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Arbeiterkammer: "Die Regierung tut nichts für Öffi–Pendler"

22.09.2005

Die ArbeitnehmerInnenvertretung bringt es auf den Punkt: Der öffentliche Verkehr muss ausgebaut werden. Ökostromkosten weniger als 1 Prozent der gestiegenen Ölkosten

ja © Foto: ÖBB / Archiv PG – www.oebb.at
ja © Foto: ÖBB / Archiv PG – www.oebb.at
Als Ergebnis Ihrer heutigen Pressekonferenz erteilt AK–Präsident Herbert Tumpel den österreichischen Machthabenden einen klaren Handlungsauftrag. Hintergrund sind die hohen Treibstoff– und Energiekosten. Der beste Zustand aus ökologischer Sicht wäre freilich, wenn die Energiewende massiv beschleunigt würde, um Unabhängigkeit von den unkalkulierbaren fossilen Rohstoffen zu erreichen. Der Umstieg auf 100% Erneuerbare Energie gepaart mit Energieeffizienz ist darauf sicherlich die richtige Antwort. Doch um die ArbeitnehmerInnen schnell zu entlasten, schlägt die Arbeiterkammer erstmals Ansätze vor, die den aktuellen Wünschen der Bevölkerung entsprechen (siehe VCÖ/OGM–Umfrage). Daraus geht hervor, dass die Österreicher am dringendsten den Ausbau des öffentlichen Verkehrs fordern – anstatt der bloßen Erhöhung des Kilometergeldes. Dieses Ergebnis erstaunt nicht, denn laut AK pendelt die Mehrheit aller ArbeitnehmerInnen, nämlich 60% (900.000 Menschen), mit den Öffis zur Arbeit.

Die AK fordert daher

** dass der öffentliche Pendlerverkehr gesichert wird,
** deutlich höhere Finanzmittel für öffentliche Verkehrsmittel,
** ein Öffi–Angebot, das sich an den Bedürfnissen der Pendler, vor allem an deren Arbeitszeiten orientiert,
** faire und sozial gerechte Preise.
Schade nur, dass diesen Punkten keine konkreten finanziellen Forderungen zugestanden wurden, und dass wieder einmal das Kilometergeld erhöht werden soll, anstatt ein einheitliches Kilometergeld zu verlangen – für Öffi– und Autofahrer. Trotzdem erstaunlich, hat die Arbeiterkammer in der Vergangenheit der Minderheit (den Auto–Pendlern) fast ausschließlich die gesamte Aufmerksamkeit geschenkt als der Masse, die sich umweltfreundlich und für die Allgemeinheit billiger fortbewegt (siehe VCÖ–Studie: Öffi–Verkehr ist fünf Mal günstiger als Individualverkehr).
Erfreulich ist auch die Forderung zur verstärkten thermischen Gebäudesanierung. Ein Arbeitsplatzmotor, der beweist, dass Energiesparen Komfort erhöhen und die Wirtschaft ankurbeln kann. Eine weitere interessante Erkenntniss: Die Mehrkosten für Ökostrom betragen nicht einmal ein Prozent (!) der Mehrkosten für Diesel und Heizöl für einen Durchschnittshaushalt. Die Panikmache vor Ökostromkosten ist hiermit endgültig als populistische Polemik entlarvt.
Die nächsten Wochen werden somit interessant und spannend. Zu hoffen ist, dass auch die Regierung die Chancen der Zeit nutzt, einen moderenen öffentlichen Verkehr anstrebt und den Alibi–Aktionen abschwört. Gerade in Krisenzeiten werden solche Bemühungen von den Medien und den WählerInnen honoriert.
Lesen Sie die Original–Presseaussendung der AK.

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22.09.2005 | Autor*in: pawek
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