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5. Teil der Serie: 25 Gründe gegen das Privatauto

05.09.2006

Eine zeitlose Serie von Christian Felber

ja © Foto: CI & M / Harald Eisenberger – www.oebb.at
ja © Foto: CI & M / Harald Eisenberger – www.oebb.at

21. Raumraub und Raumzerschneidung

Autos brauchen Platz. Kinderspielplätze werden durch Parkplätze ersetzt. Städtischer Wohnund Erholungsraum weicht zweiten und dritten Fahrspuren, Autobahnen und Schnellstraßen(knäuel) zerschneiden Landschaften. Ganze Berge werden gefesselt (mit Höhenstraßen). Drei Prozent des Staatsgebietes sind mit Verkehrsflächen zugepflastert. 6 Der Zerschneidungsgrad ist so hoch, dass die österreichische Landschaft (und die Ökosysteme) alle 700 Meter von einer Straße unterbrochen werden.

22. Landschaftsverschandelung

Egal, ob Autobahnkleeblätter, urbane Rennstrecken (etwa der Laaer Berg–Tunnel) oder skelettartige Monsterbrücken in engen Gebirgstälern: Autogerechte Verkehrsinfrastrukturen tragen nicht zur Erhöhung der Landschaftsästhetik bei.

23. Geschwindigkeit I

90% aller mit dem Auto gefahrenen Wege sind kürzer als 7 Kilometer. Bis zu 5 Kilometern ist man in der Stadt von Tür zu Tür mit dem Fahrrad schneller. Wegen der Staus, der Parkplatzsuche, des Tankens, …

24. Geschwindigkeit II

Wenn man die Arbeitszeit, die nötig ist, um das Auto mit all seinen Nebenkosten zu erwerben, zur reinen Wegzeit addiert, dann wird unser privater Flitzer so langsam wie das Fahrrad, oft wie der Fußgänger. Die Rechnung hat Ähnlichkeit mit der Legende vom urlaubenden Industriellen, der dem am Strand liegenden Fischer vorschwärmt, dass er, wenn er doppelt soviel arbeitete, sich ein größere Flotte und in weiterer Folge Urlaub am Strand leisten könnte.

25. Ineffizienz

Das durchschnittliche Auto ist mit 1,3 Personen chronisch unterbesetzt. Dafür werden über eine Tonne Materialien mitangetrieben und herumgekarrt. Der energetische Wirkungsgrad liegt bei einem Prozent. 99% gehen in der Produktion, beim Antrieb des Fahrgehäuses, beim Bremsen, durch Reifenabrieb und Luftwiderstand verloren. Das passt weder zu einem
ökologisch–buddhistischen Lebensstil („geringstmögliche Spuren hinterlassen„) noch zu der von der Ökonomie betriebene Effizienzhysterie.

Abschlußstatement: Statussymbol und Rollenfestschreibung

Inmitten der Treibhausdebatte, die eigentlich von besonnenen und verantwortungsbewussten Verkehrsministern geführt werden sollte, welche, wenn schon nicht auf das Ausscheiden des Autos aus dem Transportmittel–Pool, so doch auf die ehebaldigste Generalisierung des Drei– Liter–Autos dringen (Franz Vranzitzky hatte 1990 eine dahingehende Vision), verkündet Mercedes großspurig, ab 2002 einen Superluxusschlitten, weit jenseits der S–Klasse, auf den Markt zu werfen. Damit die Stinkreichen den Pöbel sichtbar in die Schranken weisen können. Das Auto dient den Reichen dazu, die Armen zu demütigen und den Männern, ihre Weibchen als Beilage auf dem Nebensitz herumzupräsentieren. Und diese nehmen gerne Platz.

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05.09.2006 | Autor*in: pawek
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