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17–Jähriger Schüler will eigene Windkraftanlage

27.02.2009

Der 17 Jahre alte Ostfriese Nico Schreitling hat sich in den Kopf gesetzt eine eigene Windkraftanlage zu kaufen und zu betreiben. Kostenpunkt des Windenergie–Projektes: 1,3 Millionen Euro.

Bonn/Pewsum – "Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, mindestens eine Windkraftanlage zu errichten und somit bei der CO2–Minderung beizutragen, damit die Welt auch noch für zukünftige Generationen lebenswert ist." So spricht ein 17–Jähriger Schüler aus dem ostfriesischen Krummhörn. Während seine Altersgenossen vom eigenen Auto träumen, arbeitet der Gymnasiast an der Realisierung seines eigenen Windkraftprojektes.

Genehmigung in der Tasche

Der Elftklässler knüpfte zur Verwirklichung seiner Idee bereits früh wichtige Kontakte. Er stellte seine Pläne dem Weltmarktführer für Windkraftanlagen, der Firma Enercon vor. Neben Unterstützung für sein Projekt erhielt er aber auch einen leichten Dämpfer: in Ostfriesland sei kein Platz mehr für seine Windmühle. Dadurch liess er sich jedoch nicht von seinem Vorhaben abbringen. Verbindungen zur Firma Energie 3000 bei Rotenburg wurden aufgenommen. In einem gemeinsamen Projekt soll jetzt ein kleiner Windpark mit zwei Anlagen entstehen. Die eine betreibt Energie 3000, die andere der Gymnasiast. Im November 2008 erkämpfte Nico immerhin schon die Baugenehmigung. Die Anlage soll in Oerel, im Landkreis Rotenburg/Wümme errichtet werden. Selbst der Bautermin steht schon. In der 24. Kalenderwoche, Anfang Juni diesen Jahres, soll die Anlage in Betrieb genommen werden.

Anlage bereits ausgesucht

Nach Besuchen auf Fachmessen für Erneuerbare Energien, vielen Fachgesprächen hat sich der junge Ostfriese für ein Modell des, natürlich ostfriesischen, Windkraftspezialisten Enercon entschieden. Es soll eine E–48 mit 56 m Nabehöhe und 800 kW Nennleistung sein. Diese mittelgroße Anlage verfügt über eine effiziente Rotorblattgeometrie und gilt in der Branche als wirtschaftlichste Windenergieanlage ihrer Klasse.

Finanzierung noch etwas wackeling

Auf dem Spenden–Konto, über das der ostfriesische Notar Heero de Buhr wacht, liegen bisher allerdings erst rund 3.000 Euro. Die Banken sagen aber, dass Nico für das 1,3 Mio.–Projekt mindestens 400.000 Euro an Eigenkapital braucht, damit er sich den Rest von ihnen leihen kann. "Die Schulden würde ich nach etwa 15 Jahren über den verkauften Strom meiner Mühle zurückgezahlt haben", gibt sich Nico auch hier zuversichtlich. Bis zum Sommer hat er Zeit, dann soll die Anlage auf jeden Fall gebaut werden – mit oder ohne Nico als Besitzer. Dann will Nico mit Hilfe seines Vaters – denn er selbst ist dann immer noch nicht volljährig – eine Firma gründen und den Strom aus der Anlage verkaufen.

Tauschgeschäft nach Internetvorbild

Um doch noch rechtzeitig die benötigte Summe zu erreichen, will er jetzt ein Tauschgeschäft starten. Vorbild ist der 26–jährige Kyle MacDonald aus Kanada, der 2005 eine simple Büroklammer über das Internet zum Tausch anbot – nach 14 Tauschgeschäften hatte er ein Haus. Nicos Startgegenstand ist allerdings keine Büroklammer, sondern eine Armbanduhr.
Quelle: Stromprinz.de
Unterstützen auch Sie die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien, indem Sie für Nicos Projekt spenden (www.meinemuehle.de) und am besten noch heute Ihren Haushalt auf Ökostrom umstellen. Für Deutschland: Der kostenlose Stromtarifrechner listet alle Ökostromanbieter auf, die Ihren Wohnort mit sauberem Ökostrom beliefern.
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27.02.2009 | Gastautor*In: Markus Kreusch
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