© Christop Bellin - Bund
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Deutschland: Drei weitere Atomkraftwerke gehen vom Netz

Für die drei Kernkraftwerke Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen, Block C (Bayern) erlischt die Berechtigung zum Leistungsbetrieb zum 31. Dezember 2021.

Nach Beendigung des Leistungsbetriebs zum 31. Dezember 2021 werden die drei Kernkraftwerke Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen C endgültig abgeschaltet. Sie speisen dann keinen Strom mehr ins Netz. Möglichst umgehend soll dann mit dem Rückbau begonnen werden. Dabei gelten besondere Schutzmaßnahmen. Denn auch nach Betriebsende kann von einer kerntechnischen Anlage weiterhin eine Gefährdung für Mensch und Umwelt ausgehen. Deshalb muss sie „geordnet stillgelegt" werden.

Geordnete Stilllegung und „Grüne Wiese“
Grundsätzlich versteht man unter dem Begriff "Stilllegung" alle Maßnahmen, die nach der Erteilung der Genehmigung zur Stilllegung durchgeführt werden, bis eine behördliche und atomrechtliche Überwachung nicht mehr notwendig ist. Dies bedeutet in der Regel, dass alle Gebäudeteile entfernt sind und der natürliche Ausgangszustand in Form der sogenannten „Grünen Wiese“ wiederhergestellt ist. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür ergeben sich aus dem Atomgesetz.

Strenges Genehmigungsverfahren
Zuständig für den Rückbau ist – dem Verursacherprinzip entsprechend – der Betreiber. Dieser ist verpflichtet, ein Stilllegungskonzept zu entwickeln und der zuständigen atomrechtlichen Landesbehörde vorzulegen, die dieses wiederum genehmigen muss. Da Mensch und Umwelt wegen möglicher Strahlenbelastungen direkt betroffen sein können, wird die Öffentlichkeit in den Prozess der Stilllegung ebenfalls mit einbezogen - zum Beispiel durch Einsichtnahme der Unterlagen.

Rückbau und Demontage

Der Rückbau erfolgt grundsätzlich raumweise und innerhalb von Gebäuden vorzugsweise von oben nach unten und von den Transportwegen ins Rauminnere. An die Demontage der Anlagenteile schließt sich häufig die weitere Zerlegung, Dekontamination, Verpackung und Zwischenlagerung an. Nach Demontage aller Anlagenteile und Dekontamination der Gebäude und Bodenflächen wird die Anlage aus der atom- und strahlenschutzrechtlichen Überwachung entlassen.

Zwischenlagerung

Noch einige Jahre müssen die Brennelemente im Lagerbecken der Anlagen abkühlen. Erst dann können sie in Castoren umgeladen und in ein Zwischenlager auf dem jeweiligen Kraftwerksgelände transportiert werden. Dort lagern und trocknen die abgekühlten Brennelemente für weitere Jahre.


QUELLE: Deutsche Bundesregierung


Artikel Online geschaltet von: / Doris Holler /