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45 Milliarden Dollar fossiler Gewinn in nur 3 Monaten und die Hitzewellen steigen

28.07.2026

Die sechs größten Ölkonzerne werden ihre Gewinne vom ersten auf das zweite Quartal 2026 verdoppeln

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© Gerd Altmann pixabay.com
Oxfam kritisiert die explodierende Profite der größten Ölkonzerne und fordert eine stärkere Besteuerung fossiler Gewinne für die Finanzierung der Klimaanpassung 

Berlin  -Während extreme Hitzewellen in Europa, Nordamerika und Südasien zahlreiche Menschenleben fordern, dürften die Gewinne der sechs größten Öl- und Gaskonzerne im zweiten Quartal 2026 deutlich gestiegen sein. Nach Berechnungen von Oxfam werden BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies zusammen voraussichtlich rund 45 Milliarden US-Dollar Nettogewinn erzielen, das ist fst doppelt so viel wie im ersten Quartal mit rund 23 Milliarden US-Dollar.
 

Besonders stark dürfte der Gewinnanstieg bei Chevron und ExxonMobil ausfallen. Nach den Berechnungen könnte Chevron im Zeitraum April bis Juni rund 1.200 US-Dollar Gewinn pro Sekunde erzielt haben, bei ExxonMobil könnten es sogar rund 1.800 US-Dollar pro Sekunde gewesen sein. Für das Gesamtjahr 2026 werden die Gewinne der sechs Konzerne auf rund 147 Milliarden US-Dollar geschätzt.
 

Historische Emissionen verschärfen Hitzewellen

 

Oxfam kritisiert zugleich die besondere Verantwortung der großen fossilen Energiekonzerne für die Klimakrise. Eine Analyse der Organisation kommt zu dem Ergebnis, dass die historischen Emissionen von BP, Chevron, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies zwischen 2000 und 2023 maßgeblich dazu beigetragen haben, dass etwa jede vierte Hitzewelle in diesem Zeitraum häufiger oder intensiver ausfiel.
 

Trotz der zunehmenden Klimafolgen planen die sechs größten fossilen Konzerne laut Oxfam, ihre Öl- und Gasproduktion bis 2030 gegenüber 2024 um 14 Prozent zu steigern. Das entspräche einer zusätzlichen Fördermenge von rund 2,5 Millionen Barrel Öl pro Tag.
 

„Fossile Konzerne machen Milliardenprofite, während Menschen weltweit den Preis dafür zahlen“, sagt Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam. Extreme Wetterereignisse, steigende Lebenshaltungskosten und hohe Energiepreise würden vor allem ärmere Haushalte und wirtschaftlich benachteiligte Länder treffen.
 

Oxfam fordert Steuer auf fossile Übergewinne

 

Oxfam fordert deshalb eine stärkere Besteuerung der Gewinne fossiler Unternehmen. Eine gerechte Steuer auf die Gewinne von weltweit 585 fossilen Konzernen könnte nach Berechnungen der Organisation im ersten Jahr bis zu 400 Milliarden US-Dollar einbringen. Damit könnten unter anderem dringend benötigte Maßnahmen zur Anpassung an die Klimakrise im Globalen Süden finanziert werden.
 

Auch Deutschland steht dabei unter Druck. Die  deutsche Bundesregierung hat zugesagt, jährlich sechs Milliarden Euro zur Unterstützung ärmerer Länder bereitzustellen. Nach Ansicht von Oxfam ist diese Zusage angesichts von Kürzungen im Bundeshaushalt gefährdet.
 

Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und Portugal hatten die EU-Kommission bereits aufgefordert, eine europaweite Steuer auf Übergewinne zu prüfen. Die Kommission verweist bislang auf die Verantwortung der Mitgliedstaaten. Oxfam fordert daher von der deutschen Bundesregierung, sich weiterhin für eine EU-weite Lösung einzusetzen und zugleich nationale Schritte für eine Übergewinnsteuer voranzutreiben.
 

Die Einnahmen sollten gezielt in sozial gerechten Klimaschutz, Klimaanpassung und die Energiewende fließen, so die Forderung der Organisation. Denn während die Folgen der Klimakrise immer teurer werden, steigen gleichzeitig die Gewinne jener Unternehmen, deren Geschäftsmodell weiterhin maßgeblich auf fossilen Energieträgern beruht.

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