AURIVOLT bringt erste Schwarmspeicher an die Strombörse : Dezentrale Lösung für ein wachsendes Energieproblem
Bad Oeynhausen – Der deutsche Strommarkt steht unter Druck. Mit dem rasanten Ausbau von Solar- und Windenergie wächst auch ein strukturelles Problem: Strom wird zunehmend dann produziert, wenn er nicht gebraucht wird. Die Folge sind immer häufiger auftretende Stunden mit extrem niedrigen oder sogar negativen Preisen. Allein im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 573 Stunden mit negativen Strompreisen verzeichnet – ein neuer Höchststand.
Während der Bedarf an flexiblen Speicherlösungen steigt, geraten klassische Großprojekte ins Stocken. Lange Genehmigungsverfahren und komplexe Netzanschlüsse bremsen den Ausbau zentraler Batteriespeicher.
Das Unternehmen AURIVOLT aus Bad Oeynhausen setzt daher auf einen anderen Ansatz: Statt weniger großer Anlagen entwickelt das Unternehmen ein Netzwerk aus vielen kleineren Batteriespeichern, die digital miteinander verbunden sind und gemeinsam wie ein virtuelles Kraftwerk arbeiten – sogenannte Schwarmspeicher.
Nach mehr als eineinhalb Jahren Entwicklungszeit hat AURIVOLT nun einen wichtigen Schritt erreicht: Seit dieser Woche nehmen die ersten Schwarmspeicher aktiv am Stromhandel teil. Damit beginnt für das Unternehmen die Phase der operativen Nutzung und der ersten Erlöse.
„Die erwarteten Erlösprofile bestätigen sich bereits in den ersten Handelstagen“, erklärt Gründer und CEO Markus Baumann. „Was wir in den vergangenen 18 Monaten aufgebaut haben, zeigt nun konkrete Ergebnisse im Markt.“
Der Einstieg markiert zugleich den Beginn eines schrittweisen Ausbaus. Weitere Speichereinheiten aus dem bestehenden Portfolio sollen nach und nach in den Handelsbetrieb integriert werden. Jedes System wird dabei einzeln geprüft, getestet und in Betrieb genommen.
Ein Vorteil des dezentralen Modells liegt in seiner Flexibilität. Während große Speicherprojekte häufig an regulatorischen Hürden scheitern, lassen sich kleinere Einheiten schneller realisieren und ins Netz integrieren. Die einzelnen Module verfügen über eine Leistung von 125 Kilowatt und eine Kapazität von 289 Kilowattstunden.
Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen für den Einsatz von Speichern: Am sogenannten Day-Ahead-Markt zeigen Analysen durchschnittliche tägliche Preisschwankungen von rund 130 Euro pro Megawattstunde. Batteriespeicher können diese Unterschiede gezielt nutzen, indem sie Strom zu günstigen Zeiten aufnehmen und bei hoher Nachfrage wieder einspeisen.
Vor allem Photovoltaik-Anlagen geraten zunehmend unter Druck, da sie oft genau dann Strom liefern, wenn viele andere Anlagen ebenfalls produzieren – und die Preise entsprechend niedrig sind. Speichertechnologien gelten daher als Schlüssel, um erneuerbare Energien effizienter ins System zu integrieren.
Für das Jahr 2026 plant AURIVOLT, sein Portfolio deutlich auszubauen. Ziel ist eine Gesamtleistung von mindestens 125 Megawatt. Parallel dazu investiert das Unternehmen in eigene Produktionskapazitäten: Am Standort Löhne soll ab Frühjahr eine eigene Schaltschrankfertigung den Ausbau beschleunigen.
Mit dem Markteintritt seiner Schwarmspeicher positioniert sich AURIVOLT als Anbieter einer flexiblen Alternative zu klassischen Großspeichern – in einem Strommarkt, der zunehmend nach genau solchen Lösungen verlangt.