8 von 10 sehen Österreich am falschen Weg: Inflation und Gesundheitswesen dominieren die Sorgen der Nation
Österreich blickt mit Sorge auf die eigene Zukunft
An der Spitze der wichtigsten Sorgenthemen stehen in dieser Vorweihnachtszeit Inflation und Gesundheitswesen, beide mit jeweils 40 Prozent.
Inflation zurück an der Spitze und über dem internationalen Durchschnitt
Nach einer kurzen Entspannung ist die Teuerung zurück im Fokus:
40 % der Österreicher:innen nennen die Inflation unter ihren drei größten Sorgen – ein Wert, der klar über dem globalen Durchschnitt von 30 % liegt.
Steigende Lebenshaltungskosten, Energiepreise und die Furcht vor zusätzlicher Steuerlast (14 %) sorgen für eine anhaltende Belastung in allen Bevölkerungsgruppen.
Parallel dazu nimmt die Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit zu und erreicht 25 %. Jede:r vierte Befragte befürchtet also, dass das soziale Gefüge zunehmend unter Druck gerät.
Gesundheitswesen: Überlastung und lange Wartezeiten befeuern Besorgnis
Mit ebenfalls 40 % erlebt die Besorgnis über das österreichische Gesundheitswesen einen deutlichen Anstieg. Besonders stark betroffen:
49 % der über 65-Jährigen
48 % der nicht erwerbstätigen Befragten
Lange Wartezeiten, Ärztemangel und die Angst vor einer dauerhaften Überlastung des Systems prägen die Wahrnehmung. Das Gesundheitswesen ist damit neben der Inflation eines der beiden zentralen Krisenfelder für die Bevölkerung.
Einwanderung und Kriminalität: Stabil hoch, aber mit Differenzen zwischen den Gruppen
Die Sorge um Einwanderung bleibt mit 34 % eines der drängendsten Themen.
Besonders bei Männern (40 %) liegt die Besorgnis weit über dem Durchschnitt.
Auch Kriminalität und Gewalt beschäftigen weiterhin 27 % der Menschen. Viele Befragte empfinden Gewaltkriminalität als „unmittelbare Alltagsbedrohung“. International liegen Kriminalität und Gewalt mit 34 % sogar an der Spitze der globalen Sorgenthemen.
Weitere Trends: Arbeitslosigkeit steigt, Klimawandel verliert an Bedeutung
Einige Entwicklungen stechen hervor:
Arbeitslosigkeit: 15 % (deutlicher Anstieg, Platz 6 der größten Sorgen)
Klimawandel: Nur noch 12 % – damit rutscht das Thema aus den Top Ten.
Moralischer Verfall: Mit 14 % mittlerweile unter den zehn wichtigsten Sorgen.
Korruption: Rückgang auf 14 %, trotz teils intensiver politischer Debatten im Jahresverlauf.
COVID-19 spielt in der Wahrnehmung der Befragten keine Rolle mehr.
Bewertung der wirtschaftlichen Lage: 79 % sehen „schlechte“ oder „sehr schlechte“ Situation
Die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage fällt vernichtend aus:
1 % bewerten sie als sehr gut,
20 % als eher gut,
58 % als eher schlecht,
21 % als sehr schlecht.
In keinem wesentlichen demografischen Segment gibt es eine Mehrheit, die die Lage positiv einschätzt.
Besonders kritisch zeigen sich die Steirer:innen: 87 % sehen Österreich klar auf dem falschen Weg.
Lediglich Akademiker:innen blicken etwas optimistischer in die Zukunft: 41 % meinen, Österreich entwickle sich in die richtige Richtung – ein im Vergleich hoher Wert, aber immer noch eine Minderheit.
Österreich am Ende eines schwierigen Jahres – und mit Blick auf ein ungewisses 2026
Die Ipsos-Umfrage zeigt ein Land im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Unsicherheit, gesellschaftlicher Verunsicherung und wachsender Sorge um zentrale staatliche Strukturen. Inflation, Gesundheitswesen und Sicherheitsfragen dominieren den Diskurs, während wichtige Klimathemen und langfristige Fragen an Bedeutung verlieren.
Mit einem Rekordwert von 79 % an Menschen, die Österreich auf dem falschen Weg sehen, blickt die Bevölkerung skeptisch in die Zukunft. Die Herausforderungen sind groß und das Vertrauen in einen positiven Kurs scheint fragiler denn je.