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80 Prozent der österreichischen Neonicotinoid–Anwendungen von EU–Verbot nicht erfasst

27.05.2013

GLOBAL 2000: Bienensterben lässt sich nur durch weitergehende Pestizid–Verbote stoppen

© sxc.hu
© sxc.hu
Wien Die EU–Kommission hat nun per Verordnung in allen 27 Mitgliedsstaaten ab 1. Dezember 2013 die Anwendung dreier bienengiftiger Neonicotinoide teilweise verboten. Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam dürfen in den kommenden zwei Jahren nicht mehr auf Mais, Raps, Sonnenblume, Baumwolle, Sommergetreide und Kürbis angewendet werden.
Nicht betroffen vom EU–Verbot sind jedoch Wintergetreide, Zuckerrübe, Karotten, Zwiebel und zahlreiche andere Kulturen sowie der gesamte Obst– und Weinbau. „Das entspricht einer Fläche in Österreich von rund 500.000 Hektar, auf der auch zukünftig Neonicotinoide ausgebracht werden dürfen, welche für Bienen 7000–mal giftiger sind als DDT und die sich aufgrund ihrer Persistenz in Boden und Wasser anreichern können„, warnt Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000: „Die Teilverbote der EU greifen daher zu kurz. Wenn wir dem Bienen– und Insektensterben in Österreich ernsthaft entgegen treten wollen, müssen wir über ein generelles Verbot der Neonicotinoide nachdenken und die notwendigen Schritte auch rasch umsetzen!„
Hinsichtlich der als besonders bienengiftig angesehenen Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam sind vom EU–Verbot nur 17 der 39 in Österreich derzeit möglichen Anwedungen betroffen. Rechnet man auch die beiden Neonicotinoide Thiacloprid und Acetamiprid mit ein, deren subletalen Niedrigdosis–Effekte auf Bienen von der EU noch nicht untersucht wurden und die (derzeit noch) als "weniger bienengefährlich" gelten, so sind es sogar 80 Prozent der in Österreich zulässigen Neonicotinoid–Anwendungen, die vom EU–Verbot unberührt bleiben, wie eine Analyse von GLOBAL 2000 aufzeigt.
„Der Schutz der Bienen verlangt daher nach Maßnahmen, die weit über die Teilverbote der EU hinausgehen. Da mittlerweile in fast allen Parteien die Notwendigkeit eines generellen Verbot zumindest von einzelnen Politikern erkannt und auch formuliert wurde, sollten die Chancen, noch vor der anstehenden Nationalratswahl ein weitgehendes Neonicotinoid–Verbot in Österreich zu beschließen, intakt sein„, sagt Burtscher abschließend.
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27.05.2013 | Autor*in: holler
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