4. Teil der Serie: 25 Gründe gegen das Privatauto
16. Negative Handelsbilanz
Österreich ist ein Nettoimporteur von Autos, Zubehör, Ersatzteilen und Treibstoff. Insgesamt reißt das Privat–Kfz einen Krater von 27 Milliarden Schilling in die österreichische Außenhandelsbilanz.
17. Arbeitsplätze
Was aus dem Ausland importiert wird, verhindert hierzulande Arbeitsplätze. Würde sich Österreich ein luxuriöses öffentliches Verkehrssystem basteln, bedeutete das einen gewaltigen Aufschwung am Inlandsarbeitsmarkt, mitsamt dem dazugehörigen Aufschwung der Binnenwirtschaft (endlich ökologisch begrüßenswertes Wachstum, noch dazu gekoppelt an Beschäftigungswachstum). Eine erste diesbezügliche Studie kommt aus Deutschland: Der Umstieg von einem autozentrierten auf ein öffentliches Verkehrssystem brächte demnach 300.000 Arbeitsplätze netto, das heißt, die Verluste in der Automobilindustrie schon abgezogen. Deren Personalstände schrumpfen übrigens durch Globalisierung und Rationalisierung um die Wette. Gerade noch jeder 23. Industriearbeitsplatz Deutschlands hängt am Auto.
18. Autobahnen zerstören Arbeitsplätze
Das Autobahnennetz hat sich seit 1980 verdoppelt. Die Arbeitslosigkeit auch. Autobahnen zerstören Arbeitsplätze, weil sie größere Wirtschaftsstrukturen schaffen. Je
größer aber Wirtschaftsstrukturen sind, desto „effizienter„ sind sie im Sinne, dass sie weniger Arbeitskräfte benötigen für die zentrale Massenproduktion.
größer aber Wirtschaftsstrukturen sind, desto „effizienter„ sind sie im Sinne, dass sie weniger Arbeitskräfte benötigen für die zentrale Massenproduktion.
19. Zersiedelung und Raumdehnung
Autobahnen zerreißen Räume. Städte zerfleddern in den Außenbezirken, was den peripheren Verkehr explosionsartig zunehmen lässt. Wenn man über ein schnelles Auto verfügt, kann man im hintersten Waldwinkel auch noch wohnen, weil man eh mit einem kurzen Tritt auf‚s Gaspedal in der nächsten Stadt ist. Straßen dehnen Räume, weil Autofahrer durch höhere Geschwindigkeiten in gleicher Zeit weitere Wege zurücklegen. Die mobil Schwachen (Fußgänger, Radfahrer) bleiben dabei auf der Strecke. Der Öffentliche Verkehrsverbund ist nur ein ungenügendes und lückenreiches Auffangnetz für sie. Nähe und Kleinstrukturen kann er nicht retten, solange Auto und Öffis parallel gefördert werden. Die großen spanischen Städte haben in den letzten 30 Jahren mehr Fläche verschlungen als in ihrer gesamten Geschichte davor.
20. Am Auto orientierte Stadtplanung
Das Auto diktiert, gibt den Ton an und die Struktur vor. Stadterweiterung orientiert sich ausschließlich am Auto: Reihenhäuser im Grünen, Shopping–Cities auf der Wiese, ausgelagerte Industriebetriebe mit x–hundert Parkplätzen, Sport– und Freizeitinfrastrukturen ohne befriedigende Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz.