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Allein über Brenner fahren doppelt so viele schwere Lkw wie über alle Schweizer Pässe!

23.07.2007

In der Schweiz hingegen sinkt die Zahl seit dem Jahr 2004

ja © www.alpine–pearls.com
ja © www.alpine–pearls.com

VCÖ für höhere Lkw–Maut und Einrichtung einer Alpentransitbörse

VCÖ (Wien, 10. Juli 2007) – 1.896.000 schwere Lkw fuhren im Vorjahr über den Brenner. Eine aktuelle VCÖ–Untersuchung zeigt, dass allein über den Brenner fast doppelt so viele schwere Lkw fahren wie über alle Schweizer Alpenpässe. Der VCÖ weist darauf hin, dass sich die Zahl der schweren Lkw am Brenner seit dem Jahr 1995 beinahe verdoppelt hat. In der Schweiz hingegen sinkt die Zahl seit dem Jahr 2004. Der VCÖ fordert eine höhere Lkw–Maut und die Einrichtung einer Alpentransitbörse.
„Bis der Brennerbasistunnel fertig ist, vergehen noch viele Jahre. Die massive Zunahme des Lkw–Verkehrs am Brenner macht aber rasche Maßnahmen gegen die Transitlawinen nötig„, stellt VCÖ–Expertin Ulla Rasmussen fest. Eine aktuelle VCÖ–Untersuchung zeigt, dass im Vorjahr rund 1,9 Millionen schwere Lkw über den Brenner gefahren sind. Der VCÖ rechnet aufgrund der Entwicklung in den ersten Monaten heuer mit einem weiteren Anstieg auf 1,96 Millionen Lasten– und Sattelzüge!
Die VCÖ–Untersuchung zeigt, dass allein über den Brenner fast doppelt so viele schwere Lkw rollen, wie über alle Schweizer Alpenpässe zusammen. „Der Schweiz ist es gelungen die Zahl der schweren Lkw in den vergangenen Jahren sogar zu verringern„, betont VCÖ–Expertin Rasmussen. Im Jahr 2003 überquerten noch 1,1 Millionen schwere Lkw die Schweiz, im Vorjahr waren es eine Million und damit um 100.000 weniger. Am Brenner hingegen ist im gleichen Zeitraum die Zahl der schweren Lkw um 423.000 gestiegen.
Der VCÖ weist darauf hin, dass rund 600.000 Lkw, die über den Brenner fuhren über die Schweiz eine kürzere Route hätten. „Der Grund ist, dass die Fahrt über den Brenner trotz Umwegs deutlich billiger kommt als über die Schweiz. Denn in der Schweiz zahlen die Lkw die gesamten Kosten, die sie verursachen. Auch die so genannten externen Kosten, wie Umwelt– und Gesundheitsschäden werden berücksichtigt„, erläutert VCÖ–Expertin Rasmussen.
Die EU–Kommission muss bis Juni nächsten Jahres einen Vorschlag zur Einbeziehung der externen Kosten vorlegen. Der VCÖ fordert, dass die externen Kosten dann rasch in die Lkw–Maut einberechnet werden. Österreich selbst kann durch eine Angleichung der Dieselbesteuerung auf das Niveau von Benzin die Transitlawine bremsen.
Eine Chance zur Verringerung des Lkw–Transits über die Alpen sieht der VCÖ auch in der Alpentransitbörse. Diese ist im Regierungsprogramm verankert. „Mit der Alpentransitbörse würde die Gesamtzahl der jährlich zugelassenen Fahrten in Form von Alpentransitrechten festgelegt. Die Einheiten, die es für den Erwerb eines Rechtes braucht, würden versteigert und könnten von den Transporteuren gekauft oder verkauft werden. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis„, erklärt VCÖ–Expertin Rasmussen. Für die Umsetzung braucht es das OK von Seiten der EU.

VCÖ: Zahl der schweren Lkw über Brenner hat sich seit 1995 fast verdoppelt! (Lkw mit Anhänger sowie Sattelzüge)

Jahr 2006: 1,897 Millionen Lkw
Jahr 2005: 1,807 Millionen Lkw
Jahr 2004: 1,798 Millionen Lkw
Jahr 2003: 1,473 Millionen Lkw
Jahr 2002: 1,455 Millionen Lkw
Jahr 2001: 1,390 Millionen Lkw
Jahr 2000: 1,416 Millionen Lkw
Jahr 1999: 1,407 Millionen Lkw
Jahr 1998: 1,254 Millionen Lkw
Jahr 1997: 1,194 Millionen Lkw
Jahr 1996: 1,125 Millionen Lkw
Jahr 1995: 1.043 Millionen Lkw
Quelle: VCÖ 2007

VCÖ: Zahl der schweren Lkw über Schweizer Pässe geht seit 2001 zurück (über Gotthard, San Bernardino, Simplon )

Jahr 2006: 1,001 Millionen Lkw
Jahr 2005: 1,020 Millionen Lkw
Jahr 2004: 1,069 Millionen Lkw
Jahr 2003: 1,106 Millionen Lkw
Jahr 2002: 1,078 Millionen Lkw
Jahr 2001: 1,110 Millionen Lkw
Jahr 2000: 1,039 Millionen Lkw
Jahr 1999: 0,975 Millionen Lkw
Jahr 1998: 0,914 Millionen Lkw
Jahr 1997: 0,847 Millionen Lkw
Jahr 1996: 0,830 Millionen Lkw
Jahr 1995: 0,775 Millionen Lkw
Quelle: Bav, VCÖ 2007

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23.07.2007 | Autor*in: pawek
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