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Artenschutz-Bilanz: WWF kürt “Gewinner und Verlierer des Tierreichs 2024”

29.12.2024

Naturzerstörung, Wilderei und Klimakrise gefährden zahlreiche Tierarten – WWF zieht Bilanz und fordert Naturschutz-Offensive von der Politik - Artenschutz-Projekte geben Hoffnung

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© Christoph Müller

Die Naturschutzorganisation WWF zieht eine durchwachsene Jahresbilanz für den weltweiten Artenschutz: Stellvertretend für tausende bedrohte Arten stehen die Verlierer aus dem Tierreich 2024: Korallen, Borneo-Elefanten, Bantengs und Brillenpinguinen geht es teils dramatisch schlechter. Wölfe in Europa sollen noch öfter auf der Abschussliste stehen. Sogar der heimische Igel hat mit Problemen zu kämpfen und wird erstmals als “potenziell gefährdet” eingestuft. “Wildtiere verschwinden im Rekordtempo für immer von unserem Planeten und alle Ursachen sind menschengemacht: Lebensraumzerstörung, Übernutzung und Wilderei, invasive Arten, Umweltverschmutzung sowie die Klimakrise”, sagt WWF-Artenschutz-Experte Georg Scattolin. Der WWF fordert daher eine Naturschutz-Offensive von der Politik. “Der Schutz der Biodiversität und des Klimas muss weltweit mehr Priorität bekommen. Lichtblicke gibt es immer dort, wo sich Menschen aktiv für den Schutz der Natur einsetzen”, sagt Scattolin.

Weder die Weltnaturkonferenz  noch die Weltklimakonferenz haben in diesem Jahr die notwendigen Fortschritte gebracht. In Europa lässt zuletzt die Verschiebung der EU-Entwaldungsverordnung eine weitere Zerstörung artenreicher Regenwälder befürchten. Wegweisend war hingegen der Beschluss der wichtigen EU-Renaturierungsverordnung. “Es braucht dringend einen globalen Schulterschluss, um die artenreichsten Lebensräume zu schützen. Denn eine intakte Natur ist unsere beste Verbündete gegen die Klimakrise und das weltweite Artensterben”, sagt Georg Scattolin vom WWF. Das gilt auch für Österreich, wo vor allem der Bodenverbrauch besorgniserregend ist: Pro Minute gehen im Schnitt mehr als 80 Quadratmeter wertvoller Boden verloren – mit fatalen Folgen für die Artenvielfalt und hohen Folgekosten für die gesamte Gesellschaft.
 

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    © Unsplash - pixabay.com / Meeresschildkröte

    Lichtblicke im Artenschutz 



    Doch auch 2024 gibt es Lichtblicke, wie die Gewinner der WWF-Jahresbilanz zeigen: Tigern geht es dank intensiver Artenschutzarbeit besser, Siam-Krokodile, Meeresschildkröten und Thunfische kehren in ihre angestammten Lebensräume zurück. In Österreich befinden sich Seeadler und Weißstörche im Aufwind. “Die Gewinner-Arten 2024 zeigen, dass sich unser Einsatz für den Schutz bedrohter Arten und Ökosysteme lohnt und es trotz Rückschlägen immer wieder Chancen für die Natur gibt”, sagt Georg Scattolin vom WWF. 

    Das sind die tierischen Gewinner und Verlierer 2024: 

    Gewinner:

    • Meeresschildkröten: Die Population der Unechten Karettschildkröte erholt sich im Mittelmeer. Dank Schutzmaßnahmen wie der Reduzierung von Beifang und dem Erhalt von Nist-Stränden können dort immer mehr Schildkröten überleben und sich fortpflanzen. Auf der griechischen Insel Zakynthos wurde 2024 ein Rekord von über 1.200 Nestern am WWF-geschützten Sekania-Strand gemeldet. Trotz anhaltender Klimakrise und Plastikmüll-Verschmutzung zeigt dieser Erfolg, dass gezielte Maßnahmen lokale Bestände stärken können. Weitere Infos hier. 
       
    • Tiger: Auch in diesem Jahr gibt es erfreuliche Nachrichten für die Tierart: Ein im Sommer gestartetes Wiederansiedlungsprojekt soll die Großkatzen nach Kasachstan zurückbringen, wo sie seit über 70 Jahren ausgestorben waren. Im Norden Myanmars haben Wildtierkameras Bilder vom ersten Tiger-Nachwuchs in der Region seit 2018 machen können. Im Nachbarland Thailand zeigt der Trend ebenfalls klar nach oben: Laut offizieller Zählung verzeichnet das Land einen Anstieg der wildlebenden Tigerpopulation von 179 auf 223 Tiere. Auch in Bangladesch geht es dank intensiver Artenschutz-Arbeit bergauf: 84 bengalische Tiger konnten dort in einem geschützten Mangrovengebiet nachgewiesen werden. Laut Schätzungen befinden sich nun in dem Gebiet um zehn Prozent mehr Tiger als noch im Jahr 2018. Mehr Infos hier. 
       
    • Siam-Krokodil: Im Sommer 2024 haben Ranger in einem kambodschanischen Schutzgebiet über 100 Eier der vom Aussterben bedrohten Krokodilart entdeckt, aus denen wenig später rund 60 Kroko-Babys geschlüpft sind. Es handele sich um den größten Nachweis für die Fortpflanzung der Art in freier Wildbahn seit zwei Jahrzehnten. Schätzungen zufolge gibt es weltweit nur noch etwa 1000 wildlebende Exemplare, davon 300 in Kambodscha. Der Bestand der Siam-Krokodile ist vor allem durch Wilderei und den Verlust ihres natürlichen Lebensraums immer weiter geschrumpft. Es war vor allem die Nachfrage nach Krokodilleder, die die Art an den Rand des Aussterbens gedrängt hat.
       
    • Thunfisch: In der Nordsee tauchen wieder vermehrt Blauflossen-Thunfische auf. Durch Überfischung waren sie lange Zeit verschwunden. Strenge Fangverbote und die Bekämpfung illegaler Fischerei sorgen dafür, dass die Population, die im Nordostatlantik wandert und im Mittelmeer laicht, wieder auf ein gutes Niveau anwachsen konnte. Auch Giganten mit über 300 Kilogramm und knapp drei Meter Länge wurden inzwischen gesichtet. Die Bestandsentwicklung wird durch Wissenschaftler:innen weiter beobachtet, um eine langfristige Erholung sicherzustellen.
       
    • Störche: Im vergangenen Frühling gab es einen wahren Babyboom bei den Weißstörchen im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich. Sie haben unsere Nisthilfen dankbar angenommen. Die Trends bei den Bruterfolgen (Anzahl Jungvögel, Anzahl Jungvögel pro Brutpaar) entwickeln sich dank unseres Einsatzes in den letzten Jahren positiv. Ursache ist unter anderem das große Insektenangebot im Reservat und in der Umgebung. Auch europaweit geht es den Störchen wieder deutlich besser als noch vor einigen Jahrzehnten. Dennoch bleibt der schleichende Verlust an Feuchtbiotopen, durch Intensivierung der Landwirtschaft, Flussregulierungen und Klimakrise ein Problem für Störche und andere Arten.  
       
    • Seeadler: Vor 25 Jahren galt Österreichs Wappentier hierzulande als ausgerottet. Mittlerweile ist die Seeadler-Population dank strenger Schutzgesetze und umfangreicher Artenschutzmaßnahmen wieder angewachsen. Waren es 2023 noch rund 60 Brutpaare, sind es 2024 bereits rund 70 – ein toller Erfolg! 


    Verlierer:

    • Banteng: Das südostasiatische Dschungel-Rind wird in der Roten Liste als “vom Aussterben bedroht” eingestuft. Der weltweite Bestand schrumpfte in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 80 Prozent. Grund dafür sind vor allem illegale Jagd und Lebensraumverlust. Expert:innen schätzen die Population auf nur noch etwa 3300 Tiere. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Version der Roten Liste aber auch, dass Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen: So konnte sich die Population des Banteng in Thailand erholen – nicht zuletzt aufgrund jahrzehntelanger Schutzbemühungen des WWF. Doch die größer werdenden Banteng-Herden in Thailand können die Verluste in anderen asiatischen Regionen nicht kompensieren.
       
    • Brillenpinguine: Wie rasant eine Tierart an den Abgrund des Aussterbens geraten kann, zeigen die Brillenpinguine auf erschreckende Weise. Die afrikanische Pinguinart wird seit diesem Jahr als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. 2021 galten Brillenpinguine noch als „nicht bedroht“. Hauptproblem ist wahrscheinlich das fehlende Nahrungsangebot aufgrund kommerzieller Fischerei und klimabedingte Veränderungen der Fischbestände. Die IUCN geht von nur noch höchstens 20.000 Tieren aus. Laut Prognose: Brillenpinguine könnten in den nächsten zehn Jahren ausgestorben sein.
       
    • Igel: Die Zahl der Westeuropäischen Igel, auch Braunbrustigel genannt, geht stark zurück. Die Art wird jetzt als «potenziell gefährdet» eingestuft. Insbesondere die Zerstörung ländlicher Lebensräume durch Intensivierung der Landwirtschaft, Straßen und Stadtentwicklung führt zu einem beständigen Rückgang. Der Westeuropäische Igel kommt in weiten Teilen Mitteleuropas vor, unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, aber auch in Großbritannien. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist die Anzahl nach Schätzungen je nach Land um 16 bis 33 Prozent zurückgegangen. Gesicherte Angaben über die Gesamtzahl der Igel gibt es derzeit allerdings nicht.
       
    • Korallen: In den Korallenriffen der Erde vollzieht sich gerade eine unermessliche Tragödie. Die Klimakrise führt zu Rekordtemperaturen, durch die in den tropischen Meeren der ganzen Welt Korallenriffe ausbleichen. Hält dieser Zustand länger an, drohen große Teile dieser ikonischen Lebensräume abzusterben. Am australischen Great Barrier Reef stellten Wissenschaftler bei Untersuchungen von zwölf Teil-Riffen bereits Sterblichkeitsraten von bis zu 72 Prozent fest. Mit den Riffen würde nicht nur ein wichtiger Lebensraum verloren gehen, sondern auch die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen, die von der Fischerei und vom Tourismus leben. Der einzige Ausweg aus dieser fatalen Entwicklung ist sofortiger, wirksamer Klimaschutz.
       
    • Borneo-Elefant: Der auf der südostasiatischen Insel Borneo lebende Zwergelefant wurde 2024 in die Rote Liste der IUCN als „stark gefährdet“ aufgenommen. Von der kleinsten Unterart des Asiatischen Elefanten leben nur noch rund tausend Tiere in freier Wildbahn. Die Population ist in den vergangenen 75 Jahren aufgrund der intensiven Abholzung der Wälder Borneos zurückgegangen, die den Großteil des Lebensraums der Elefanten zerstört. Es war das erste Mal, dass die IUCN den Borneo-Elefanten einzeln als Unterart der Asiatischen Elefanten untersuchte.
       
    • Wolf: Trotz fehlender wissenschaftlicher Fakten haben die Staaten der Berner Konvention im Dezember den Schutzstatus des Wolfes in Europa von "streng geschützt" auf "geschützt" gesenkt. In einem weiteren Schritt könnte die EU den Wolfsschutz in der FFH-Richtlinie senken. In diesem Fall könnten Wölfe unter Umständen wieder regulär bejagt werden dürfen, ganz klar ein Rückschritt für den Artenschutz. Denn bisher war der Abschuss nur in Ausnahmefällen als letztes Mittel nach Anordnung der Behörde erlaubt.
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