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67 Milliarden Euro: Österreicher wollen Umweltkriterien bei öffentlichen Aufträgen

09.09.2026

INTEGRAL-Umfrage für GLOBAL 2000 und Plattform Anders Handeln: 90 Prozent halten geringe Umweltbelastung für wichtiges Vergabekriterium

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© Alexas_Fotos pixabay.com
Wien  - Rund 67 Milliarden Euro Steuergeld gibt die öffentliche Hand in Österreich jährlich für Waren, Dienstleistungen und Bauprojekte aus. Vom Betrieb eines Krankenhauses über Dienstautos bis zum Mittagessen in Kindergärten und Kasernen. Eine aktuelle INTEGRAL-Umfrage unter 1.000 Personen im Auftrag der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und der Plattform Anders Handeln zeigt: Die Bevölkerung erwartet, dass diese enorme Marktmacht auch für den Umwelt- und Klimaschutz eingesetzt wird.

"Neun von zehn Menschen halten eine möglichst geringe Umweltbelastung bei Herstellung, Nutzung und Entsorgung für sehr oder eher wichtig bei öffentlichen Aufträgen. 77 Prozent sprechen sich dafür aus, ökologische Kriterien verpflichtend zu prüfen und zu berücksichtigen", fasst Anna Leitner, Sprecherin für Ressourcen und Lieferketten bei GLOBAL 2000, das Ergebnis zusammen. Ökologie ist den Menschen nahezu gleich wichtig, wie soziale Standards und ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis.



Hitze, Dürre, Extremwetter: Vergabegesetz kann Klima schützen

Am 9. September will die Europäische Kommission ihren Vorschlag für den neuen Public Procurement Act vorstellen, eine Reform der Vergaberichtlinien. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert von der Bundesregierung, dass Umwelt- und Klimaschutz zu einem verpflichtenden Ausschreibungskriterium wird: „Dieser Sommer hat gezeigt, warum wir nicht länger warten können. 41 Grad, Dürre, Tropennächte, Waldbrände und ausgetrocknete Böden haben die Klimakrise für alle spürbar gemacht. Österreich gibt jedes Jahr 67 Milliarden Euro für öffentliche Vergaben aus und diese enorme Summe muss so eingesetzt werden, dass es unsere Umwelt nicht weiter belastet“, erklärt Leitner. 


Klimakrise, Umweltkrise: Kreislaufwirtschaft ist Teil der Lösung
 

Die Welt ist erschöpft, überhitzt und ausgebrannt und die Zeit drängt: Der Welterschöpfungstag in Österreich war bereits Anfang April. "Wir verbrauchen viermal so viele Rohstoffe, wie uns die Natur zugesteht. Die Regierung muss diese Verschwendung wertvoller Rohstoffe beenden. Mit echter Kreislaufwirtschaft und dem neuen Vergabegesetz kann die EU und Österreich hier viel Boden gutmachen", ist Leitner überzeugt.
 

GLOBAL 2000 fordert von der Bundesregierung, sich für verbindliche Umwelt- und Sozialstandards bei öffentlichen Vergaben stark zu machen. „67 Milliarden Euro öffentliche Ausgaben sind ein gewaltiger wirtschaftlicher Hebel. Diesen Hebel muss unsere Bundesregierung für eine umwelt- und klimaverträgliche Zukunft nutzen. Die Menschen erwarten das und die Politik sollte diesen klaren Auftrag ernst nehmen“, sagt Alexandra Strickner, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000.

 

    Facts
     

    • Jährlich geben Bund, Länder, Gemeinden und Staatsbetriebe 67 Mrd. Euro aus. Das entspricht etwa 15–18 % des österreichischen BIP
    • EU-weit sind es rund 2 Billionen Euro, also 14 % der Wirtschaftsleistung
    • 90 % der Österreicher:innen finden eine möglichst geringe Umweltbelastung bei öffentlichen Aufträgen wichtig
    • 52 % halten geringe Umweltbelastung bei der Vergabe sogar für sehr wichtig
    • 77 % wollen, dass ökologische Kriterien bei öffentlichen Aufträgen verpflichtend geprüft und berücksichtigt werden
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