Batteriespeicher werden immer billiger – andere Ökostrom-Technologien ziehen an
Rekordtief bei Batteriespeicherpreisen
Besonders dynamisch ist die Entwicklung bei Energiespeichern: Die Kosten für ein typisches vierstündiges Batteriespeicherprojekt sanken 2025 um 27 Prozent auf nur noch 78 US-Dollar pro Megawattstunde (MWh) – ein neuer Tiefstwert seit Beginn der Erhebungen von Bloomberg NEF im Jahr 2009.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem günstigere Batterien, wachsender Wettbewerb und effizientere Systemdesigns. Der Effekt ist bereits sichtbar: 2025 wurden weltweit Projekte mit 87 Gigawatt kombinierter Leistung aus Solarenergie und Speichern installiert, die Strom im Schnitt für 57 US-Dollar/MWh liefern können.
Im Gegensatz dazu steigen die Kosten vieler erneuerbarer Technologien wieder an. Ein typischer Solarpark verteuerte sich um 6 Prozent auf 39 US-Dollar/MWh, Onshore-Wind liegt global bei etwa 40 US-Dollar/MWh, Offshore-Wind sogar bei rund 100 US-Dollar/MWh.
Als Gründe nennt der Bericht unter anderem gestörte Lieferketten, geringere Ressourcenverfügbarkeit und Marktveränderungen – insbesondere in China.
Noch deutlicher zeigt sich der Trend bei fossilen Kraftwerken: Neue Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) verteuerten sich 2025 um 16 Prozent auf 102 US-Dollar/MWh – ein historischer Höchststand.
Steigende Nachfrage, etwa durch energieintensive Rechenzentren, sowie Engpässe bei Turbinen treiben die Kosten weiter nach oben. In wichtigen Märkten wie den USA ist Windkraft damit wieder günstiger als neue Gaskraftwerke, was erneuerbaren Energien trotz der derzeitigen Politik der USA einen Boost egeben wird
Die sinkenden Kosten für Batteriespeicher könnten das Energiesystem grundlegend verändern. Sie ermöglichen es, Strom aus Sonne und Wind flexibel zu nutzen, Preisspitzen zu glätten und fossile Spitzenlastkraftwerke zu ersetzen.
In mehreren Märkten liegen die Kosten für Batteriespeicher bereits unter 100 US-Dollar/MWh – eine Schwelle, die sie zunehmend konkurrenzfähig macht.
Trotz aktueller Kostensteigerungen erwartet BloombergNEF langfristig wieder sinkende Preise: Bis 2035 könnten die Stromgestehungskosten um 30 Prozent bei Solarenergie, 25 Prozent bei Batteriespeichern, 23 Prozent bei Onshore-Wind und 20 Prozent bei Offshore-Wind zurückgehen.
Die zentrale Botschaft: Während kurzfristige Krisen und Engpässe die Preise einzelner Technologien treiben, beschleunigen Innovation und Wettbewerb langfristig den Übergang zu einem Stromsystem, das auf erneuerbaren Energien und Speichern basiert.