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Asphalt wird zur Hitzefalle

24.06.2026

VCÖ fordert Straßenraum stärker an den Klimawandel anzupassen: Mehr Schatten, weniger Versiegelung und kürzere Wartezeiten für Fußgänger

menita-idyll-SchattenplatzGrün.jpg
Angenehmer Schattenplatz © menita pixabay.com

Wien - Die aktuelle Hitzewelle zeigt deutlich, wie unzureichend viele Straßen und Plätze in Österreich noch immer auf den Klimawandel vorbereitet sind. Asphaltflächen heizen sich in der prallen Sonne auf bis zu 60 Grad Celsius auf und verwandeln Wohngebiete in regelrechte Hitzefallen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, chronisch Kranke und andere vulnerable Gruppen, für die schattenlose Gehsteige und Haltestellen an heißen Tagen oft kaum mehr nutzbar sind.
 

„Straßen ohne Bäume, ohne Grünflächen und mit vielen parkenden Autos werden an Hitzetagen zu einem regelrechten Backofen“, warnt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert daher von Städten und Gemeinden eine raschere Anpassung des Straßenraums an die Folgen des Klimawandels.
 

Schatten statt Hitzestau 

Straßen und Parkplätze speichern große Mengen Wärme und verhindern auch nachts eine ausreichende Abkühlung. Besonders Asphalt trägt wesentlich zur Überhitzung bei. Eine wirksame Gegenmaßnahme sind Bäume, Grünflächen und entsiegelte Flächen. Laut VCÖ kann Schatten die Oberflächentemperatur von Asphalt um bis zu 25 Grad Celsius senken. Auch begrünte Flächen bleiben deutlich kühler: Während sich Asphalt auf rund 60 Grad aufheizt, erreicht eine Grasfläche etwa 40 Grad Celsius.
 

Die Begrünung des öffentlichen Raums verbessert damit nicht nur das Mikroklima für Anrainerinnen und Anrainer, sondern macht auch das Zu-Fuß-Gehen wieder angenehmer und sicherer.
 

Lange Wartezeiten werden zur Belastung 

Gerade ältere Menschen legen einen großen Teil ihrer Wege zu Fuß zurück. Umso problematischer sind Fußgängerampeln, deren Wartebereiche ohne Schatten in der prallen Sonne liegen. Der VCÖ fordert daher kürzere Rotphasen für Fußgängerinnen und Fußgänger, insbesondere während der Sommermonate.
 

„Lange Wartezeiten bei Fußgängerampeln sind an Hitzetagen besonders belastend. Gerade im Sommer wäre eine Verkürzung der Rotphasen oft möglich, weil der Autoverkehr in den Städten geringer ist“, betont Schwendinger. Zusätzlich brauche es schattenspendende Bäume oder technische Beschattungslösungen bei Warteflächen.
 

Haltestellen oft ohne Hitzeschutz 

Auch bei Bushaltestellen und Straßenbahnhaltestellen sieht der VCÖ großen Handlungsbedarf. Beim diesjährigen VCÖ-Haltestellen-Check wurden österreichweit fast 4.600 Mängel gemeldet. 42 Prozent der Rückmeldungen betrafen fehlenden Schatten im Haltestellenbereich. Für viele Fahrgäste wird das Warten auf öffentliche Verkehrsmittel an heißen Tagen dadurch zur Belastungsprobe.
 

Immer mehr Menschen leiden unter Hitze 

Die Belastung durch hohe Temperaturen nimmt in Österreich spürbar zu. Laut Statistik Austria gaben 2019 noch 36 Prozent der Bevölkerung an, während Hitzeperioden stark oder sehr stark belastet zu sein. Im Jahr 2023 waren es bereits 46 Prozent – nahezu jede zweite Person.
 

Parallel dazu steigt die Zahl der Hitzetage deutlich an. In Wien wurden zwischen 1961 und 1990 durchschnittlich zehn Hitzetage pro Jahr registriert. Im Zeitraum 1995 bis 2024 waren es bereits 23. Im Jahr 2023 wurden 36 Hitzetage gezählt, 2024 sogar 45.
 

Auch die gesundheitlichen Folgen werden gravierender: Laut Daten der AGES führte Hitze in Österreich zwischen 2022 und 2025 zu 2.659 vorzeitigen Todesfällen. Das sind rund 20 Prozent mehr als im Zeitraum 2018 bis 2021.
 

Mehr Bäume, mehr Grünflächen und mehr Schatten sind längst keine Frage der Stadtgestaltung mehr, sondern eine zentrale Maßnahme für Gesundheit, Lebensqualität und sichere Mobilität.

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Angenehmer Schattenplatz © menita pixabay.com