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Ägypten setzt auf Gigawatt-Energie: Wie das Land zur neuen Drehscheibe für erneuerbare Energien wird

09.12.2025

Ägypten positioniert sich seit einigen Jahren als zentraler Akteur der Energiewende im Nahen Osten und Nordafrika.

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Photovoltaikausbau © Gustavo Fring Pexels.com
Mit enormen Solar- und Windressourcen, ambitionierten Ausbauzielen und starken internationalen Partnerschaften entwickelt sich das Land  immer mehr zu einem global relevanten Standort für erneuerbare Großprojekte. 2025 erreicht diese Strategie eine neue Qualität: Gleich mehrere Anlagen mit einer Leistung von über einem Gigawatt befinden sich im Bau oder in Expansion und sollen zeigen, dass Ägypten seine Energiezukunft im industriellen Maßstab denkt. 


Solar und Speicher: Das Obelisk-Projekt als Meilenstein
 

Im Mai 2025 startete der Bau eines der bedeutendsten Solarprojekte des Landes: Die Obelisk-Anlage soll mehr als 1,1 Gigawatt Solarleistung liefern, ergänzt durch einen Batteriespeicher von 100 Megawatt Leistung und 200 Megawattstunden Kapazität. Damit geht Ägypten einen entscheidenden Schritt weiter:  von reiner Stromproduktion hin zur Kombination aus Erzeugung und Stabilisierung. Die Anlage soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen. 

Gerade in sonnenreichen Ländern stellt Netzstabilität eine Herausforderung dar. Durch die Integration eines großen Speichers wird das Stromnetz entlastet, Schwankungen werden ausgeglichen, und Solarenergie kann gezielt in Zeiten hoher Nachfrage ins Netz eingespeist werden. Unterstützt wird das Projekt durch internationale Entwicklungsbanken, die darin ein Modell für zukünftige Infrastrukturvorhaben in Nordafrika sehen.

„Dieses Projekt nutzt das reichhaltige Potenzial erneuerbarer Energien in Afrika und zeigt, wie starke Partnerschaften und innovative Lösungen dazu beitragen, die drei Kernziele im Energiesektor in Einklang zu bringen: Energiesicherheit, Bezahlbarkeit und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung“, sagte Wale Shonibare, Direktor für Energiefinanzierungslösungen, Politik und Regulierung bei der Afrikanischen Entwicklungsbank. „Es hat ein hohes Potenzial, auf dem gesamten Kontinent nachgeahmt zu werden.“ 


Ein Gigawatt Windkraft: Der Golf von Suez als Wind-Hotspot
 

Neben Solarenergie treibt Ägypten auch die Windkraft massiv voran,  vor allem am Golf von Suez, wo beständige Winde optimale Bedingungen bieten. Ein neu geplantes Windkraftprojekt soll über ein Gigawatt Leistung erreichen und wäre damit einer der größten Onshore-Windparks des afrikanischen Kontinents.

Internationale Finanzierungspartner  - unter anderem aus Europa - unterstützen die Entwicklung. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß des Landes deutlich zu reduzieren und gleichzeitig Arbeitsplätze sowie industrielle Wertschöpfung entlang der Küste aufzubauen. 


Red Sea Wind Energy: Afrikas größter Windpark wächst weiter
 

Auch das bereits bestehende Red-Sea-Wind-Energy-Projekt wird erweitert: Statt der ursprünglich geplanten 500 Megawatt sollen künftig 650 Megawatt erzeugt werden. Betreiber wie ENGIE und weitere internationale Partner unterstreichen damit ihre langfristige Investitionsbereitschaft.
 

Nach Fertigstellung wird die Anlage Strom für über eine Million Haushalte liefern. Der Windpark gilt als Vorzeigeprojekt dafür, wie multinationale Kooperationen zur Dekarbonisierung im großen Maßstab beitragen können  und wie Ägypten sich zum Energiedrehkreuz für die Region entwickelt.
 

Strategische Bedeutung für das Land – und für Europa

 

Für Ägypten sind die Großprojekte weit mehr als nur Energieanlagen. Sie sind Teil einer langfristigen Vision:

  • Energieunabhängigkeit stärken
  • Exportmärkte für grünen Strom und perspektivisch grünen Wasserstoff erschließen
  • Infrastruktur modernisieren und neue Industrien ansiedeln
  • Arbeitsplätze in technisch anspruchsvollen Bereichen schaffen 

 

Die aktuellen Projekte markieren aber  erst den Anfang. Ägypten plant bis 2035 einen Anteil von mindestens 42 Prozent erneuerbarer Energie im Strommix  - ein Ziel, das mit den jetzigen Megaprojekten realistisch wird. Gleichzeitig zeigen die Investitionen, dass Sonne und Wind im Land nicht mehr als Einzelanlagen gedacht werden, sondern als Gesamsysteme inklusive Speicher, Netzausbau und internationaler Kooperation.

 

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09.12.2025 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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