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80 Jahre nach Hiroshima: Atomwaffen werden weiter modernisiert

03.08.2025

BUND fordert: Deutschland soll Atomwaffenverbotsvertrag beitreten

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Atomkraft ist nicht wirtschaftlich © OpenClipart-Vectors pixabay.com
  • 80 Jahre nach Atombombenabwürfen modernisieren Staaten ihre Atomwaffen
  • BUND fordert die deutsche Bundesregierung auf, Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten
  • Atommüll bleibt ungelöstes Problem

Berlin -  Vor 80 Jahren bombardierten US-Streitkräfte die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Hundertausende starben, viele weitere litten an den Spätfolgen. Trotz Abrüstungsverpflichtungen dokumentiert das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI eine zunehmende Modernisierung der Atomwaffen weltweit. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt diese Technologie ab und fordert sofortige Abrüstung zum Schutz von Mensch und Umwelt.
 

Patrick Rohde, stellvertretender Geschäftsführer Politik beim BUND: "Die Opfer von Hiroshima und Nagasaki mahnen uns: Atomwaffen sind keine Sicherheitsgarantie, sondern ein permanentes Risiko für das Überleben der Menschheit und einer intakten Umwelt. In Zeiten weltweiter Spannungen zeigen sich einmal mehr die Gefahren der Logik der nuklearen Abschreckung. Der Humanismus verlangt von uns, dass wir Vertrauen über Angst stellen – und den Weg in eine atomwaffenfreie Zukunft entschlossen einschlagen. Wir fordern die Bundesregierung daher auf, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten.“
 

Erinnerung bewahren, Atomwaffen ächten
 

Der Atomwaffenverbotsvertrag, ausgehandelt unter dem Dach der Vereinten Nationen, verpflichtet zur Abrüstung. 94 Staaten haben ihn unterschrieben, 73 ratifizierten ihn. Doch die Atomwaffenstaaten und Deutschland fehlen. Auf deutschem Boden lagern weiterhin US-Atomwaffen. Der BUND ist Mitglied der Internationalen Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen (ICAN), ebenso wie unsere japanische Partnerorganisation Friends of the Earth Japan.

Akiko Yoshida, Beauftragte für Klima und Energie bei Friends of the Earth Japan: „Im März 2024 habe ich gemeinsam mit Mitgliedern des BUND Naturschutz Hiroshima besucht. Wir besichtigten zusammen das Friedensmuseum, spazierten durch den Park und dachten an den Tag des Atombombenabwurfs sowie an die Zeit danach. Im selben Jahr wurde die Japanische Konföderation der Atombomben- und Wasserstoffbombenopfer-Organisationen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Dennoch hat auch Japan den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen nicht ratifiziert und nimmt nicht einmal als Beobachter an den Vertragsstaatenkonferenzen teil. Die Hibakusha, die Überlebenden der Atombombenabwürfe, werden jedes Jahr älter, und in diesem Jahr ist ihre Zahl erstmals unter 100.000 gefallen. Die Zeit, ihre Erinnerungen weiterzugeben, wird knapp.“

Nicht nur Atomwaffen, die gesamte nukleare Technik ist eine gefährliche Sackgasse. Reaktorkatastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima sowie die kriegsbedingten Gefahren am Kernkraftwerk Saporischschja zeigen das zerstörerische Ausmaß, das sie annehmen können. Obwohl Deutschland aus der Atomstromproduktion ausgestiegen ist, bleibt die sichere Lagerung radioaktiver Abfälle eine nationale Herausforderung. Sie müssen für Jahrmillionen sicher von der Erdoberfläche und den Menschen abgeschirmt werden. Das Atomproblem bleibt aktuell – auch wegen der unbefristet laufenden Uranfabriken in Lingen und Gronau. Der BUND fordert, auch diese Anlagen endlich abzuschalten.

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Atomkraft ist nicht wirtschaftlich © OpenClipart-Vectors pixabay.com