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atomstopp: EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné wirbt in Österreich mit falschen Versprechen für Atomkraft

24.03.2026

Jeder Euro für Atomkraft fehlt beim Ausbau der Erneuerbaren und verschärft die Klimakrise. Anlass zur Sorge gibt ein aktueller Österreich-Besuch des Industriekommissars 

kyle-miller-AKW-Atomkraftwerk.jpg
Atomkraftwerk © Kyle Miller pexels.com

Linz     - "Obwohl er als EU-Kommissar und Kommissions-Vizepräsident die Interessen der gesamten Europäischen Union vertreten sollte, tritt Stéphane Séjourné wie ein französischer Atomlobbyist auf und warb auch bei seinem heutigen Österreich-Besuch für den Ausbau der Atomenergie. Dabei ist evident, dass seine Argumente einer sachlichen Überprüfung nicht standhalten", stellt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! fest.


So ist das von ihm bemühte Argument der „Energieunabhängigkeit“ schlicht falsch: Die europäische Atomindustrie ist in zentralen Bereichen der nuklearen Lieferkette weiterhin stark abhängig von Putins Russland. Daher gibt es bis heute keine Sanktionen gegen den staatlichen russischen Atomwaffen- und Atomstromkonzern Rosatom.

Hinzu kommt: Atomkraft ist in Europa ist ein Auslaufmodell. Das Durchschnittsalter der Reaktoren überschreitet heuer die 40-Jahre- Marke. Das heißt, die meisten AKWs hätten längst abgeschaltet werden müssen. Im Durchschnitt dürfte Ende des Jahres kein einziger Reaktor in der EU mehr laufen.

Auch der Neubau von Atomkraftwerken ist keine Lösung. Das weiß Séjourné als ehemaliger franzöischer Minister ganz genau: In Frankreich wurde in den vergangenen 26 Jahren genau 1 AKW eröffnet und es war ein Debakel: Nach jahrelanger Planung wurde mit dem Bau 2007 begonnen, ans Netz ging der Reaktor Ende 2024 - nach 17 Jahren reiner Bauzeit. Gekostet hat er statt der versprochenen 3,3 Milliarden Euro letztlich 23,7 Milliarden.

Während Séjourné also auf überholte und ineffektive Technologien setzt, wies Österreichs Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer auf den einfachsten und klarsten Weg hin. Er meinte, jeder sei gefordert, Energie effizient einzusetzen, etwa auf unnötige Autofahrten zu verzichten und zu überlegen, wo man selbst Strom sparen und mit dem Energieverbrauch runtergehen könne.
 

"Frankreich kann nicht erwarten, dass die anderen EU-Staaten dessen Atomdebakel finanzieren. Denn selbst wer verantwortungslos genug wäre, tausenden uns folgenden Generationen den gefährlichen Atommüll zu hinterlassen und hofft, dass der nächste Super-GAU nicht in Europa passiert, muss anerkennen, dass Atomstrom keinen Beitrag zur Abbremsung der Erdüberhitzung leisten kann. Der AKW-Neubau dauert dafür viel zu lange. Außerdem gehen unflexible AKWs nicht zusammen mit den Erneuerbaren", weist atomstopp-Geschäftsführer Stoiber auf die Fakten hin.

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