© Schwoaze pixabay.com / Autobahn
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Greenpeace-Report: Autoindustrie verursacht mehr Treibhausgase als die gesamte EU

Umweltschutzorganisation fordert ein Ende des Verbrennungsmotors - Neuzulassungs-Stopp für Benziner und Diesel ab 2028

Der im Rahmen der Frankfurter Automesse präsentierte Greenpeace-Report "Mit Vollgas in die Klimakrise" kommt zum Ergebnis, dass der CO2-Fußabdruck der globalen Autoindustrie für neun Prozent der jährlichen weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist. Das ist mehr als die gesamte EU zur Klimakrise beiträgt.

Im Report wird die Rolle der zwölf weltgrößten Autokonzerne in Bezug auf die Klimakatastrophe unter die Lupe genommen. Der Konzern mit den global höchsten CO2-Emissionen ist VW. Auf den Plätzen folgen Renault-Nissan, Toyota, General Motors und Hyundai-Kia.

"Die Autoindustrie nimmt die Klimakrise noch immer nicht ernst", sagt Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. "Der Durchschnittsverbrauch der Autos nimmt nicht ab. Leichte Verbesserungen werden vor allem durch die starke Zunahme der SUVs mehr als ausgeglichen." In Europa ist der SUV-Anteil in den letzten zehn Jahren von acht auf 32 Prozent angestiegen. Auch Hybridfahrzeuge ändern an der schlechten Ökobilanz der Autoindustrie nichts. "Die Autoindustrie muss aus dem Verbrennungsmotor aussteigen. Spätestens 2028 dürfen keine neuen Benzin- und Dieselautos mehr verkauft werden", fordert Schuster.

Von den zwölf Weltmarktführern hat bislang nur VW zugesagt, in Zukunft nur mehr E-Autos zu bauen. "Doch die VW-Deadline ist 2040, das ist viel zu spät", so Schuster. Greenpeace fordert daher auch gesetzliche Verbote. Die zukünftige österreichische Regierung muss ein Aus für Verbrennungsmotoren ab 2028 als oberste Klimapriorität betrachten. "Der Verkehr ist das größte Problemfeld der österreichischen Klimaschutz-Politik. In keinem anderen Sektor sind die Emissionen während der letzten Jahre so dramatisch gestiegen wie im Verkehr. Es braucht ein klares Umdenken bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und NEOS: im Rahmen des kürzlich veröffentlichten Greenpeace-Parteienchecks hat sich keine dieser Parteien für eine Ende des Verbrennungsmotors ausgesprochen”, mahnt Schuster.

Die deutschsprachige Kurzfassung des Greenpeace Reports "Mit Vollgas in die Klimakrise" finden Sie hier


Artikel Online geschalten von: / holler /