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AUA streicht Wien-Graz: Mit dem Zug schneller und deutlich günstiger

05.08.2026

Die seit Jahren defizitäre Flugverbindung zwischen Wien und Graz wird im Winter eingestellt. Für Reisende ist die Bahn längst die attraktivere Alternative: Sie ist schneller, günstiger und klimafreundlicher.

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© ÖBB/Harald Eisenberger / Railjet
Wien - Die Austrian Airlines (AUA) zieht Konsequenzen aus ihrer schwierigen finanziellen Lage und streicht eine seit Jahren defizitäre Verbindung: Ab dem Winterflugplan 2026 wird Wien-Graz nicht mehr angeflogen. Für die Airline ist die Strecke wirtschaftlich nicht mehr tragfähig - für viele Reisende dürfte die Entscheidung allerdings wenig überraschend kommen.

Denn der Blick auf die Reisezeiten und Preise zeigt: Der Zug ist auf der Strecke Wien–Graz konkurrenzfähig und vielfach sogar im Vorteil. Mit der Bahn ist die Strecke in rund zweieinhalb Stunden zu bewältigen, Tickets sind je nach Verbindung und Buchungszeitpunkt bereits ab etwa 34 beziehungsweise 44 Euro erhältlich.

Der Flug ist  bei näherer Betrachtung deutlich weniger attraktiv. Zwar beträgt die reine Flugzeit nur rund 40 Minuten, doch inklusive Anreise zum Flughafen, Check-in, Sicherheitskontrollen und Wartezeiten fällt die tatsächliche Reisezeit deutlich länger aus. Nach den vorliegenden Angaben kann die gesamte Verbindung rund drei Stunden dauern. Gleichzeitig werden für den Flug Preise ab etwa 162 Euro genannt.

Damit kann die vermeintlich schnelle Flugverbindung in der Praxis länger dauern als die Bahnfahrt   und kostet zudem ein Mehrfaches.

Für Austrian Airlines kommt die Einstellung dennoch nicht überraschend. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr 2026 ein adjusted EBIT von minus 93 Millionen Euro erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verschlechterte sich das Ergebnis um 50 Millionen Euro. Allein die Treibstoffkosten lagen trotz Absicherungsgeschäften um mehr als 60 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Hinzu kamen erhebliche Ausfälle durch die krisenbedingte Streichung von Verbindungen in den Nahen und Mittleren Osten.

CEO Annette Mann spricht von einer schwierigen wirtschaftlichen Situation und kündigt eine Straffung des Winterflugplans an. Neben Wien–Graz werden unter anderem Verbindungen nach Tiflis, Keflavik und Porto vorläufig pausiert. Auch mehrere sogenannte Nightstops werden gestrichen.
 

Während die AUA mit der Einstellung wirtschaftlich unrentabler Strecken auf die Kostenkrise reagiert, zeigt die Verbindung Wien–Graz gleichzeitig einen grundsätzlichen Wandel im Mobilitätsverhalten: Auf kurzen Distanzen kann die Bahn längst eine attraktive Alternative zum Flugzeug sein. Gerade wenn die gesamte Reisezeit von Tür zu Tür betrachtet wird, kann der Zug gegenüber dem innerösterreichischen Flug sogar die Nase vorn haben.

 

Für die Strecke Wien–Graz gilt   jedenfalls: Wer schnell, günstig und klimafreundlicher unterwegs sein will, dürfte mit dem Zug die bessere Wahl treffen.

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