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Bahnreisen durch Europa künftig einfacher: Mit nur einem Klick zum Ticket!

13.05.2026

Neues Ticketingsystem für einfachere Bahnreisen durch Europa

Wien/Brüssel – Die Europäische Kommission präsentiert heute ihr lang erwartetes Fahrgast- und Eisenbahnpaket. Im Zentrum steht ein neues europäisches Ticketingsystem, das grenzüberschreitende Bahnreisen künftig deutlich einfacher machen soll. Ziel des Pakets ist es, Bahnfahren in Europa attraktiver, transparenter und konsument:innenfreundlicher zu gestalten.
 

Bislang gilt die Buchung internationaler Zugreisen in Europa als kompliziert: Unterschiedliche Anbieter, mehrere Tickets, fehlende Anschlussgarantien und unübersichtliche Buchungsplattformen schrecken viele Reisende ab. Künftig soll ein europaweites „Single Ticketing“ ermöglichen, Tickets verschiedener Bahnanbieter zentral und digital über eine Plattform zu buchen.
 

Für die Tiroler EU-Abgeordnete Sophia Kircher, Verkehrssprecherin der ÖVP im Europaparlament und stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses, hat das Projekt enorme Bedeutung. „Single Ticketing ist das neue Roaming“, erklärt sie. So wie der Wegfall der Roaming-Gebühren Europa für Bürger:innen im Alltag greifbar gemacht habe, könne auch ein einheitliches Bahnticket grenzüberschreitendes Reisen deutlich erleichtern.
 

Kircher fordert, dass künftig „ein Klick für die Buchung reicht“. Ihr Ziel fasst sie mit dem Slogan „Ein Klick, ein Ticket, ein Europa“ zusammen. „Es darf nicht einfacher sein, einen Flug nach Australien ans andere Ende der Welt zu buchen als eine Zugfahrt von Wien nach Prag. Wenn Europa grenzenlos sein will, muss das auch beim Ticketkauf gelten“, betont sie.
 

Auch der SPÖ-EU-Abgeordnete und verkehrspolitische Sprecher Andreas Schieder begrüßt die Initiative als wichtigen Schritt für Bahnreisende in Europa. „Wer schon einmal eine Bahnreise durch Europa gebucht hat, weiß, wie mühsam es ist, sich die passenden Verbindungen zusammenzustellen“, erklärt Schieder. Reisende müssten sich derzeit durch verschiedene Plattformen kämpfen, mehrere Einzeltickets kaufen und stünden bei Verspätungen oder Ausfällen oft vor unklaren Zuständigkeiten.

Während Flugreisen längst mit wenigen Klicks vergleichbar und buchbar seien, gleiche Bahnfahren in Europa noch immer einem „Ticket-Dschungel“. „Es kann nicht sein, dass es einfacher ist, einen Flug ans andere Ende der Welt zu buchen als eine Zugreise von Wien nach Lissabon“, so Schieder. Genau deshalb sei es nun an der Zeit, „Europa auf Schiene zu bringen“.
 

Nach Ansicht Kirchers könnte ein funktionierendes Single Ticketing internationale Zugreisen massiv stärken. Einfachere Buchungen würden die Nachfrage erhöhen, was wiederum zu einem größeren Angebot und langfristig günstigeren Ticketpreisen führen könnte. Bereits neue internationale Verbindungen – etwa zwischen Mailand und München über den Brenner – würden zeigen, welches Potenzial in einem besser vernetzten europäischen Bahnverkehr steckt.

Studien gehen davon aus, dass die Zahl der Bahnreisenden auf Langstrecken um mehr als 40 Prozent steigen könnte, wenn die Buchung einfacher und transparenter gestaltet wird.

Für Schieder macht das Vorhaben zudem deutlich, dass starke Fahrgastrechte kein Wettbewerbsnachteil seien. „Im Gegenteil: Sie machen Reisen verlässlicher, transparenter und für Konsument:innen attraktiver“, betont er. Dieser Grundsatz müsse auch im Flugverkehr gelten. Kritisch sieht Schieder deshalb Bestrebungen einzelner Airlines, die aktuelle Öl- und Kerosinkrise als Anlass zu nutzen, um bestehende Fluggastrechte abzuschwächen.

„Wer Konsument:innenschutz schwächt, stärkt nicht die Wettbewerbsfähigkeit, sondern macht Reisen unsicherer und unattraktiver“, warnt Schieder. Fahrgastrechte dürften „nicht bei der ersten Krise über Bord geworfen werden“. Reisende bräuchten starke Rechte – unabhängig davon, ob sie mit dem Zug oder mit dem Flugzeug unterwegs seien.

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