© Laurent Renault
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Neue Gentechnik vollständig regulieren!

Damit Sie auch in Zukunft wissen, was Sie essen

Schiltern/Wien - In Europa brennt eine Debatte über die Zukunft der Gentechnik-Regulierung. Der EuGH wird am 25. Juli eine richtungsweisende Entscheidung bekanntgeben. Geht es nach den Saatgut-Konzernen, sollen die neuen Gentechnik-Verfahren wie CRISPR/Cas von den Gentechnik-Vorschriften ausgenommen werden. „Das heißt: Keine verpflichtende Risikoabschätzung, keine Kennzeichnung von Gentechnik-Produkten und keine Sicherheitsvorkehrungen. Das ist verantwortungslos!“, so Tina Rametsteiner, Politische Referentin beim Verein ARCHE NOAH. "Wir unterstützen daher die heutige heutige Forderung von Handel und Lebensmittel-Erzeugern neue Gentechnik EU-weit zu regulieren.

Vorsorge statt Nachsorge

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit und Umwelt schreiben die Gentechnik-Vorschriften vorsorgende Maßnahmen vor. Sie folgen damit dem sogenannten Vorsorgeprinzip: Potentielle Schäden für die Umwelt und die Gesundheit sollen im Vorhinein vermieden werden. „Das Vorsorgeprinzip ist vor allem dann anzuwenden, wenn es um komplexe Systeme geht, die wir noch nicht voll verstanden haben und deren Auswirkungen wir noch nicht vollständig abschätzen können. Genau das ist bei den neuen Gentechnik-Verfahren der Fall“, betonte Tina Rametsteiner.

Nichtregulierung hätte gravierende Folgen

Werden die neuen Gentechnik-Verfahren nicht wie Gentechnik reguliert, kommen gentechnisch veränderte Pflanzen ohne Risikoabschätzung und Kennzeichnung auf den Markt. Es gibt dann:

keine verpflichtende Risikoabschätzung für Mensch und Umwelt,
keine Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten,
keine verpflichtenden Sicherheitsmaßnahmen, um Verunreinigungen von gentechnikfreien (Bio-)Produkten zu verhindern,
und keine Möglichkeit bei einer Gefahr für Gesundheit oder Umwelt den Einsatz des Produktes vorübergehend einzuschränken oder zu verbieten.
„Geschieht dies in nur einem einzigen EU-Mitgliedstaat, landet Gentechnik schnell in ganz Europa auf Feld und Teller. Das hätte unabsehbare Folgen für unsere Gesundheit und Umwelt, nimmt uns unsere Wahlfreiheit als KonsumentInnen und setzt Österreichs Spitzenrolle in der Bio-Landwirtschaft aufs Spiel.“ betonte Tina Rametsteiner. „Dem Verein ARCHE NOAH ist es daher ein großes Anliegen, dass sich Gesundheitsministerin Hartinger-Klein und Landwirtschaftsministerin Köstinger auf EU-Ebene aktiv für die Anwendung der Gentechnik-Vorschriften einsetzen“, forderte Tina Rametsteiner.

Hintergrund:

Der Verein ARCHE NOAH und seine über 17.000 Mitglieder und Förderer setzen sich seit über 25 Jahren für die Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt ein. Erfolgreich wird daran gearbeitet, traditionelle und seltene Sorten wieder in die Gärten, auf die Felder und auf den Markt zu bringen.


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