Atomenergie oder Ökostrom: Was sagen die EU-Wahl-Spitzenkandidaten?
Einen Tag nach Bekanntwerden des Skandals um das Unglück in Temelín veröffentlichen die fünf Organisationen GLOBAL 2000, Greenpeace, WWF, Biomasseverband und IG Windkraft eine brisante Umfrage unter den EU-Spitzenkandidaten aller antretenden Parteien. Nicht in Österreich sondern in Brüssel wird entschieden, ob Europa in Zukunft auf erneuerbaren Energien baut oder sich wieder zurück in eine nukleare Zukunft entwickelt. Die 5 Organisationen haben bei den Spitzenkandidaten der Parteien vor der EU-Wahl nachgefragt, ob sie die Forderungen der Organisationen zum Ausbau vonÖkostrom unterstützen. Die Antworten fielen sehr unterschiedlich aus.
Vollinhaltlich unterstützt werden die Forderungen der Umweltorganisationen von Eva Lichtenberger und Johannes Voggenhuber von den Grünen, von Hans Kronberger sowie von Karin Resetarits und Hans-Peter Martin. Hannes Swoboda spricht sich zwar für ehrgeizige Ziele aus, bleibt jedoch unverbindlich und weicht den konkreten Fragen aus. Ursula Stenzel bekennt sich ebenfalls zum Ausbau der Ökoenergien, ist aber gegen "zu hohe Ziele" und meint damit die Forderungen der vier Organisationen.
Die Fragen, die den Kandidaten gestellt wurden:
1) Unterstützen Sie das Ziel von 25 Prozent erneuerbare Energien am Gesamtenergieverbrauch für die EU bis 2020?
2) Unterstützen Sie für Österreich das Ausbauziel für Strom aus erneuerbaren Energien von 85 Prozent bis 2020 und 100 Prozent bis 2035?
Vollinhaltlich unterstützt werden die Forderungen der Umweltorganisationen von Eva Lichtenberger und Johannes Voggenhuber von den Grünen, von Hans Kronberger sowie von Karin Resetarits und Hans-Peter Martin. Hannes Swoboda spricht sich zwar für ehrgeizige Ziele aus, bleibt jedoch unverbindlich und weicht den konkreten Fragen aus. Ursula Stenzel bekennt sich ebenfalls zum Ausbau der Ökoenergien, ist aber gegen "zu hohe Ziele" und meint damit die Forderungen der vier Organisationen.
Die Fragen, die den Kandidaten gestellt wurden:
1) Unterstützen Sie das Ziel von 25 Prozent erneuerbare Energien am Gesamtenergieverbrauch für die EU bis 2020?
2) Unterstützen Sie für Österreich das Ausbauziel für Strom aus erneuerbaren Energien von 85 Prozent bis 2020 und 100 Prozent bis 2035?
Die grünen Kandidaten Johannes Voggenhuber und Eva Lichtenberger treten für eine nachhaltige Energiewende ein. Langfristiges Ziel der Grünen ist die globale Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu hundert Prozent bis spätestens 2100. Gemeinsam fordern sie den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2020 und die Absenkung des Primärenergieverbrauchs der EU um mindestens ein Prozent pro Jahr. Notwendig dafür seien die Internalisierung externer Kosten nuklearer und fossiler Energieträger, sowie die Umschichtung des EU-Forschungsbudgets von Atom- und fossile Energie auf erneuerbare Energien.
Hans Kronberger warnt vor der "steigenden Energieabhängigkeit" der EU auf 70 Prozent bis 2020. Auch er tritt für eine neue europäische Energiepolitik auf Basis der erneuerbaren Energien ein und glaubt, dass bis 2020 sogar mehr als 25 Prozent erneuerbare Energien in der EU erreichbar wären. Karin Resetarits und Hans-Peter Martin unterstützen klar die Forderungen der Umweltschützer in allen Punkten.
Der SPÖ-Spitzenkandidat Hannes Swoboda verweist auf die bestehenden EU-Verpflichtungen und EU-Programme und will sich für das Verfolgen ehrgeiziger Ziele bei der Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energiequellen einsetzen - sowohl auf europäischer als auch aufösterreichischer Ebene. Auf einen konkreten Zielwert legt sich Swoboda aber nicht fest. Zwar ist auch ÖVP-Spitzenkandidatin Ursula Stenzel für den Ausbau von erneuerbaren Energien, sie will sich jedoch nicht "zu hohe Ziele" setzen. Die ÖVP-Delegation würde sich in den kommenden Jahren weiterhin massiv für einen Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzen, so Stenzel. Leider stimmte dieÖVP-Delegation zu oft gegen faire Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien, kritisieren die Umweltorganisationen. "Wir verstehen nicht, warum die SPÖ- und ÖVP-Spitzenkandidaten angesichts der wachsenden Atomgefahr konkreten Zielen zum Ausbau von Ökostrom ausweichen", fragt sich Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer.
"Angesichts der Terrorattacken auf die Ölindustrie und des stetigen Anstiegs der Ölpreise muss die EU den Umstieg auf erneuerbare Energien vorantreiben", fordert Stefan Hantsch von der IG Windkraft. "Die Spitzenkandidaten für die EU-Wahlen treten zwar für den Ausbau der Förderung von erneuerbaren Energien ein. Für Österreich ist das nur erreichbar, wenn die jetzige Ökostromförderung ausgebaut und langfristig gesichert wird. Deshalb müssen Minister Bartensteins Pläne zur Beendigung der Ökostrom-Förderung vom Tisch", fordert Thorben Becker von GLOBAL 2000. "Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für Mensch und Natur. Die Politik darf nicht nur langfristige Ziele vorgeben sondern auch echte Taten setzen, damit die Erneuerbaren die Energie der Zukunft werden", so WWF-Energieexperte Stefan Moidl.
Rückfragehinweis: Greenpeace IG Windkraft WWF GLOBAL 2000
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0024 2004-06-08/09:16
Hans Kronberger warnt vor der "steigenden Energieabhängigkeit" der EU auf 70 Prozent bis 2020. Auch er tritt für eine neue europäische Energiepolitik auf Basis der erneuerbaren Energien ein und glaubt, dass bis 2020 sogar mehr als 25 Prozent erneuerbare Energien in der EU erreichbar wären. Karin Resetarits und Hans-Peter Martin unterstützen klar die Forderungen der Umweltschützer in allen Punkten.
Der SPÖ-Spitzenkandidat Hannes Swoboda verweist auf die bestehenden EU-Verpflichtungen und EU-Programme und will sich für das Verfolgen ehrgeiziger Ziele bei der Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energiequellen einsetzen - sowohl auf europäischer als auch aufösterreichischer Ebene. Auf einen konkreten Zielwert legt sich Swoboda aber nicht fest. Zwar ist auch ÖVP-Spitzenkandidatin Ursula Stenzel für den Ausbau von erneuerbaren Energien, sie will sich jedoch nicht "zu hohe Ziele" setzen. Die ÖVP-Delegation würde sich in den kommenden Jahren weiterhin massiv für einen Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzen, so Stenzel. Leider stimmte dieÖVP-Delegation zu oft gegen faire Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien, kritisieren die Umweltorganisationen. "Wir verstehen nicht, warum die SPÖ- und ÖVP-Spitzenkandidaten angesichts der wachsenden Atomgefahr konkreten Zielen zum Ausbau von Ökostrom ausweichen", fragt sich Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer.
"Angesichts der Terrorattacken auf die Ölindustrie und des stetigen Anstiegs der Ölpreise muss die EU den Umstieg auf erneuerbare Energien vorantreiben", fordert Stefan Hantsch von der IG Windkraft. "Die Spitzenkandidaten für die EU-Wahlen treten zwar für den Ausbau der Förderung von erneuerbaren Energien ein. Für Österreich ist das nur erreichbar, wenn die jetzige Ökostromförderung ausgebaut und langfristig gesichert wird. Deshalb müssen Minister Bartensteins Pläne zur Beendigung der Ökostrom-Förderung vom Tisch", fordert Thorben Becker von GLOBAL 2000. "Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für Mensch und Natur. Die Politik darf nicht nur langfristige Ziele vorgeben sondern auch echte Taten setzen, damit die Erneuerbaren die Energie der Zukunft werden", so WWF-Energieexperte Stefan Moidl.
Rückfragehinweis: Greenpeace IG Windkraft WWF GLOBAL 2000
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0024 2004-06-08/09:16
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