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Aus alten Matratzen werden neue Rohstoffe: Österreichs erster Matratzenrecycler spart 87 Prozent CO₂ ein

08.07.2026

Mehr als eine Million Matratzen werden jedes Jahr in Österreich entsorgt. Die meisten landen bisher in der Müllverbrennung, obwohl sie wertvolle Rohstoffe enthalten.

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© Ebowalker pixabay.com

Oberwölbling/Krems -  Das Unternehmen LOOP-it will das ändern und zieht nun eine erste Bilanz nach dem Start seines Recyclingbetriebs.

 

Das Gemeinschaftsunternehmen von BRANTNER green solutions und dem Schaumstoffhersteller NEVEON nahm 2025 als erster österreichischer Matratzenrecycler den Betrieb auf. In der Anlage in Oberwölbling (Bezirk St. Pölten) können inzwischen bis zu 500 Matratzen pro Arbeitstag verarbeitet werden. Das entspricht rund sieben Tonnen Material täglich beziehungsweise einer Jahreskapazität von rund 110.000 Matratzen.
 

Nach Angaben des Unternehmens werden rund 80 Prozent der enthaltenen Materialien,  darunter Polyurethanschaum, Latex und Metalle, wiederverwertet, anstatt  wie bisher verbrannt zu werden. Die gewonnenen Sekundärrohstoffe dienen als Ausgangsmaterial für neue Produkte wie Teppichunterlagen oder Schalldämmung.


Deutlich geringerer CO₂-Ausstoß
 

Besonders groß ist der Klimaeffekt des Recyclings. Während bei der Verbrennung einer durchschnittlich 14 Kilogramm schweren Matratze laut LOOP-it rund 26,5 Kilogramm CO₂ entstehen, verursacht der Recyclingprozess nur etwa 3,4 Kilogramm. Das entspricht einer Einsparung von rund 23 Kilogramm beziehungsweise 87 Prozent der Emissionen pro Matratze. Die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks erfolgte gemeinsam mit ClimatePartner.
 

Geschäftsführer Jernej Hren sieht darin einen wichtigen Schritt für die Kreislaufwirtschaft: „Mit LOOP-it zeigen wir, dass Kreislaufwirtschaft auch bei komplexen Produkten wie Matratzen technologisch umsetzbar ist. Unser Ziel war von Anfang an, einen völlig neuen Stoffstrom für das Recycling zu erschließen.“
 

Auch Michael Bednarek, ebenfalls Geschäftsführer von LOOP-it, betont die wirtschaftliche Dimension: „Wir wollen zeigen, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann.“
 

KI hilft bei der Sortierung 

In der Recyclinganlage kommen moderne Technologien zum Einsatz. Künstliche Intelligenz unterstützt die Analyse der Materialien und optimiert die Betriebsabläufe. Nach der Zerlegung werden die einzelnen Rohstoffe getrennt und zu Ballen gepresst. Diese bilden die Grundlage für mechanisches und künftig auch chemisches Recycling.
 

Vorreiter trotz fehlender gesetzlicher Vorgaben 

Eine Besonderheit ist, dass es in Österreich bisher kein verpflichtendes Herstellerverantwortungssystem für Matratzen gibt. Hersteller müssen sich derzeit nicht an den Kosten für Sammlung und Recycling beteiligen. Trotz dieser fehlenden gesetzlichen Grundlage haben BRANTNER green solutions und NEVEON bereits eine eigene Recyclinginfrastruktur aufgebaut.
 

Mit dem Projekt will LOOP-it dazu beitragen, wertvolle Rohstoffe länger im Wirtschaftskreislauf zu halten und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern. Das Unternehmen sieht sich dabei als Vorreiter für eine Branche, in der bisher der überwiegende Teil  alter Matratzen noch in der Müllverbrennung endet.

Über LOOP-it, BRANTNER und NEVEON

LOOP-it ist das erste Unternehmen für Matratzenrecycling in Österreich. Das Gemeinschaftsunternehmen des österreichischen Schaumstoffspezialisten NEVEON und des Kreislaufwirtschaftsunternehmens BRANTNER green solutions hat seinen Sitz in Krems an der Donau und verfolgt das Ziel, natürliche Ressourcen zu schonen und zirkuläre Stoffströme nachhaltig zu fördern. In Zusammenarbeit mit Wertstoffsammelzentren und weiteren Partnern nimmt LOOP-it gebrauchte Matratzen an, zerlegt sie und recycelt die Materialien mechanisch. Die dadurch gewonnenen Rohstoffe werden zur Herstellung neuer Produkte wie Teppichunterlagen oder Schalldämmungselemente genutzt und leisten so einen wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. www.loop-it.at 


BRANTNER denkt die Entsorgung von Abfällen neu und hat sich deshalb voll und ganz der Kreislaufwirtschaft verschrieben. Die Abfälle von heute sind die Ressourcen von morgen: So viele Wertstoffe wie möglich werden durch Recycling und Upcycling einer neuen Verwendung zugeführt. Der ständige Austausch mit Kunden und Partnern und die kontinuierliche Effizienzsteigerung machen BRANTNER green solutions zu einem Innovationstreiber und führenden Unternehmen in der Abfallwirtschaft. BRANTNER green solutions betreibt 11 Sortieranlagen, eine Biogasanlage, 13 Deponien sowie 11 Kompostieranlagen in Europa, darunter Österreichs modernste Kompostieranlage "Erdenreich" in Gneixendorf (NÖ). Rund 1.300 Gemeinden und rund 27.500 Kunden im In- und Ausland werden mittlerweile von BRANTNER betreut. Damit ist BRANTNER green solutions ein wichtiger kommunaler Dienstleister und regionaler Arbeitgeber.    www.brantner.com/ 


NEVEON ist ein führendes, integriertes Unternehmen für Polyurethan-Weich- und Verbundschäume. Das Kerngeschäft besteht in der Produktion von rund 300 verschiedenen Standard- und Spezialschäumen und deren Verarbeitung zu Halbfertigprodukten oder Fertigprodukten für den Komfortbereich, den Mobilitätssektor und für verschiedenste Spezialanwendungen. NEVEON ist Teil der Greiner Unternehmensgruppe und verfolgt das Ziel, mit seinen Produkten zur Steigerung der Lebensqualität global beizutragen. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete NEVEON einen Umsatz von 408 Mio. Euro und beschäftigte rund 2.400 Mitarbeiter:innen an 34 in Europa, Asien und Nordamerika. www.neveon.com 
 
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08.07.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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