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Bayr: Thema Ozonloch durch Abänderung der Montrealer Protokolle nicht vom Tisch

07.07.2004

Die heutige Abänderung des Montrealer Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, nimmt Petra Bayr, SPÖ–Nationalrätin im Umweltausschuss zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass damit das Thema Ozonloch leider nicht vom Tisch ist.

Wien (SK) Vor dreißig Jahren wurde erstmals von der Zeitschrift Nature die Ausdünnung der Ozonschicht über der Antarktis beschrieben – und es wird nochmals mehr als dreißig Jahre dauern, bis die bereits von uns gesetzten Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht überhaupt greifen werden. Bayr dazu: "Manche Treibhausgase, die vor zwanzig Jahren benutzt wurden und inzwischen längst verboten sind, sind noch gar nicht in der Stratosphäre angelangt – deren Wirkung werden wir erst zu spüren bekommen." Bayr erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass Ende letzten Sommer (also im antarktischen Winter) das Ozonloch eine Größe von 28,2 Mio. km2 hatte – das entspricht einer Fläche, die beinahe dreimal so groß wie Europa ist.
Es gelte als Tatsache, dass unsere Nachfahren keine Überlebenschance auf diesem Planeten haben werden, wenn es uns nicht gelingt, die Zerstörung unserer Ozonschicht zu verhindern. Die ungefilterte UV–Strahlung habe nicht nur die bekannten Folgen des Hautkrebses für die Menschen, sie schädigen das Erbgut und zerstören die Pflanzenwelt bereits am Beginn der Nahrungskette.
Außerdem ist die UV B–Empfindlichkeit von Sojabohnen, Bohnen, Erbsen, Weizen, Reis und Erdäpfel nachgewiesen und als SPÖ–Bereichssprecherin für Entwicklungszusammenarbeit weist Bayr darauf hin, dass es natürlich auch desaströse Folgen hat, wenn dadurch eine schlechtere Ausbeute der Grundnahrungsmittel weitreichende Folgen bringt. Besonders in den Entwicklungsländern seien die Menschen auf Eigenversorgung angewiesen.
Der durch das Ozonloch verursachte Klimawandel mit den dazu gehörigen Wetterkapriolen von Dürre und Flutkatastrophen bis hin zur Zunahme von Wirbelstürmen – und diese Tendenz ist im Steigen begriffen – bedeutet für die südliche Halbkugel durch die Vernichtung ihrer agrarischen Lebensgrundlage eine zusätzliche Existenzbedrohung. Die Unterzeichnung der Änderung des Montrealer Protokolls war zwar wichtig, zumal ohne Alternative und Bayr ist zufrieden mit der diesbezüglichen Einstimmigkeit im Parlament, aber es muss daran erinnert werden, dass dieses weltweite Problem gut zwanzig Jahre zu spät begonnen wurde zu bekämpfen. "Und was ist mit unserer österreichischen Verpflichtung zum Kyoto–Ziel? In Österreich sind wir leider tonnenweise von unseren Verpflichtungen entfernt – anstatt eines zugesagten Minus von 13 Prozent von klimarelevanten Emissionen halten wir derzeit bei einem Plus von zehn Prozent!". Bayr weiter: "Die Bundesregierung sollte Klimaschutz nicht immer nur als Bürde sehen, sondern verstehen, dass darin große Chancen für die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Entwicklung im Technologiebereich und damit für Wertschöpfung und nachhaltiges Wirtschaften liegt!", so Bayr abschließend.
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
*** OTS–ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0182 2004–07–07/13:19

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07.07.2004 | Autor*in: holler
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