936 Kilometer ohne Ladestopp: Reichweitenrekord für siebensitzige Elektro-SUV mit dem Škoda Peaq
Wie weit kann ein großes Elektro-SUV tatsächlich mit einer Batterieladung kommen? Dieser Frage gingen die beiden Škoda-Mitarbeiter Marek Jež und Jakub Krs mit einem ungewöhnlichen Praxistest nach. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Ein serienmäßiger Škoda Peaq 90 schaffte 936 Kilometer ohne Nachladen und stellte damit nach Angaben des Unternehmens einen Reichweitenrekord für siebensitzige Elektro-SUV auf.
Der Rekordversuch wurde unter Aufsicht des TÜV Süd als Zertifizierungsunternehmen durchgeführt.
Von Tschechien bis an die niederländische Küste
Die Rekordfahrt begann am 25. August um 12 Uhr am Škoda-Stammsitz in Mladá Boleslav. Die Route ging durch Deutschland bis in die Niederlande. Nach Fahrerwechseln sowie Pausen zur Erholung und für Mahlzeiten erreichte das Fahrzeug in den frühen Morgenstunden des Folgetages die Niederlande. Am Nachmittag endete die Fahrt im Badeort Zandvoort.
Nach insgesamt 936 Kilometern war die Batterie leer- ohne Ladestopp während der gesamten Fahrt.
Besonders auffällig ist dabei der ermittelte Verbrauch von lediglich 9,2 kWh/100 km. Für ein großes, siebensitziges SUV ist dieser Wert außergewöhnlich niedrig.
Allerdings handelt es sich um einen Rekordversuch unter optimierten Bedingungen und nicht um eine realistische Alltagsreichweite. Die Fahrer wählten die Route gezielt mit Blick auf einen möglichst niedrigen Energieverbrauch und passten ihren Fahrstil entsprechend an.
„Das Ziel war es, zu zeigen, was die Technologie leisten kann, wenn sie bis an ihre Grenzen gebracht wird“, erklärt Jakub Krs, der an der Rekordfahrt beteiligt war und bei Škoda für die Hochvolt-Batteriestrategie verantwortlich ist.
289 Kilometer mehr als die WLTP-Reichweite
Der eingesetzte Peaq 90 verfügt über eine 91-kWh-Batterie, davon stehen 86 kWh netto zur Verfügung. Der Elektroantrieb leistet 210 kW beziehungsweise 286 PS und treibt ausschließlich die Hinterräder an. Zum Einsatz kamen 19-Zoll-Räder mit Reifen mit geringem Rollwiderstand.
Die offizielle WLTP-Reichweite beträgt bis zu 647 Kilometer. Mit den gefahrenen 936 Kilometern übertraf der Peaq diesen Wert um 289 Kilometer beziehungsweise knapp 45 Prozent.
Entscheidend für die Effizienz ist neben der Batteriegröße auch die Aerodynamik. Škoda gibt für die Peaq-Baureihe einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,249 an.
Im Alltag wird der Peaq mehr verbrauchenŠkoda selbst meint, dass die Rekordfahrt nicht mit dem normalen Fahrbetrieb gleichzusetzen ist. Der extrem niedrige Verbrauch wurde durch eine konsequent auf Effizienz ausgelegte Fahrweise ermöglicht.
„Im Alltagsbetrieb werden die Kunden das Auto wahrscheinlich nicht auf diese Weise fahren“, sagt Marek Jež, Leiter der Peaq-Modellreihe. Schließlich sei das Fahrzeug dafür ausgelegt, seine Vorteile bei Fahrdynamik, Infotainment und Komfort auszuspielen.
Das zeigt auch der offizielle Verbrauchswert: Škoda nennt für den Peaq einen kombinierten Stromverbrauch von 15,1 bis 20,3 kWh/100 km. Die Rekordfahrt mit 9,2 kWh/100 km lag damit deutlich darunter.
Der Test ist deshalb weniger als Versprechen einer 936-Kilometer-Alltagsreichweite zu verstehen, sondern vielmehr als Demonstration des Effizienzpotenzials von Elektroantrieb, Aerodynamik, Reifen und Batteriemanagement.
Elektro-SUV mit sieben Sitzen
Der Peaq ist das neue elektrische Flaggschiff von Škoda und zugleich das größte und geräumigste SUV der Marke. Gebaut wird das Modell im Škoda-Stammwerk in Mladá Boleslav.
Mit dem Fahrzeug führt Škoda mehrere neue Technologien ein. Dazu gehören unter anderem bündig integrierte Türgriffe, ein Panoramaglasdach mit Dynamic Shade Control und bidirektionales Laden.
Offenbar stößt das neue Modell bereits vor dem österreichischen Marktstart auf großes Interesse: Škoda meldet mehr als 10.000 Bestellungen. In Österreich soll der Peaq am 2. Oktober 2026 auf den Markt kommen.
936 Kilometer mit einem siebensitzigen Elektro-SUV sind eine eindrucksvolle Demonstration. Die Fahrt zeigt: Mit Effizienz ist verdammt viel möglich!