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Aus für rotes Dauerblinken:  Start für neue Nachtkennzeichnung für Windräder in Niederösterreich

20.04.2026

Mit einem technologischen und politischen Schulterschluss beginnt in Niederösterreich eine neue Phase der Windkraftnutzung

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Landtagspräsident Karl Wilfing, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und EVN Vorstandsdirektor Stefan Stallinger © NLK Burchhart

Das weithin sichtbare rote Dauerblinken von Windrädern in der Nacht soll der Vergangenheit angehören. Stattdessen kommt erstmals in Niederösterreich die sogenannte bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung zum Einsatz – ein System, das die Beleuchtung nur dann aktiviert, wenn sich tatsächlich ein Flugobjekt nähert.
 

Für viele Anrainerinnen und Anrainer bedeutet das eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität. „Unnötige Lichtverschmutzung wird deutlich reduziert und den Menschen ein Stück Nachtruhe zurückgegeben“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Mit dem neuen EVN-Windpark Gnadendorf–Stronsdorf wird diese Technologie nun erstmals in Niederösterreich umgesetzt – und zwar von Beginn an ohne Dauerblinken.

 

Weniger Licht, gleiche Sicherheit

Bisher  waren die roten Warnlichter aus Sicherheitsgründen für den Flugverkehr jede Nacht durchgehend aktiv. Diese Praxis sorgte zwar für Sichtbarkeit, wurde jedoch zunehmend als störend empfunden. Eine gesetzliche Grundlage auf Bundesebene erm öglicht nun den Einsatz intelligenter Systeme, die situationsabhängig reagieren.
 

Kern der neuen Lösung ist eine von Austro Control entwickelte Technologie: Sie kombiniert Radar- und Flugdaten, um den Luftraum rund um Windkraftanlagen zu überwachen. Nur wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber in einem definierten Schutzbereich befindet – mindestens acht Kilometer rund um die Anlage und bis zu 600 Meter darüber –, schaltet sich die Beleuchtung ein. Andernfalls bleibt es dunkel.
 

Für Einsatz- und Rettungsflüge gibt es zusätzlich eine Fernaktivierungsfunktion, sodass die Beleuchtung jederzeit manuell eingeschaltet werden kann.
 

Mehr Akzeptanz für Windkraft

Auch politisch wird die Neuerung als wichtiger Schritt gesehen. Der niederösterreichische Landtagspräsident Karl Wilfing verweist darauf, dass das Dauerblinken häufig Thema in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern war. Die nun gefundene Lösung sei ein „wichtiger Beitrag zur Reduktion störender Lichtverschmutzung“.
 

Seitens der EVN sieht man in der neuen Technik ebenfalls einen entscheidenden Fortschritt. Vorstandsdirektor Stefan Stallinger spricht von einem „wichtigen Baustein“, um die Akzeptanz für Windkraft weiter zu erhöhen – ein zentraler Faktor auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiezukunft.
 

Schrittweise Umstellung geplant 

Die Einführung erfolgt schrittweise: Während neue Windräder bereits standardmäßig mit der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung ausgestattet werden, müssen bestehende Anlagen technisch nachgerüstet und neu bewilligt werden. Das wird Zeit in Anspruch nehmen.

Parallel dazu treibt die EVN den Ausbau der Windkraft weiter voran. Bis 2030 soll die installierte Leistung von derzeit 561 Megawatt auf 770 Megawatt steigen. Innovationen wie die neue Nachtkennzeichnung spielen dabei eine Schlüsselrolle – nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich. 

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