5,7 Milliarden gegen ihre Zukunft: Schüler*innen ziehen mit Mega-Protest und 570-Meter-Seil durch Wien
Wien – Rund 2.500 Schüler*innen von Fridays For Future versammelten sich zunächst zur Großaktion am Maria-Theresien-Platz und zogen anschließend mit ihrer Botschaft weiter zum Heldenplatz. Ihr Appell an die Politik ist unmissverständlich: Schluss mit Milliarden für Öl und Gas – und endlich ein Budget, das die Zukunft sichert.
Unter dem Motto „Geld für Zukunft statt Fossile!“ machten die Demonstrierenden auf die laufenden Budgetverhandlungen aufmerksam und kritisierten die aus ihrer Sicht verfehlte Förderpolitik der Bundesregierung. Während weiterhin Milliarden in klimaschädliche Subventionen fließen, fehle das Geld in zentralen Bereichen wie öffentlichem Verkehr, Pflege, Bildung und erneuerbarer Energie.
Besonders sichtbar wurde diese Kritik durch eine aufsehenerregende Kunstaktion: Ein 570 Meter langes Seil spannte sich über den Heldenplatz – jeder Dezimeter stand symbolisch für eine Million Euro, die jährlich in fossile Energien fließen. Insgesamt 5,7 Milliarden Euro, die laut Fridays For Future stattdessen etwa die Zahl der Pflegekräfte in Österreich verdoppeln oder einen Großteil der Bevölkerung mit einem Klimaticket ausstatten könnten.
„In dem Moment, wo Öl und Gas besser unterstützt werden als leistbare Öffis, Solaranlagen oder Pflegekräfte, wird uns das Recht auf Zukunft verwehirt“, erklärte Aktivistin Sofia Scherer und richtete damit einen deutlichen Appell an die Bundesregierung.
Auch die Fridays-For-Future Sprecherin Laila Kriechbaum fand klare Worte: „Wr geben heute Geld aus, um morgen noch mehr für Klimaschäden und Strafzahlungen draufzulegen.“ Die aktuelle Energiekrise zeige einmal mehr, wie riskant und teuer die Abhängigkeit von fossilen Energien sei. Wer diese durch Förderungen künstlich am Leben halte, verkenne die Realität.
Die Bewegung fordert daher konkrete Reformen: eine sozial gerechte Ökologisierung von Diesel- und Dienstwagenprivilegien, eine höhere Flugticketabgabe nach deutschem Vorbild, eine Anhebung der LKW-Maut sowie die Abschaffung der Stellplatzverpflichtung. Stattdessen brauche es gezielte Investitionen in erneuerbare Energien, leistbare Mobilität und soziale Infrastruktur.
Neben politischen Reden wurde die Demonstration von künstlerischen Beiträgen und Musik begleitet. Auch Vertreter*innen aus dem Sozial- sowie dem Kunst- und Kulturbereich kamen zu Wort und berichteten von den Auswirkungen von Budgetkürzungen.
Mit einem ausgerufenen Mailprotest und der Ankündigung weiterer Aktionen – der nächste große Protest ist für den 22. Mai geplant, kurz vor der Budgetrede – machen die Jugendlichen deutlich: Dieser Protest war erst der Anfang.