Abkommen gegen tödliche Plastikflut als klares Muss
Genf – Die fünfte UN-Verhandlungsrunde für ein globales Plastikabkommen beginnt morgen – und mit ihr die vielleicht letzte Chance, die Plastikflut wirksam einzudämmen. Mehr als 100 Staaten fordern ambitionierte und verbindliche Regeln. Ob der Schutz von Gesundheit, Klima und Artenvielfalt gelingt, entscheidet sich in den kommenden Tagen.
Der Plastikexperte von Greenpeace Deutschland, Moritz Jäger-Roschko, warnt vor einem historischen Versäumnis:
“Es braucht jetzt verbindliche globale Ziele, um die Plastikproduktion zu senken. Dazu gehören auch ein weltweites Aus für unnötiges Einwegplastik und ein Verbot gefährlicher Plastikchemikalien. Ohne diesen Kurs droht ein Abkommen ohne Biss, das Schlupflöcher schafft statt Lösungen. Die Folge: mehr Plastik, mehr Gefahr für Umwelt und Gesundheit, mehr verlorene Zeit.
Deutschland unterstützt viele dieser Forderungen. Umso wichtiger ist es jetzt, sich nicht hinter Recycling-Versprechen zu verstecken. Wer den Schutz von Mensch und Umwelt ernst meint, muss jetzt konkrete Taten folgen lassen. Die Plastikkrise ist schon seit Jahren eine massive Bedrohung für Umwelt und Gesundheit. Sie lässt sich nur eindämmen, wenn wir an der Ursache des Problems ansetzen und weltweit weniger Plastik produzieren. Deutschland muss sich bei den Verhandlungen genau dafür stark machen.”
Der Plastikexperte von Greenpeace Deutschland, Moritz Jäger-Roschko, warnt vor einem historischen Versäumnis:
“Es braucht jetzt verbindliche globale Ziele, um die Plastikproduktion zu senken. Dazu gehören auch ein weltweites Aus für unnötiges Einwegplastik und ein Verbot gefährlicher Plastikchemikalien. Ohne diesen Kurs droht ein Abkommen ohne Biss, das Schlupflöcher schafft statt Lösungen. Die Folge: mehr Plastik, mehr Gefahr für Umwelt und Gesundheit, mehr verlorene Zeit.
Deutschland unterstützt viele dieser Forderungen. Umso wichtiger ist es jetzt, sich nicht hinter Recycling-Versprechen zu verstecken. Wer den Schutz von Mensch und Umwelt ernst meint, muss jetzt konkrete Taten folgen lassen. Die Plastikkrise ist schon seit Jahren eine massive Bedrohung für Umwelt und Gesundheit. Sie lässt sich nur eindämmen, wenn wir an der Ursache des Problems ansetzen und weltweit weniger Plastik produzieren. Deutschland muss sich bei den Verhandlungen genau dafür stark machen.”
Madeleine Drescher, Konsumsprecherin bei Greenpeace Österreich: „Jetzt ist der Moment, um die Plastikflut endlich zu stoppen. Wir brauchen ein Abkommen, das den Mut hat, die Ursachen anzugehen und nicht nur Symptome zu bekämpfen. Freiwillige Schritte oder Scheinlösungen wie chemisches Recycling feuern die Krise nur an und lösen nicht das Problem. Wenn die Staaten jetzt nicht handeln, verspielen sie eine historische Chance und lassen Menschen und Umwelt in Bergen von Plastikmüll zurück.“
“Plastikmüll ist nicht nur eine tödliche Bedrohung für Tiere. Er gelangt auch in Form von Mikroplastik in den menschlichen Körper – mit weitreichenden Folgen”, sagt WWF-Meeresexperte Axel Hein und verweist auf einen neuen WWF-Report, der die gesundheitlichen Gefahren der Plastikverschmutzung für Menschen in den Fokus rückt. Ziel der UN-Verhandlungen muss daher ein verbindliches Abkommen sein, um effektiv gegen die Plastikverschmutzung vorgehen zu können. Bisherige Versuche scheiterten aufgrund wirtschaftlicher Interessen einzelner Staaten.
Der Handlungsdruck ist enorm, wie unter anderem das Ausmaß der Verschmutzung in den Weltmeeren zeigt: Aktuell schwimmen schätzungsweise 80 bis 150 Millionen Tonnen Plastik in unseren Ozeanen. Das entspricht fast der Hälfte des Gewichts der gesamten Weltbevölkerung. Für 60 bis 95 Prozent der weltweiten Plastikverschmutzung der Meere ist Einwegplastik verantwortlich. “Wenn das so weitergeht, wird es bald mehr Plastik als Fische im Meer geben. Wir müssen die tödliche Plastikflut stoppen, bevor es zu spät ist”, sagt Hein vom WWF. Strohhalme, Plastiksackerl und alte Fischernetze sind die Ursache für den qualvollen Tod von hunderttausenden Meereslebewesen jährlich – darunter seltene Schildkröten, Wale und Delfine sowie Millionen von Seevögeln. “Ob im Magen, als tödliche Schlinge um den Hals oder als Giftstoff: Für Meerestiere gibt es keine Chance, dem Plastik zu entkommen”, sagt Axel Hein vom WWF.
Geisternetze als zunehmende Bedrohung
Neben Einwegplastik, das direkt oder über Fließgewässer ins Meer gelangt, stellt auch die Verschmutzung durch Fischereiausrüstung ein zunehmendes Problem dar. Laut einer umfassenden Studie könnten die jährlich verlorenen Hochseenetze schätzungsweise mehr als 90 Prozent der Fläche Österreichs bedecken. Mit den jedes Jahr verlorenen Langleinen und Seitenleinen, mit denen beispielsweise Thunfisch gefangen wird, könnte man einmal zum Mond und zurückfliegen. Allein in den europäischen Meeren gehen schätzungsweise 1.700 bis 3.000 Tonnen Fanggeräte pro Jahr verloren.
Der Handlungsdruck ist enorm, wie unter anderem das Ausmaß der Verschmutzung in den Weltmeeren zeigt: Aktuell schwimmen schätzungsweise 80 bis 150 Millionen Tonnen Plastik in unseren Ozeanen. Das entspricht fast der Hälfte des Gewichts der gesamten Weltbevölkerung. Für 60 bis 95 Prozent der weltweiten Plastikverschmutzung der Meere ist Einwegplastik verantwortlich. “Wenn das so weitergeht, wird es bald mehr Plastik als Fische im Meer geben. Wir müssen die tödliche Plastikflut stoppen, bevor es zu spät ist”, sagt Hein vom WWF. Strohhalme, Plastiksackerl und alte Fischernetze sind die Ursache für den qualvollen Tod von hunderttausenden Meereslebewesen jährlich – darunter seltene Schildkröten, Wale und Delfine sowie Millionen von Seevögeln. “Ob im Magen, als tödliche Schlinge um den Hals oder als Giftstoff: Für Meerestiere gibt es keine Chance, dem Plastik zu entkommen”, sagt Axel Hein vom WWF.
Geisternetze als zunehmende Bedrohung
Neben Einwegplastik, das direkt oder über Fließgewässer ins Meer gelangt, stellt auch die Verschmutzung durch Fischereiausrüstung ein zunehmendes Problem dar. Laut einer umfassenden Studie könnten die jährlich verlorenen Hochseenetze schätzungsweise mehr als 90 Prozent der Fläche Österreichs bedecken. Mit den jedes Jahr verlorenen Langleinen und Seitenleinen, mit denen beispielsweise Thunfisch gefangen wird, könnte man einmal zum Mond und zurückfliegen. Allein in den europäischen Meeren gehen schätzungsweise 1.700 bis 3.000 Tonnen Fanggeräte pro Jahr verloren.
Über die UN-Plastik-Verhandlungen:
Von 5. bis 14. August 2025 werden die Staaten in Genf zu einer weiteren Verhandlungsrunde zusammenkommen, um eine Einigung über ein globales Abkommen zur Beendigung der Plastikverschmutzung zu erzielen. Die Verhandlungen in Südkorea im vergangenen Dezember konnten nicht wie geplant abgeschlossen werden. Sie scheiterten an fundamental unterschiedlichen Interessen, insbesondere am Widerstand einiger Staaten, die versuchen, den Geltungsbereich des Vertrags auf die Abfallbewirtschaftung zu beschränken, statt die Ursachen des Problems – wie übermäßige Produktion von Rohmaterial und Einwegplastik – anzugehen.