden zieht es viele Menschen in die Natur. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, dass schon kleine Unachtsamkeiten große Folgen haben können. Wer draußen unterwegs ist, trägt Verantwortung – für sich selbst, für andere und für unsere Natur“, sagt Regina Hrbek, Leitung Umweltabteilung der Naturfreunde Österreich: „Achtsamkeit ist der beste Brandschutz.“
 

Was zu beachten ist:

 

  • Nicht rauchen. Zigaretten und Zündhölzer haben im Wald und in Waldnähe nichts verloren. Glimmende Stummel niemals wegwerfen – auch nicht am Wegrand, auf Forststraßen oder Parkplätzen. Zigarettenstummeln gehören in den Müll und nicht in die Natur.

  • Kein offenes Feuer entzünden. Lagerfeuer, Grillen, Fackeln, Kerzen, Gaskocher oder Feuerstellen sind grundsätzlich im Wald verboten und bei Trockenheit noch dazu gefährlich. Wo Waldbrandverordnungen gelten, sind Feuer und Rauchen im Wald und in Waldnähe ausdrücklich verboten.

  • Keine Glut oder Asche zurücklassen. Auch vermeintlich erloschene Glut kann wieder aufflammen. Heiße Kohle, Asche oder Brandreste dürfen nicht im Wald entsorgt werden.

  • Müll wieder mitnehmen. Glas, Dosen, Verpackungen und anderer Abfall gehören nicht in die Natur. Sie belasten den Wald und können im Zusammenspiel mit Sonneneinstrahlung, Hitze, Trockenheit und menschlichem Fehlverhalten zusätzliche Risiken schaffen.

  • Autos nicht auf trockenem Gras abstellen. Heiße Fahrzeugteile können trockene Vegetation entzünden. Parken Sie nur auf ausgewiesenen Flächen.

  • Sperren und Hinweise beachten. Wenn Wege, Waldflächen oder Zufahrten aufgrund von Waldbrandgefahr gesperrt sind, gilt: unbedingt respektieren und ausweichen.

  • Bei Rauch oder Feuer sofort 122 wählen. Wer Rauch, Flammen oder Glutnester entdeckt, sollte umgehend die Feuerwehr alarmieren, den Standort möglichst genau beschreiben und sich selbst nicht in Gefahr bringen.
     

Klimawandel erhöht das Risiko

 

Nicht jeder einzelne Waldbrand und nicht jede Trockenphase lässt sich unmittelbar auf den Klimawandel zurückführen. Klar ist aber: Steigende Temperaturen, häufigere Hitzeperioden und längere Trockenphasen erhöhen das Risiko für Wald- und Vegetationsbrände. Besonders betroffen sind Schutzwälder in alpinen Lagen. „Wenn sie brennen, gehen nicht nur Lebensräume verloren, auch ihre Schutzwirkung gegen Steinschlag, Erosion, Muren oder Lawinen kann geschwächt werden“, betont Georg Rothwangl. Umso wichtiger ist es, diesen natürlichen Schutzschild im Alpenraum zu bewahren, denn sind Flächen einmal zerstört, brauchen diese Jahrzehnte, um sich zu regenerieren. 
 

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Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Sonntag, 7. Juni 2026, 69.308 Artikel Online

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