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94 Milliarden Dollar Reingewinn 2026 für Shell, Exxon und Co.

28.04.2026

Internationale Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien

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© InstagramFOTOGRAFIN pixabay.com

Während der gegenwärtige Ölpreisschock die finanzielle Belastung vieler Menschen verschärft, verzeichnen Öl- und Gaskonzerne enorme Profite. Neue Berechnungen von Oxfam zeigen, dass sechs der größten fossilen Energieunternehmen im Jahr 2026 Gewinne in Höhe von 94 Milliarden US-Dollar erwarten können. Umso dringlicher sind nicht nur der weltweite Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas und der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien, sondern auch eine Übergewinnsteuer für fossile Konzerne, um die weltweite Transformation zu finanzieren. Das fordert Oxfam anlässlich der ersten internationalen Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien, die im kolumbianischen Santa Marta läuft.
 

Allein die Gewinnsteigerung der sechs Konzerne – Chevron, Shell, BP, ConocoPhillips, Exxon und TotalEnergies – entspricht fast 37 Millionen US-Dollar pro Tag an zusätzlichen Gewinnen als noch 2025. Die prognostizierten Gesamtgewinne aus fossilen Brennstoffen für 2026 belaufen sich auf 94 Milliarden US-Dollar. Damit ließe sich z.B. auf dem afrikanischen Kontinent eine solarbetriebene Energieversorgung für rund 50 Millionen Menschen aufbauen. 
 

Fossile Energieabhängigkeit als Preistreiber
 

Die eskalierende Gewalt im Nahen Osten und die wachsende geopolitische Instabilität treiben weltweit immer mehr Menschen in die Energiearmut. Der Ölpreisschock hat weitreichende Folgen: In vielen Ländern steht die Wirtschaft unter Druck, Familien in aller Welt haben Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch in Deutschland belasten steigende Energiepreise viele Haushalte.
 

Jan Kowalzig, Referent für Klimapolitik bei Oxfam sagt: „Es offensichtlich, wie dringend der Ausstieg aus den fossilen Energien ist, um die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten zu verringern und die Widerstandskraft gegenüber geopolitischen Krisen zu erhöhen. Doch die Bundesregierung bremst mit ihrer Energiepolitik den Ausbau von Sonne und Wind aus, will neue Gaskraftwerke bauen und verfestigt so bestehende Abhängigkeiten. Statt konsequent dagegen zu steuern, schiebt die Bundesregierung den fossilen Großkonzernen für deren klimazerstörendes Geschäftsmodell Milliardengewinne zu. Den Preis dafür  zahlen die Verbraucher*innen – und Millionen Menschen, die durch die Klimakrise ihre Lebensgrundlage verlieren.“
 

Zustimmung für Besteuerung von fossilen Unternehmen

 

Eine Oxfam-Umfrage von April 2026 zeigt, dass dreimal so viele Befragten staatliche Investitionen in erneuerbare Energien anstelle einer Ausweitung der Förderung fossiler Brennstoffe befürworten. Zwei Drittel (68 Prozent) sprachen sich außerdem für eine Erhöhung der Steuern auf die Gewinne großer Öl- und Gaskonzerne aus, um den Übergang zu erneuerbaren Energien zu finanzieren: „Hauptverursacher und Profiteure müssen endlich in die Verantwortung genommen nehmen, etwa durch eine Steuer auf die Zufallsgewinne fossiler Konzerne in der gegenwärtigen Krise”, so Kowalzig
 

Zur internationalen Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien in Kolumbien, an der rund 50 Länder teilnehmen werden – darunter Deutschland – fordert Oxfam erste Schritte hin zu einem Fahrplan zum weltweiten Ausstieg aus den fossilen Energien. Fossile Konzerne und extremer Reichtum sollten zur Finanzierung der Transformation stärker in die Pflicht genommen werden.
 

„Ein gerechter Übergang weg von fossilen Brennstoffen muss Menschen unterstützen, die die Hauptlast der Klimakrise tragen und die durch die Transformation der Energiesysteme neuen Belastungen ausgesetzt werden könnten”, sagt Kowalzig. „Die Besteuerung auf extreme Vermögen der Reichen und Superreichen sowie auf die Übergewinne fossiler Unternehmen sind zentraler Baustein für die Finanzierung einer weltweit sozial ausgewogenen und gerechten Energiewende.”

Die Konferenz in Santa Marta ist eine Initiative Kolumbiens und der Niederlande als Antwort auf die Forderungen nach einem fossilen Ausstiegsplan, zu dem auf der letzten UN-Klimakonferenz COP30 unter den Staaten kein Konsens gefunden werden konnte. Rund 50 Länder nehmen daran teil, darunter Deutschland. Die Ergebnisse werden auch zur Initiative der brasilianischen COP30-Präsidentschaft beitragen, an einem globalen Ausstiegsplan zu arbeiten. Ergebnisse sollen auf der kommenden UN-Klimakonferenz COP31 im türkischen Antalya vorgestellt werden.  
Die Umfrage wurde im April 2026 vom Marktforschungsunternehmen Norstat in Großbritannien, Frankreich, Brasilien, Türkei, Australien, Niederlande und Kolumbien durchgeführt. Sie zeigt eine Zustimmung über Parteigrenzen hinweg für eine Besteuerung von Öl- und Gasunternehmen zur Finanzierung der Energiewende.
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