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Batterie-Recycling auf neuem Level: Modulare Konzepte für die Kreislaufwirtschaft

06.04.2026

Die Zukunft der Elektromobilität entscheidet sich nicht nur auf der Straße, sondern auch am Ende des Lebenszyklus von Batterien.

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Wilhelm Rupertsberger (Abteilungsleiter Kunststoff und Recycling bei Fill) und Martin Muik (Abteilung F&E bei Fill) beim "BattBox"-Abschlussmeeting. © Business Upper Austria
Wie sich diese effizient, sicher und wirtschaftlich recyceln lassen, stand im Zentrum des Forschungsprojekts „BattBox“. Nach mehr als drei Jahren präsentierte ein Konsortium rund um den oberösterreichischen Anlagenbauer Fill Gesellschaft m.b.H.  vor kurzem seine Ergebnisse: ein modulares Zerlegekonzept für Antriebsbatterien, ergänzt durch eine neuartige Bewertungsmethodik und fundierte wirtschaftliche Analysen. Initiiert und begleitet wurde das Projekt vom Business Upper Austria im Rahmen des Automobil-Clusters.
 Drei Jahre Forschung für skalierbare Lösungen 

Im Projekt „BattBox“ wurden unterschiedlichste Batterietypen – von Rundzellen über prismatische Zellen bis hin zu Pouchzellen – analysiert. Untersucht wurden Systeme internationaler Hersteller aus Europa, den USA und China. Ziel war es, automatisierte Zerlegeprozesse zu entwickeln, die sowohl sicher als auch industriell skalierbar sind.
 

Das Ergebnis ist ein flexibles Anlagenkonzept, das sich an verschiedene Zelltypen, Mengen und Sicherheitsanforderungen anpassen lässt. Gerade diese Modularität gilt als entscheidender Faktor, um auf die dynamische Entwicklung des Marktes reagieren zu können.

 

Neue Bewertungsmethodik: Von E=mc² zu (PFM)²EA 

Ein zentrales Element des Projekts ist eine neu entwickelte Bewertungsmethodik mit dem Namen (PFM)²EA – eine Anlehnung an die berühmte Formel E=mc². Hinter der Abkürzung steht eine Kombination aus „Process Failure Mode“ und „Product Failure Mechanism Effect Analysis“.

Der Ansatz ermöglicht es, komplexe Wechselwirkungen zwischen Prozessparametern und Batterieeigenschaften systematisch zu analysieren. So kann beispielsweise eine schnellere Zerlegung zwar die Wirtschaftlichkeit erhöhen, gleichzeitig aber durch höhere Temperaturen die Restlebensdauer der Zellen beeinträchtigen – und damit deren Eignung für eine mögliche Second-Life-Nutzung reduzieren.
 

Mit (PFM)²EA lassen sich solche Zielkonflikte sichtbar machen und optimierte Anlagenkonzepte entwickeln, die sowohl wirtschaftliche als auch qualitative und sicherheitstechnische Aspekte berücksichtigen.
 

Flexibilität schafft Planungssicherheit 

Für Anlagenbetreiber bietet die Methodik einen entscheidenden Vorteil: Sie macht die Auswirkungen einzelner Prozessparameter transparent. Kunden können gezielt entscheiden, ob sie ihre Anlage stärker auf Effizienz, Sicherheit oder Produktqualität ausrichten wollen.
 

Damit werden Investitionen besser planbar, Risiken frühzeitig erkennbar und die Qualität der zurückgewonnenen Materialien präziser bewertbar – ein wichtiger Schritt für die Industrialisierung des Batterie-Recyclings in Europa.
 

Wachstumsmarkt mit hoher Dynamik 

Das Projekt zeigt auch, wie stark die Bedeutung des Batterie-Recyclings bereits zunimmt. Steigende Mengen an Altbatterien, neue Second-Life-Anwendungen und der wachsende Bedarf an kritischen Rohstoffen treiben die Branche an.

Erste Unternehmen haben bereits Interesse an der entwickelten Technologie bekundet, konkrete Angebote – etwa an deutsche Firmen – wurden bereits gelegt. Die im Projekt entwickelten Anlagenkonzepte basieren dabei auf realen industriellen Anforderungen und wurden entsprechend praxisnah ausgelegt.
 

Schlüsseltechnologie für die Kreislaufwirtschaft 

Für die Recyclingbranche markiert „BattBox“ einen wichtigen Meilenstein. Die zunehmende Automatisierung gilt als entscheidender Hebel, um künftig große Mengen an Batterien sicher und ressourcenschonend verarbeiten zu können.

Auch aus Sicht der Industrie wird deutlich: Batterie-Recycling entwickelt sich zu einer Schlüsseltechnologie für die Kreislaufwirtschaft und für die Sicherung strategisch wichtiger Rohstoffe in Europa. Die im Projekt entwickelte Methodik und Anlagenarchitektur könnten künftig auch auf andere energieintensive Produkte übertragen werden.
 

Starke Partnerschaft 

Am Projekt beteiligt waren neben Fill unter anderem die Technische Universität Graz, die AVL List GmbH sowie der Automobil-Cluster von Business Upper Austria. Gemeinsam haben sie eine Grundlage geschaffen, auf der die nächste Generation industrieller Recyclinganlagen aufbauen kann.

Mit „BattBox“ wird deutlich: Effizientes Batterie-Recycling ist kein Zukunftsthema mehr – sondern ein entscheidender Baustein für die nachhaltige Industrie von morgen.

BATTBOX ohne Text.jpg
Geplante Anlage zum Batterie-Recycling von FILL © FILL

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06.04.2026
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Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Dienstag, 12. Mai 2026, 69.051 Artikel Online

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